Joachim Spielker aus Waltrop baut in liebevoller Kleinarbeit ein 1:10-Modell nach Verliebt in den Leverner Kornspeicher

Stemwede (WB/weh). Wer schon mal gesehen hat, wie auswärtige Besucher bei ihrem Halt auf dem Mühlengelände in Levern aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, der weiß, dass die örtlichen Mühlenfreunde hier – zum großen Teil in ehrenamtlicher Arbeit – ein tolles Ensemble geschaffen haben. Mühle, Backofen, Kornspeicher, Bokemühle, Altmaschinenhalle, Heuerlingshaus und Co beeindrucken auf Anhieb.

Viele Arbeitsstunden hat Hobby-Modellbauer Joachim Spielker aus Waltrup in sein 1:10-Modell vom Leverner Kornspeicher, hier das Dach, investiert. Sogar ein Richtkranz wurde nachgestellt.
Viele Arbeitsstunden hat Hobby-Modellbauer Joachim Spielker aus Waltrup in sein 1:10-Modell vom Leverner Kornspeicher, hier das Dach, investiert. Sogar ein Richtkranz wurde nachgestellt.

Der Waltroper Joachim Spielker hingegen war noch nie an der Mühle, doch ihm ist Areal durch intensive Recherche vertraut. Das Leverner Mühlengelände wird er mit seiner Frau in diesem Jahr zum ersten Mal besuchen. Dann nimmt ein ganz bestimmtes Gebäude besonders in den Blick: Es ist der Kornspeicher, der ihn fasziniert und von dem er in aufwendiger Kleinarbeit ein beachtenswertes Modell im Maßstab 1:10 angefertigt hat.

Modellbau als Hobby

Nach seinem altersbedingtem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben möchte sich Joachim Spielker dem Modellbau als Hobby intensiver widmen. Bei seiner Internetrecherche und Suche nach einem geeigneten Objekt für seine erste größere Arbeit entschied er sich für den Leverner Kornspeicher.

Mit fachkundiger „Fernunterstützung” von Rudolf Büscher ist mit viel Engagement ein sehr sorgfältig bis ins Detail gearbeitetes Modell des Speichers entstanden. Rudolf Büscher hat während seines Berufslebens in einem Stemweder Zimmereibetrieb gearbeitet und selbst schon Modelle gebaut. Als Zimmermeister verfügt er über die Kenntnisse und Erfahrungen, um mit kleinen und großen Holzarbeiten richtig umzugehen. So lieferte er auch die genauen Aufmaße des Gebäudes.

„Das Modell ist ein Hingucker geworden, und wenn das Fernsehprogramm mal nicht so gut ist, schweift der Blick immer wieder zu diesem schönen Blickfang”, freut sich Spielker über seines größeres Werk. “Ein Richtfest mit Spruch war Ehrensache, und für die Deko sorgte dann meine Frau.“

Liebe zur Detailtreue

Der Modellbau war allerdings eine Herausforderung: „Beeindruckend ist die Summe von bis zu 80 Bauteilen für jedes Stockwerk, sagt Spielker. Auffallend an seinem Werk ist die Liebe zur Detailtreue, etwa beim Giebelschmuck, der aus dem so genannten Geckpfahl besteht. Es ist senkrecht angebrachter Holzbalken am oberen Ende des Giebels eines Fachwerkhauses. Man findet ihn häufiger in Westfalen vor allem im Ravensberger Land. Im benachbarten Niedersachsen wurden die Dächer häufig mit gekreuzten Pferdeköpfen verziert.

Großes Interesse an Mühlengelände

„Es ist erfreulich, dass nicht nur Besucher aus dem Nahbereich, sondern auch an Architektur und Heimatkunde interessierte Menschen von weither auf unser Mühlengelände in Levern kommen und Interesse an einzelnen Objekten zeigen“, freut Mühlenvereinsvorsitzender Friedrich Klanke. „Dabei erhalten wir viel Lob und positive Rückmeldungen für das ehrenamtliche Engagement, das unsere Vereinsmitglieder in den vergangenen vier Jahrzehnten seit Wiederaufbau der Windmühle 1980 geleistet haben.“

Klanke freut sich über das Werk von Joachim Spielker – und natürlich auf den angekündigten Besuch des Waltropers in Levern.

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