Ratsmitglieder stimmen für Anbau ans Alte Amtshaus Levern Bürgerservice wird etabliert

Stemwede (WB). „Es hätte auch Alternativen gegeben“, kritisierte Ratsmitglied Hermann Gesenhues die Einrichtung eines neuen Bürgerservice in Stemwede, der mit einem Neu- beziehungsweise Umbau am Alten Amtshaus verbunden sein wird. „Die Planung lief daraus hinaus, dass es ein neues Gebäude geben wird“, kritisierte der Lokalpolitker der Grünen in der jüngsten Ratssitzung in Levern.

Von Michael Nichau
Durch den Einzug des neuen Kindergartens und die damit verbundenen Fördermittel kann das ehemalige Verwaltungsgebäude in Levern, die Alte Schule, erhalten werden. Laut Bürgermeister Kai Abruszat ist dies eine „nachhaltige Lösung“.
Durch den Einzug des neuen Kindergartens und die damit verbundenen Fördermittel kann das ehemalige Verwaltungsgebäude in Levern, die Alte Schule, erhalten werden. Laut Bürgermeister Kai Abruszat ist dies eine „nachhaltige Lösung“. Foto: Michael Nichau

„Dass wir einen neuen Kindergarten brauchen, kommt den Befürwortern dieser Lösung zu Hilfe“, meinte Gesenhues. „Das Verfahren war nicht sauber und nicht durchdacht.“

Und auch Wilhelm Riesmeier sah den Neubau in Levern kritisch. „Es scheint so zu sein, dass wir das uralte Thema des Verwaltungssitzes nun endlich zum Abschluss bringen können. Dennoch ist es für viele Ratsmitglieder eine Gewissensentscheidung“, meinte der SPD-Mann und beantragte geheime Abstimmung.

Zuvor allerdings machte Andreas Weingärtner noch deutlich, dass die CDU-Fraktion geschlossen hinter dem Verwaltungsvorschlag stehe. „Außerdem ist die Entscheidung bereits getroffen, im alten Verwaltungsgebäude einen neuen Kindergarten einzurichten.“

Ratsmitglied Theo Frenzel stellte einen Antrag, über den zuvor abgestimmt wurde. Er habe interne Informationen, dass im Zuge der Corona-Krise die Büroräume in Dielingen nicht mehr von ZF benötigt würden. Man könne ja dort wieder einen Teil der Verwaltung einziehen lassen, so sein Antrag, der allerdings (mit der einzigen Stimme von Frenzel) keine Mehrheit fand.

Vor der eigentlichen Abstimmung über das Bauprojekt, das mit 26 Ja- und sechs Nein-Stimmen bei einer Enthaltung beschlossen wurde, schaltete sich Bürgermeister Kai Abruszat ein:

„Ich respektiere die klare und konsequente Haltung von Hermann Gesenhues“, lobte er. Doch sei der zu fassende Beschluss wegweisend für Stemwede. „Wir erhalten hier ein historisches Gebäude und etablieren dort sogar einen Kindergarten. Das ist wirkliche eine nachhaltige Nutzung mit der Grundschule Levern zusammen. Dieser Punkt ist mir in den Diskussionen der vergangenen Wochen zu kurz gekommen“, rechtfertigte er den Plan der Verwaltung.

„Der Vorschlag fußt auf einem kompetenten Plan. Ein einzelner Verwaltungsstandort arbeitet immer reibungsloser als zwei. Die Bürger sollen sich künftig in einer angenehmen Atmosphäre wohl fühlen, wenn sie mit ihren Anliegen zur Verwaltung kommen“, sagte er.

Zur Erinnerung: Der vorgeschlagene Neubau zur Erweiterung des Amtshauses besteht aus zwei gegeneinander versetzten und in Ost-West-Richtung ausgerichteten Baukörpern. Im Überschneidungsbereich der beiden Volumen bildet ein Verbindungselement als Glasfuge den neuen Haupteingang zum Gebäude. Durch die versetzte Anordnung der zwei Bauteile bilden diese einen nach Osten ausgerichteten Freibereich, der durch entsprechende Oberflächengestaltung bis in den Verkehrsbereich der Buchhofstraße reicht. Das neue Amtsgebäude erhält hier einen adäquaten und gut nutzbaren Vorplatz mit entsprechender Aufenthaltsqualität. Folgerichtig erschließt der neue Haupteingang zunächst den im Erdgeschoss untergebrachten Bürgerservice, der sich mit seinen großzügigen Verglasungen zum Eingangshof orientiert. Auch die Tourismus-Info ist hier gut auffindbar und kann an Wochenenden eventuell über einen separaten Zugang erschlossen werden. Im Obergeschoss beider Neubauteile sind die geforderten Büroflächen sowie ein Besprechungsraum vorgesehen. Beide Bauteile werden dort im Bereich der Glasfuge über eine Brücke miteinander verbunden, die auch eine Blickverbindung zwischen den Geschossen erlaubt. Die Anbindung an den vorhandenen Altbau erfolgt über eine verglaste Spange, in der ein Treppenhaus und Aufzuganlage untergebracht sind.

Die jährliche zusätzliche Netto-Belastung beträgt laut Vorlage 20.761 Euro. „Die damit ausgewiesene jährliche ‚Netto-Belastung‘ im Ergebnis kann gegebenenfalls durch die jährlichen Zuweisungen des Landes NRW zur Gemeindefinanzierung kompensiert werden. Die genannten Beträge sollen auch in den Wirtschaftsplan 2020 aufgenommen werden, schreibt die Verwaltung zu den Kosten.

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