Irmgard und Günter Schmedt aus Dielingen sind seit 60 Jahren verheiratet
Familie würdigt ihr Diamant-Paar

Stemwede (WB). Vor 60 Jahren verkündeten die Kirchenglocken in Dielingen die Eheschließung von Irmgard und Günter Schmedt. An jenem Tag, am 3. Juni 1960, wirkte eine diamantene Hochzeit wohl noch eine unwirkliche Ewigkeit entfernt – und nun ist es soweit.

Mittwoch, 03.06.2020, 08:17 Uhr aktualisiert: 03.06.2020, 11:25 Uhr
60 Jahre verheiratet: das Jubelpaar Irmgard und Günter Schmedt, hier auf einem älteren Bild umringt von einem Teil der Familie.

„Meine Großeltern beschlossen jedoch, dass sie keinen Bericht über die vermeintlichen Meilensteine ihres Lebens in der Zeitung sehen möchten“, sagt Daniela Schmedt. Die Enkelin des Jubiläumspaares hat deshalb einen etwas anderen Bericht über ihre Großeltern – aus Sicht der Kinder und Enkel – verfasst, den wir an dieser Stelle gern veröffentlichen. Daniela Schmedt schreibt:

„‚Wir wissen doch ganz genau, was wir erreicht haben und wer wir sind‘‘, sagt der ewige Landwirt Günter Schmedt bescheiden, und seine Ehefrau Irmgard nickt zustimmend.

Ehepaar hielt sich immer jung und fit

Aus diesem Grund hat sich die engste Familie etwas Besonderes überlegt: Es wird nicht von den großen Ereignissen berichtet, die sowieso jeder kennt. Stattdessen berichtet die Familie selbst davon, wie das diamantene Paar das ganz alltägliche Leben gemeistert hat.

Ob Kartenclub, Landfrauen, Spielmannszug oder Sportverein – das Ehepaar hielt sich immer jung und fit, indem es aktiv am Vereinsleben teilnahm. So hat der 86 Jahre junge Bräutigam jede Menge Tatkraft und Handfertigkeit mit in die Ehe gebracht. Noch heute kann auf dem gesamten Bauernhof Schmedt an jeder Ecke Mauerwerk bewundert werden, das er eigens errichtet hat. Dabei durfte ihm stets eines der Enkelkinder mit der Maurerkelle zur Seite stehen.

Nach wie vor unterstützt Günter unermüdlich die nachfolgenden Generationen auf dem landwirtschaftlichen Betrieb und wenn er nicht gerade mit dem Fahrrad eine Spritztour unternimmt, hilft er den Jungspunden dabei, ihr Plattdeutsch zu verbessern.

Kaiserschnitt an einer Kuh

Schon vor einem halben Jahrhundert bewies der Hobbymaurer zudem, dass er sich auch Alternativen gegenüber öffnen kann. So erinnert sich sein erstgeborener Sohn Joachim noch genau an den ersten Kaiserschnitt an einer Kuh auf dem Hof Schmedt von dem damaligen Tierarzt Dr. Bickmeier. Dieser heute eher routinemäßige Eingriff war zur damaligen Zeit ein gewagtes Unterfangen, das die Familie mit Einsatz des Tierarztes meistern konnte.

Und auch der jüngste Sohn Hans-Jürgen findet gerne den Weg in Richtung Heimat zurück, um die Daheimgebliebenen zu besuchen. Jener verließ damals den landwirtschaftlichen Betrieb, um sein Glück im Oberbergischen Land mit Frau und Tochter zu finden. Alle drei nehmen nach wie vor gerne den Weg in die Heimat auf sich, um dann das Rundumpaket genießen zu können, das jederzeit auf sie wartet.

Auch die Enkelkinder haben viele gemeinsame Erinnerungen mit dem Jubiläumspaar sammeln können. Fast jede Erinnerung ist dabei davon geprägt, dass die Eheleute als Team agiert haben – ohne dass dies auf den ersten Blick ersichtlich war. So war es für sie eine Selbstverständlichkeit, dass Irmgard ihrem Gatten immer den Rücken freigehalten hat – kein Weg war zu weit, um Essen auf Rädern zu servieren, und keine Arbeit war zu hart, um nicht doch noch eine helfende Hand bieten zu können.

Zu jeder Tischdecke eine Geschichte

Weiter erinnern sich die Enkel lebhaft an das gemeinsame Pflastern des neuen Fußweges mit Opa Günter. Genauso wissen sie aber auch noch, dass Oma Irmgard immer für sie da war. Denn sie war diejenige, die bei der Einweihung des Pfades die Schere zum Durchschneiden des Flatterbandes überreichte.

Die 85 Jahre ‚junge‘ zweifache Mutter, vierfache Großmutter und lebenslange Gefährtin hat in allen Lebenslagen überall mit angepackt. Ob das Melken der Kühe im Stall, das Stapeln von Heuballen per Hand auf dem Felde oder das so genannte Wäsche-Recken mit der Schwiegertochter – Irmgard hat stets Fleiß und Ausdauer bewiesen.

Dabei gab es immer etwas Neues zu erzählen; ihre Schwiegertochter Marion erinnert sich, dass es zu jeder Tischdecke noch eine Geschichte gab, denn die Hauswirtschafterin Irmgard vergisst nie etwas.

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