Bücherstube Dielingen hat neue Räume bei »Phase K« bezogen »Bring und nimm« an neuer Stelle

Stemwede (WB). »Bitte klopfen«, heißt es an der Tür der Bücherstube Dielingen. Die kleine Bücherei, die genügend kostenlosen Stoff für Leseratten aus Dielingen bietet, ist umgezogen. War vorher das alte Pfarrhaus das Domizil, so sind Bücher und die Ehrenamtlichen jetzt an der Dielinger Straße 57 bei »Phase K« untergebracht.

Von Michael Nichau
Martina Fangmeyer, Ingrid Borth-Frank, Ruth Prenzler und Jessica Teddendieck gehören zu den Ehrenamtlichen. Die Bücherstube wird von der Dielinger Runde (Simone Fieseler, rechts) vertreten. Ina Kraschewski (2. von rechts) stellt die Räume.
Martina Fangmeyer, Ingrid Borth-Frank, Ruth Prenzler und Jessica Teddendieck gehören zu den Ehrenamtlichen. Die Bücherstube wird von der Dielinger Runde (Simone Fieseler, rechts) vertreten. Ina Kraschewski (2. von rechts) stellt die Räume. Foto: Michael Nichau

Klopfen müssen die Leseratten deshalb, weil die Zugangstür zu dem Bücherzimmer im Erdgeschoss an der Außenseite keine Klinke hat. »Das fördert ja die Kommunikation und man kann schon mal Hallo sagen«, meint Martina Fangmeyer, eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, die die kleine Bücherei betreuen.

Sieben Frauen kümmern sich darum, dass in der Bücherstube »alles läuft«. Mit dabei sind neben Martina Fangmeyer, Ingrid Borth-Frank, Ruth Prenzler, Jessica Teddendiek, Brunhilde Tiegs, Johanna Morgenschweiss und Claudia Schaaf-Gendig. Die Bücherstube steht dabei unter der Regie der Dielinger Runde, vertreten durch Simone Fieseler.

Neue Möglichkeit

Die Dielinger Runde hat mit Schließung der Gemeindebücherei am 31. Dezember 2011 beschlossen, den Bürgern weiter die Möglichkeit zu geben, kostenlos Bücher zu lesen. Das Konzept ähnelt dabei den öffentlichen Bücherschränken, wie sie unter anderem im E-Center in Levern und auf dem Parkplatz Ortgies in Rahden zu finden sind: »Bring und nimm« lautet das Motto. »Jeder, der ein Buch lesen möchte, bringt ein eigenes Buch mit und darf sich ein anderes mitnehmen«, erläutert Fieseler das Prinzip.

»Wir nehmen das aber nicht zu genau. Es wird nicht abgezählt. Irgendwie kommen immer wieder neue Bücher heran«, sagen die Mitarbeiterinnen. Somit sei auch der ursprüngliche Start-Bestand der Gemeindebücherei nicht mehr vorhanden. »Es sind fast alles neuere Bücher.«

Einfach und kostenlos

»Das ist eine einfache und kostenlose Möglichkeit. Wer zu Hause ein prall gefüllten Bücherregal hat, kann gerne davon mal etwas mitbringen«, sagen die ehrenamtlichen Bücherstuben-Frauen. »Wir freuen uns über jede Spende«, heißt es. Dabei schränken die Frauen ein: »Ganz alte Werke und schlecht erhaltene Bücher brauchen wir hier nicht.«

Es seien schon die klassischen Romane, Krimis und Sachbücher, die gelesen werden. »Sonst gibt es zu viele Ladenhüter. Gemeint sind damit auch – zum, Leidwesen der älteren Semester – etwa die Werke von Karl May oder Jules Verne. »Das wird absolut nicht mehr gelesen«, meint Martina Fangmeyer.

Vorlese-Kooperation

Auch sei in der kleinen Bücherei eine ganze Reihe von guten Kinderbüchern vorhanden. »Wir haben eine Kooperation mit dem, Kindergarten. Die kommen dann auch zum Vorlesen vorbei«, sagt Simone Fieseler. Doch die Mitarbeiterinnen meinen sehr zu ihrem Bedauern: »Die Jugendlichen lesen ansonsten kaum noch Bücher.«

2000 Bücher vorhanden

Auf 2000 Exemplare schätzen die Mitarbeiterinnen – auch sie suchen nach Hilfe und Nachwuchs – den Bestand der Dielinger Bücherstube. Diese sind jetzt in einem kleineren Büro bei »Phase K« untergebracht.

Seit dem 1. Oktober 2019 stellt Geschäftsführerin Ina Kraschewski den Raum zur Verfügung. Sie betreibt im Gebäude an der Dielinger Straße eine Agentur für telefonische Kundenbetreuung und vermietet Büroräume.

Umzug in neue Räume

Der Umzug erfolgte am 19. Oktober. Er wurde erforderlich, weil die Kirchengemeinde Bedarf an der bisher genutzten Wohnung im alten Fachwerk-Pfarrhaus angemeldet hatte. Jürgen Gräber, Vorsitzender der Dielinger Runde vermittelte den Kontakt zum jungen Unternehmen. Geöffnet hat die Bücherstube jeweils montags von 16 bis 18 Uhr und donnerstags von 10 bis 16 Uhr. »In den kleinen Ferien ist geschlossen. In den Sommerferien ist geöffnet«, sagen die Mitarbeiterinnen und hoffen auf viele Leser in den neuen Räumen an der Dielinger Straße.

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