Leverner Elektrizitätsgesellschaft feiert Jubiläum mit vielen Gästen
Vor 100 Jahren kam Strom auf’s Land

Stemwede (WB). Im beschaulichen Stiftsort Levern jagt in diesem Jahr ein Jubiläum das nächste. Nicht nur, dass der Ort selbst kürzlich sein 1050-jähriges Bestehen feiern konnte, am Samstag beging auch die Elek­trizitätsgesellschaft Levern ihren 100. Geburtstag. Gefeiert wurde mit vielen Gästen in den Gärten von »Rila erleben«.

Montag, 02.09.2019, 06:00 Uhr
Vorstand und Aufsichtsrat der Elektrizitätsgesellschaft Levern haben bei »Rila erleben« den 100. Geburtstag des Unternehmens gefeiert (von links): Piet Meulenkamp: Karl-Heinz Warner, Ralf Wenzel, Florian Reckmann, Andre Kutsche, Karl-Jürgen Kramer, Karl-Ernst Vorbröker, Gerhard Stegmann und Heidi Helmich. Es fehlen Robert Howsa und Dr. Heinrich Hartmann.

Vorstandsvorsitzender Andre Kutsche freute sich, dass neben vielen Ehrengästen und Geschäftspartnern auch Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat den Weg nach Levern gefunden hatte. »100 Jahre E-Genossenschaft ist schon ein stolzes Wort«, würdigte Kutsche das Bestehen.

Zu 91 Mitglieder

Vorsitzende aus drei Generationen (von links): Werner Hafer, Andre Kutsche und Horst Weitkamp.

Vorsitzende aus drei Generationen (von links): Werner Hafer, Andre Kutsche und Horst Weitkamp. Foto: Heidrun Mühlke

Am 31. August 1919 wurde der Entschluss gefasst, die Gesellschaft zu gründen, damit auch die Menschen auf dem Land mit Strom versorgt werden können. 91 Mitglieder hatten spontan ihren Beitritt erklärt und 50 Jahre später, 1969 verfügte die E-Gesellschaft bereits über ein Leitungsnetz von 36.000 Metern, sechs Trafostationen und lieferte 1,7 Millionen Kilowattstunden Strom. »Für damalige Verhältnisse gewaltige Mengen«, machte Kutsche deutlich.

Heute umfasst das Leitungsnetz 55.000 Meter, zehn Trafostationen und liefert 4 Millionen Kilowattstunden Strom. Seit 2012 ist das Unternehmen nur noch Netzeigentümer und Stromlieferant, der Netzbetrieb und die Betriebsführung wurde an die Westnetz GmbH verpachtet.

Interessante Facetten

»Die 100-jährige Geschichte der E-Gesellschaft ist breit aufgestellt und voll von interessanten Facetten«, sagte Bürgermeister Kai Abruszat. Sowieso sei die Geschichte der Elektrizität spannend und eine Historie von weltweiten wie auch lokalen Helden. Die Namen der hiesigen Gründungsmitglieder tauchen auch heute noch in der Historie Leverns auf.

Es sei typisch für Stemwede, lobte der Verwaltungschef. »Es gab ein Problem und das haben die Menschen schon vor 100 Jahren selbst in die Hand genommen. Nicht gewartet auf Lösungen von höherer Stelle, sondern den Sozialraum, Nachbarschaft und Ortsteil selbst gestaltet. »Dieses eigenständige Denken prägt Stemwede auch heute noch«, zollte Abruszat den Bürgern Respekt.

Schaltkästen bemalt

Um alle Mitglieder und Stromkunden in Levern an diesem besonderen Ereignis teilhaben zu lassen und darüber hinaus noch das Dorfbild zu verschönern, wurden bereits sieben der vorhandenen Kabelverteilerschränke vom Kunst- und Fassadenmaler, Piet Meulenkamp, mit Motiven aus dem historischen Ortskern oder Wunschmotiven der Anwohner am Standort des Schrankes bemalt. Weitere werden noch folgen.

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