Gemeinden und Feuerwehr raten: Vorerst liegen lassen oder häckseln
Was passiert mit dem Osterfeuer-Grün?

Stemwede/Rahden/Lübbecke/Espelkamp (WB). Osterfeuer bestaunen, sich mit Freunden treffen und einen schönen Abend verbringen: All das ist in diesem Jahr bekanntermaßen verboten. In vielen Orten sind Grünschnitte allerdings bereits zu den Haufen geschichtet, die an diesem Wochenende angezündet werden sollten. Was passiert nun damit? Wir haben nachgefragt.

Freitag, 10.04.2020, 07:00 Uhr
Der Haufen für das Osterfeuer in Espelkamp wurde bereits vor einigen Tagen abtransportiert. Foto: Andreas Kokemoor

Die Löschgruppe Wehdem-Westrup beispielsweise hatte bereits einige Tannenbäume der Weihnachtsbaum-Sammel-Aktion liegen gehabt, die als Brennmaterial dienen sollten. Was nun damit passieren soll, muss die Löschgruppe erstmal klären. Stemwedes Gemeindebrandmeister Joachim Lübke sagte aber, dass es derzeit keinen Zwang für eine schnelle Entsorgung gebe. „Auf einen Tag kommt es nun nicht an“, so Lübke. Welche Alternativen die Feuerwehr nun habe, könne er nicht sagen. „Das obliegt auch nicht meinem Verantwortungsbereich“, erklärt er. Sein Vorschlag ist, das Grünmaterial zu häckseln.

Gleiches empfiehlt auch Jacqueline Niklas von der Stadt Rahden . Sie sagt, dass das „bereits angehäufte Brennmaterial zum Beispiel an Ort und Stelle verbleiben, gehäckselt beziehungsweise auch ordnungsgemäß bei den zuständigen Abfallbeseitigungsanlagen entsorgt werden kann“.

Auch wenn die Grün-Haufen bereits an vielen Stellen liegen, betont Niklas, dass das gesammelte Grün nicht entzündet werden dürfe – auch nicht im privaten Bereich. Da es sich bei den Feuern, die von Einzelpersonen zu den Osterfeiertagen abgebrannt werden, nicht um Brauchtumspflege handelt, sei in solchen Fällen das Abbrennen nicht zulässig.

Grünschnitt anderweitig entsorgen

Klaus-Jürgen Bernotat, Vorsitzender des Heimatvereins Babilonie Obermehnen , berichtet: „Ich habe selbst auch einen Haufen Grünschnitt in meinem Garten liegen. Auch ich wollte den zum Osterfeuer bringen.“

Eigentlich hätte der Heimatverein als Veranstalter des Osterfeuers an den zwei Samstagen vor Ostern wieder Holz von den Bürgern angenommen. „Die Stadt Lübbecke hat aber schon rechtzeitig vor diesem Dorffest im Ort darüber informiert, dass alle öffentlichen Veranstaltungen bis auf Weiteres ausfallen müssen. Also auch unser Osterfeuer“, sagt Bernotat.

Die Fläche, auf der eigentlich das Osterfeuer abgebrannt werden solle, gehöre einem Landwirt, erzählt Bernotat. Diese sei mit Stacheldraht umzogen, der an den beiden Anlieferungstagen geöffnet worden wäre. „Zum Glück hat niemand etwas einfach über diese Absperrung geworfen. Alle Bürger, die sonst mit ihrem Holz und Grünschnitt zum Osterfeuer beitragen, hätten sich wohl an die Absage gehalten, berichtet Bernotat. Sein privates Holz wird er nach eigenen Angaben nun wohl zum Wertstoffhof oder zur Polschen Heide bringen.

Vorschriften vermutlich ignoriert

Weniger Glück hatte der Holsener SV . Der Sportverein ist im Ort bisher jedes Jahr Veranstalter des Osterfeuers gewesen – dieses Jahr jedoch nicht. Leider habe aber wohl eine Person dies nicht gewusst, vergessen oder ignoriert. Denn auf dem Osterfeuerplatz habe Reiner Selig, Vorsitzender des Sportvereins, einen kleinen Haufen Holz vorgefunden, der dort abgeladen worden sei. Seiner Einschätzung nach müsste die Menge genau eine Pkw-Anhänger-Ladung sein. Selig hofft nun, dass die Verursacher ihren Grünabfall selbst wieder abholen.

Holzhaufen wurde bereits abgebaut

Weil es natürlich auch in Espelkamp kein Osterfeuer geben wird, rät Torsten Siemon, Pressesprecher der Stadt Espelkamp: „Dort, wo das Holz nicht im Weg liegt, einfach liegen lassen“. Auf dem Festplatz in Espelkamp gegenüber des Real-Marktes, auf dem das Osterfeuer der Feuerwehr Espelkamp eigentlich ausgerichtet werden sollte, lag bis vor einigen Tagen noch ein großer Berg Holz. Der ist aber wieder verschwunden – zur Freude von Volker Dau.

Der Pressesprecher der Feuerwehr Espelkamp sagte bereits vor der Entfernung des Holzhaufens, dass dieser nicht einfach auf dem Festplatz liegen gelassen werden könne. Zu groß sei die Gefahr, dass der Holzhaufen aus Versehen in Brand geraten und einen Einsatz der Feuerwehr hervorrufen könne.

„Die Feuerwehrkameraden kommen nämlich nur noch zu Einsätzen zusammen. Auch Ausbildungs- und Fortbildungslehrgänge sind abgesagt“, erläutert Dau.

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