Sorge in Dümmerwerken: Zulieferer ist von Betriebspause der Autohersteller betroffen ZF muss Lieferungen reduzieren

Stemwede (WB/weh). „Vorübergehende Werksschließungen in der Automobilindustrie wegen der Coronakrise “ – so lauteten am Dienstag Meldungen, die auch in den Dümmerwerken des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen mit Sorge vernommen wurden. Diese Zeitung fragte in Dielingen bei ZF-Sprecherin Jeannine Rapp nach, wie sich die Situation darstellt.

Der Zulieferer ZF Friedrichshafen, hier eines seiner Gebäude in Dielingen, ist von Werkspausen der Autohersteller betroffen.
Der Zulieferer ZF Friedrichshafen, hier eines seiner Gebäude in Dielingen, ist von Werkspausen der Autohersteller betroffen.

„Unser Ziel ist es, unsere Kunden so lange wie möglich und erforderlich zu beliefern. Wir stehen mit ihnen in permanentem Austausch zu Fragen wie dem Umfang benötigter Lieferungen“, sagte Rapp und räumte ein: „So haben uns Kunden auch über Pläne informiert, ihre Produktionskapazitäten vorübergehend einzuschränken oder die Produktion insgesamt zu unterbrechen. Derzeit eruieren wir mit den Werkleitern und Produktionsverantwortlichen vor allem der europäischen ZF-Werke, welche Änderungen in unserem Produktionsprogramm daraus folgen. Teils reduzieren wir unsere Lieferungen, teils beliefern wir stattdessen jene Werke der Kunden, die aktuell nicht so sehr von der Corona-Infektion betroffen sind.“

Werksinterne Schutzmaßnahmen

In diesem „hochdynamischen Prozess“ könne ZF aktuell nicht präzise für einzelne Standorte bewerten, wie sich die geänderten Kundenabrufe auf das ZF-Produktionsnetzwerk mit mehr als 160 Produktionswerken auswirke.

Die Unternehmenssprecherin ging auf die aktuellen werksinternen Schutzmaßnahmen ein. „ZF hat seine Mitarbeiter weltweit mit einer Kampagne aktiv über Schutzmaßnahmen informiert. Wir aktualisieren unsere Mitarbeiter-Information täglich nach Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation sowie des Robert-Koch-Instituts“, sagte Jeannine Rapp. „Darüber hinaus wurde bereits mit Ausbruch des Virus eine so genannte Task Force etabliert, die alle Informationen und Aktivitäten bündelt. Auch hier halten wir uns an die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation sowie des Robert-Koch-Instituts, wie wir mit Verdachtsfällen oder mit bestätigten Krankheitsfällen umgehen. Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter steht hier im Vordergrund.“

Diese Regelungen gelten:

Laut Rapp gelten für alle ZF-Mitarbeiter in Europa und den USA folgende Regeln vorläufig bis Ende März:

1. Alle Mitarbeiter, die die Möglichkeit haben, im Home-Office zu arbeiten, können das in Absprache mit dem Vorgesetzten tun.

2. Für ZF-Mitarbeiter, die weiter an ihren Arbeitsplätzen im Unternehmen arbeiten, erweitert ZF die möglichen Schutzmaßnahmen vor einem Infektionsrisiko. Dazu gehören das Vermeiden von Kontakten bei Schichtübergaben, die Aufstellung von Desinfektionsmittelspendern sowie Maßnahmen in den Kantinen – wie zum Beispiel erweiterte Öffnungszeiten, erhöhte Reinigungszyklen und angepasste Speisenangebote.

3. Präsenz-Treffen sollten unterbleiben und wenn möglich als virtuelle Meetings durchgeführt werden. Wenn dennoch erforderlich, müssen die Anweisungen zu Hygiene und zum Abstandhalten hier streng befolgt werden.

4. Darüber hinaus gilt ein weltweites Reiseverbot: Dienstreisen erfolgen bei ZF nur noch in äußersten Ausnahmefällen.

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