Fachausschuss vermutet verstärkte Anmeldungen von Kindern an Oppendorfer Schule
Schülerzahlen in Haldem sinken

Stemwede (WB). “Gibt es eine Erklärung dafür, dass die Schülerzahlen an der Grundschule Haldem so stark zurückgegangen sind?” Diese Frage hat der Ratsherr Jürgen Lückermann (FWG) während der Sitzung des Stemweder Ausschusses für Bildung, Generationen, Sport und Kultur gestellt. Eine klare Antwort darauf erhielt er nicht, weil niemand ganz genau wusste, auf welche anderen Schulen die Eltern ihre Kinder schicken. Es lag aber nahe, dass vor allem die Freie Evangelische Grundschule in Oppendorf von Kindern aus dem Einzugsbereich der Haldemer Montessori-Schule profitiert.

Samstag, 07.12.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 07.12.2019, 05:03 Uhr
Die Haldemer Montessori-Grundschule (hier eine ältere Aufnahme) hat zurückgehende Schülerzahlen verzeichnet. Foto: Wehbrink

„Bewerten nicht das Elternverhalten“

War die Haldemer Schule noch im Schuljahr 2015/2016 mit 186 Kindern die mit Abstand stärkste der drei gemeindlichen Stemweder Grundschulen  (Levern: 118 Schüler; Oppenwehe: 124 Schüler), sanken danach die Zahlen von Jahr zu Jahr. Jetzt, im Schuljahr 2019/2020, sind es nur noch 123 Haldemer Schüler, während Levern 106 aufweist und Oppenwehe mit 136 Schülern sogar die zahlenmäßig stärkste Grundschule ist. Levern und Oppenwehe sind somit relativ stabil geblieben. „Wir bewerten als Verwaltung in öffentlichen Sitzungen nicht das Elternwahlverhalten“, antwortete Bürgermeister Kai Abruszat auf Lückermanns Frage. „Ich habe die Entscheidung der Eltern nicht zu kommentieren. Mein Eindruck ist, dass in Haldem, Levern und Oppenwehe ordentliche und gute Arbeit geleistet wird.“

Die Gemeinde befasse sich nicht mit der Ausrichtung von Schulen. Dies sei Angelegenheit der inneren Schulorganisation, sagte Abruszat. Die Gemeinde sei lediglich für die äußeren Bedingungen ihrer Schulen zuständig.

Ausschussvorsitzender Jürgen Gläscher gab zu bedenken, dass sich das Wahlverhalten der Eltern ändere und diese Diskussion jedes Jahr im Fachausschuss wieder auftauche.

„Oppendorfer Schule wächst“

„Wenn ich mir mit Blick auf die Freie Evangelische Grundschule in Oppendorf die Zahlen für Levern und Oppenwehe anschaue, sieht es nicht so aus, dass die fehlenden Haldemer Schüler in den beiden anderen öffentlichen Grundschulen auftauchen“, bemerkte Uta Gesenhues (Grüne).

„Die Evangelische Grundschule in Oppendorf entwickelt sich mit Blick auf die Schülerzahlen wachsend“, räumte Kai Abruszat ein. „Sie verfügt über ein Schulprofil, dass offensichtlich von einem Teil der Stemweder Bürgerschaft nachgefragt wird. So gibt es immer mal wieder Wellenbewegungen bei den Schülerzahlen, bei der einen Einrichtung in die eine, bei der anderen ins Gegensätzliche. Ich glaube, dass wir gerade im Bereich der Primarstufe die richtigen Entscheidungen getroffen haben: nämlich drei dezentrale Grundschulen zu behalten und auch zu stärken.“

„Trends im Auge behalten“

Trotzdem könnten Eltern aufgrund des Wegfalls der verbindlichen Schulbezirksgrenzen ihre Wahl selbst treffen, und das sei gut so, betonte der Bürgermeister. „Eltern, die ihre Kinder nach Oppendorf schicken wollen, sollen ebenso zu ihrem Recht kommen. Die Gemeinde tut gut daran, nicht zum Zensor von Lebensentwürfen ihrer Bürger zu werden. Und wir als Gemeinde sind gut beraten, unsere eigenen Schulen so gut wie möglich auszustatten. Die Trends, die es immer mal gibt, muss man natürlich im Auge behalten.“

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