Nur noch drei Pfarrstellen für Stemweder Kirchengemeinden Ab sofort greifen Veränderungen

Stemwede (WB/weh). Seit dem Jahresbeginn sind umfangreiche Veränderungen in den Kirchengemeinden Levern, Wehdem, Dielingen und Oppenwehe in Kraft getreten. So läuteten die Glocken in Levern am vergangenen Sonntagmorgen eine halbe Stunde früher als gewohnt zum Gottesdienst. Den Weg in die noch weihnachtlich geschmückte Kirche fanden trotzdem etliche Besucher. „Ja – in Levern feiern wir ab diesem Jahr um 9.30 Uhr Gottesdienst“, sagte ein Vertreter des Presbyteriums Levern.

Pfarrerin Sigrid Mettenbrink hielt am 5. Januar den ersten Gottesdienst in der Stiftskirche Levern um 9.30 Uhr. Presbyter Wilfried Heidemann, Küsterin Lilia Dshus und Presbyterin Ulrike Kollweier unterstützen sie dabei.
Pfarrerin Sigrid Mettenbrink hielt am 5. Januar den ersten Gottesdienst in der Stiftskirche Levern um 9.30 Uhr. Presbyter Wilfried Heidemann, Küsterin Lilia Dshus und Presbyterin Ulrike Kollweier unterstützen sie dabei. Foto: Julia Bode

Die neue Uhrzeit war nötig geworden, da in den vier Stemweder Kirchengemeinden zukünftig die Gottesdienste von drei statt bisher vier Pfarrern gehalten werden. Und so begrüßte Pfarrerin Sigrid Mettenbrink aus Oppenwehe die Besucher in der Stiftskirche.

Doch nicht nur die Uhrzeit änderte sich, auch im monatlichen Aufbau der Gottesdienste gab es eine Verschiebung. Die Kirchengemeinde Levern teilte mit, dass zukünftig am dritten Sonntag im Monat in der Johanneskapelle Twiehausen Gottesdienst gefeiert wird. Am zweiten Sonntag im Monat wird kein Gottesdienst veranstaltet.

Mitglieder-Rückgang in der evangelischen Kirche

Nach dem Gottesdienst in Levern verabschiedete sich Pfarrerin Mettenbrink nach Oppenwehe. Denn in allen Stemweder Kirchengemeinden hat sich 2020 die Gottesdienstzeit geändert: Levern und Wehdem feiern um 9.30 Uhr und Dielingen und Oppenwehe um 11 Uhr Gottesdienst.

Die umfangreichen Veränderungen hatten Vertreter der Kirche während der 1050-Jahr-Feiern in Levern und Wehdem sowie bei einem Mühlentag in Oppenwehe und bei der Waldweihnacht in Haldem vorgestellt. Anlass der Reform war unter anderem der Mitglieder-Rückgang in der evangelischen Kirche, bedingt durch den demografischen Faktor, aber vor allem auch durch Kirchenaustritte. So gibt die Landeskirche vor, dass auf 3000 Gemeindemitglieder nur eine Pfarrstelle zur Verfügung stehen soll. So war auch die Reduzierung der Pfarrstellen in Stemwede von vier auf drei bekannt gegeben worden

„In allen Gemeinden werden aber noch Sonntagsgottesdienste veranstaltet“, versprach Pfarrer Ulrich Klink bei der 1050-Jahr-Feier in Levern . Er hatte für die Evangelische Gemeindeberatung der Landeskirche gemeinsam mit der Mindener Presbyterin Helga Trölenberg die Planung des Veränderungsprozesses der vier Kirchengemeinden begleitet. Die Vertreter sahen sich häufig mit der Sorge der Stand-Besucher konfrontiert, bei nur drei Pfarrstellen für ganz Stemwede werde die Seelsorge am Menschen enorm leiden. Die Pfarrer versprachen, diese werde auch weiterhin gewährleistet, wenn ein Mensch Seelsorge benötigen würde.

Veränderung beim Unterricht für Katechumenen

„Es werden jedoch nicht alle gewohnten Gottesdienste und Gottesdienstzeiten eingehalten werden können“, sagte Klink damals. „Der Sonntagsgottesdienst kann ja auch abends sein.“ Haldem und Twiehausen blieben als Gottesdienststätten erhalten.

Nicht verringert wird die Zahl der Gemeindebüros: Jede Gemeinde behält ihr Büro vor Ort. Neu ist ein zentrales, digital vernetztes Gemeindebüro. Es soll einen zentralen Kalender für alle Pfarrer anlegen und ständig aktualisieren. Verwaltet werden darin auch Terminabstimmungen, etwa für Taufe, Trauungen oder Beerdigungen sowie die Koordination der Gemeindebriefe gemeinsam mit Ehrenamtlichen.

Die Stemweder Kirchengemeinden bleiben eigenständig, arbeiten aber zwangsläufig enger zusammen. Dafür sorgt ein Gemeinschaftsrat, in den jede Kirchengemeinde einen Presbyter und ein „sachkundiges Gemeindemitglied“ entsendet. Die Pfarrer sind nicht Mitglied im Gemeinschaftsrat. Das Gremium lenkt die neuen Prozesse, übernimmt die Terminkoordination aller wichtigen Veranstaltungen der Kirchengemeinden.

Eine starke Veränderung gibt es beim Unterricht für die Stemweder Katechumenen. Sie treffen sich im August/September gemeinsam zum ersten Unterricht im Gemeindezentrum Haldem. Von September bis Dezember sollen „Gemeindepraktika“ erfolgen, in denen die Katechumenen ihre Gemeinde kennen lernen. Sie können auch ein Krippenspiel für den Weihnachtsgottesdienst vorbereiten. Von Januar bis Dezember erfolgt gemeinsamer Unterricht für alle Jugendlichen im Gemeindezentrum Haldem. Von Januar bis zur Konfirmation bereiten die Konfirmanden in ihren Gemeinden die eigene Konfirmation vor. Die Pfarrer werden beim Konfirmandenunterricht von Ehrenamtlichen, Mitarbeitern der Jugendarbeit und externen Fachleuten unterstützt. Das können Diakonie, Hospiz oder Bestatter sein.

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