Wie ein Hund an der Leine: Handzahmes Schaf ist der Liebling der Besucher
»Elvis« rockt Schäferhoffest

Stemshorn (WB/hm). Das Sommerfest auf dem Stemshorner Schäferhof ist ein Publikumsmagnet. Die jüngste Auflage des beliebten Hoffestes, das Schäfermeister Michael Seel in Kooperation mit dem Verein Naturraum Dümmerniederung organisiert hatte, lockte hunderte Besucher auf das weitläufige Gelände – viele davon aus dem Altkreis Lübbecke.

Mittwoch, 07.08.2019, 14:00 Uhr

Die Voraussetzungen hätten kaum besser sein können, denn Temperaturen um die 25 Grad, Sonnenschein und ein lauer Wind machten den Ausflug zum Schäferhof zu einem naturnahen sommerlichen Ereignis am Huntedeich, ganz in der Nähe des Dümmer Sees. Neben einem bunten Programm mit Vorführungen alter Handwerkstechniken wie beispielsweise Wollespinnen oder Sensendengeln, gaben die Jagdhornbläser des Hegerings Lemförde einen Einblick in ihr Wirken. Des Weiteren boten einige Aussteller Schönes zum Mitnehmen für zu Hause und die jüngsten Besucher erfreuten sich auf der Strohpyramide und beim Ponyreiten.

Landschaftspflege im Moor und auf Deichen

Über die Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen konnten sich die Gäste genauso informieren wie über hiesigen Naturschutz in der Dümmer-Region. Schäfermeister Michael Seel freute sich, dass viele Besucher auch mit großem Interesse an seiner Arbeit zum Hoffest gekommen waren. Etwa 800 Schafe hält Seel auf dem Schäferhof und betreibt mit ihnen Landschaftspflege im Moor und auf den Deichen.

Er sei Schäfer mit Leib und Seele, erzählt der 50-Jährige. Schon früh sei für ihn klar gewesen, dass er sich in der Landwirtschaft einbringen wollte. Sein Hang ging zu Schafen und Bienen und so machte er eine Ausbildung zum Schäfer. Mit der Übernahme des Schäferhofes in Stemshorn sei für ihn ein Traum in Erfüllung gegangen. »Es steckt viel Arbeit dahinter«, weiß der Schäfer und freut sich, dass seine Familie ganz und gar hinter ihm steht.

Erfolg bei Jungzüchtermeisterschaft

Auch die beiden Töchter, Laura (20 Jahre) sowie Inka (13 Jahre) engagieren sich in der Schäferei. Besonders Inka scheint in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Sie selbst züchtet erfolgreich Schafe und holte bei den Jungzüchtermeisterschaften in Oldenburg vor zwei Jahren den fünften Platz für ganz Deutschland.

»Es macht mir Spaß, mit den Tieren umzugehen«, sagt sie und lockt »Elvis« zu sich. »Elvis« war der Fotostar am Sonntag. Mit dem gutmütigen Schaf durften die Besucher im rustikalen kleinen Studio beim Fotoshooting posieren. »Elvis« wurde im Februar geboren, bekam den Namen verpasst – und entpuppte sich später als weibliches Schaf, aber der Name blieb.

Schlaue Hütehunde

»›Elvis‹ war ein Flaschenkind«, erzählte Inka, daher sei das Schaf sowieso schon recht zutraulich gewesen. »Ich habe ›Elvis‹ zunächst vorsichtig an das Halsband gewöhnt und kurze Zeit später an die Leine«, berichtet Inka stolz. Und so ließ sich »Elvis« am Sonntag wie ein Hund an der Leine umher führen.

Apropos Hund: Mit seinen Hütehunden demonstrierte Michael Seel eindrucksvoll, wie sich eine ganze Schafherde mit ausgebildeten Vierbeiner steuern lässt. Ein kulinarisches Angebot rundete das Schäferhoffest ab. Der Erlös aus der frisch zubereiteten sizilianischen Reispfanne war für die an Krebs erkrankte Sveentje Friedrichs aus Lemförde bestimmt.

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