Die Idee von Gernot Jacob und Juliane Völkle aus Brockum kommt an
Solidarische Landwirtschaft ist sehr gefragt

Stemwede/Brockum (WB). Nachhaltigkeit und Fairness – das haben sich Gernot Jacob und Juliane Völkle auf die Fahne geschrieben. Auf ihrem Bio-Hof Tomte in Brockum betreibt das Paar solidarische Landwirtschaft (Solawi) . Ihr Konzept, dass sie im Januar vorgestellt hatten, kommt mittlerweile sehr gut an.

Donnerstag, 30.04.2020, 06:00 Uhr
Gut geht’s den Rindern und den vielen weiteren Tieren auf dem Hof Tomte. Dafür sorgen die beiden Initiatoren der Solidarischen Landwirtschaft Gernot Jacob und Juliane Völkle. Ihr außergewöhnliches Projekt kommt sehr gut an. Foto: Heidrun Mühlke

Nach dem Infoabend Anfang des Jahres, zu dem rund 100 Interessierte gekommen waren, hatten sich 35 Personen direkt einen Anteil an dem Brockumer Projekt gesichert. Das bedeutet, dass sie dem landwirtschaftlichen Betrieb einen monatlichen Beitrag zahlen, der ihnen einen Anteil der Produktion sichert. Für den Beitrag erhalten die Mitglieder dann Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau, Fleisch und Eier. „Für weitere zehn Anteile haben wir die Zusage. Mit 60 Anteilsmitgliedern wären wir gut aufgestellt für die Saison“, erklärt Jacob.

Der Ernteanteil kann jeden Freitag abgeholt werden

Bei 60 Personen läge der Richtwert bei 167 Euro monatlich. Der Beitrag verschaffe Planungssicherheit für den Landwirt und für die Mitglieder einen Ernteanteil, der jeden Freitag abgeholt werden kann. Der erste Abholtag war dann Anfang April.

Den Vorteil dieses Prinzips, gerade zu Zeiten der Corona-Krise, nennt Jacob den bargeldlosen Verkehr sowie das Abholen ohne enge Kontakte. „Wer Anteile an einer solidarischen Landwirtschaft hat, für den ist der Gang in den Supermarkt nahezu unnötig“, weiß Jacob. Die Mitglieder bekommen Obst und Gemüse sowie Fleisch und Eier. Für den Gemüseanbau zeichnet sich Gärtnermeister Robert Franz verantwortlich. Im 80 mal 8,6 Meter großen Folientunnel sollen Gurken, Tomaten, Paprika und Co. gedeihen.

„Ich habe mich für eine Mischkultur entschieden, um jeden Zentimeter Platz unter der Folie voll auszunutzen“, erklärt Franz. Im Sommer sollen dann zwei verschiedene Tomatensorten geerntet werden, aber auch Brokkoli, Blumenkohl, Mangold, Auberginen, Spinat, Bohnen, Möhren, Rote Beete, verschiedene Salatsorten, Zwiebeln, Knoblauch, Wild-, Heil- und Gewürzkräuter sowie Kartoffeln.

Der Hof verfügt über einen großen Viehbestand

Gedüngt wird mit dem Mist der hofeigenen Tiere. „So schließt sich der Kreislauf und wir wissen genau, welche Inhaltsstoffe in unseren Produkten sind“, erklärt der Fachmann. Sowieso gelte seiner Vorliebe alten Kultursorten, die auch Samenfest seien. „Die Samen von den Früchten kann ich im nächsten Jahr wieder aussäen.“

Völkle und Jacob setzen in ihrem Betrieb nicht nur auf Nachhaltigkeit, sondern auch auf Vielfalt. Gerade eingezogen auf dem Hof sind 90 Hühner, die in einem mobilen Hühnerstall leben und so ihren Standort nach Bedarf wechseln können. Sie komplettieren den Viehbestand von Schweinen und Rindern, die hier mit Liebe und Fürsorge behandelt werden.

Weitere Informationen über die solidarischen Landwirtschaft und den Hof Tomte gibt es im Internet.

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