Am Mittwoch, 6. November: Bauerngottesdienst in Stemwede-Dielingen »Landwirte sind nicht die Sündenböcke für alles«

Stemwede (WB). Zu einem besonderen Bauerngottesdienst laden die Landwirtschaftlichen Ortsverbände Dielingen und Drohne für Mittwoch, 6. November, 18.30 Uhr, in die St. Marien-Kirche Dielingen ein. Anschließend erfolgt im benachbarten »Raum für Gemeinde« ein Gedankenaustausch. Das Thema: Die derzeit überall zu sehenden »Grünen Kreuze« am Wegesrand und die derzeitige Stimmung in der Landwirtschaft.

Zu einem Bauerngottesdienst laden die Ortsverbände Dielingen und Drohne für Mittwoch, 6. November, ein. Die Idee eines speziellen Gottesdienstes stammen (von links) von Pastor Michael Beening sowie dem Ortsverbandsvorsitzenden aus Drohne, Michael Schumacher, dem Gemeindeverbandsvorsitzenden Joachim Schmedt und dem Drohner Vorstandsmitglied Marc Gülker.
Zu einem Bauerngottesdienst laden die Ortsverbände Dielingen und Drohne für Mittwoch, 6. November, ein. Die Idee eines speziellen Gottesdienstes stammen (von links) von Pastor Michael Beening sowie dem Ortsverbandsvorsitzenden aus Drohne, Michael Schumacher, dem Gemeindeverbandsvorsitzenden Joachim Schmedt und dem Drohner Vorstandsmitglied Marc Gülker.

Hintergrund sind auch die vielen Protestaktionen der vergangenen Woche in ganz Deutschland, initiiert vor allem von jungen Landwirten und Landwirtinnen, wie etwa der Schlepperkorso im Kreis Minden-Lübbecke.

Alle Interessierten sind eingeladen

Die Idee eines Bauerngottesdienstes stammen von Pastor Michael Beening sowie dem Gemeindeverbandsvorsitzenden Joachim Schmedt, dem Ortsverbandsvorsitzenden von Drohne, Michael Schumacher, und dem Drohner Vorstandsmitglied Marc Gülker. Sie laden alle Landwirte und Interessierten aus Stemwede und Umgebung gemeinsam zu diesem Gottesdienst ein.

»Pastor Beening unterstützt mit dem grünen Kreuz in unserer Kirche den stillen Protest der Landwirte«, erklärt Schmedt. »Insbesondere deshalb, weil sich immer mehr Landwirte an den Rand der Gesellschaft gedrückt fühlen.« Dass die Bauern täglich, 365 Tage im Jahr, auch an den Wochenenden und Feiertagen, für Nahrungsmittel in höchster Qualität sorgen würden, sei vielen in Vergessenheit geraten.

»Jedes Tier ist für uns wichtig«

»Landwirtschaftliche Betriebe entwickeln sich weiter und wir lernen aus den Fehlern der Vergangenheit, aber wir benötigen auch die notwendige Luft zum atmen«, erläutert Schmedt. Landwirtschaft finde »draußen« statt, nicht in einer Fabrikhalle. Landwirte lebten mit ihren Nutztieren. »Jedes Tier ist für uns wichtig, ein Individuum und nicht aus der Retorte«, betont Schmedt.

»Wir sind zu Veränderungen bereit, aber vieles können wir nicht gleich von heute auf morgen stemmen«, untermauert der Gemeindeverbandsvorsitzende. »Es wird nicht einfach eine Maschine ausgetauscht.« Entscheidungen und Investitionen hätten immer die Tragweite einer Generation. Leider seien politische Entscheidungen heute – so wie das Wetter – unplanbar. »Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen. Wir sind nicht der Sündenbock für alles in Gesellschaft und Politik. Die Landwirte fragen sich: Kann man dem Bauern von nebenan nicht auch mal Danke sagen für die geleistete Arbeit in unserem Land? Wie oft wird der Landwirt von nebenan um Hilfe gebeten: Kannst du mal eben mit deinem Trecker kommen?«

Die Bauern wollen den Dialog. »Jeder ist zum der Veranstaltung am Mittwoch eingeladen und natürlich die Landwirte aus Stemwede und Umgebung«, betont Schmedt.

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