Abordnung aus der Gemeinde ist zu Gast beim Musikfest in französischer Partnerstadt Lardy begeistert Stemweder Delegation

Stemwede/Lardy (WB). »Das war Spitze«, lautete die Meinung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der dritten Fahrt in Stemwedes Partnerstadt Lardy. Zwar gab es nach 13-stündiger Busreise keine Luftsprünge, aber die Stemweder waren dennoch gut gelaunt.

Der Spielmannszug aus Reiningen-Dielingen hat auch den musikalischen Auftakt zu einem Fußballturnier in Lardy bestritten.
Der Spielmannszug aus Reiningen-Dielingen hat auch den musikalischen Auftakt zu einem Fußballturnier in Lardy bestritten.

Vom 20. bis zum 23. Juni waren die Stemweder nach »Ville de Lardy« gereist. Das »Comité de jumelage Lardy» (Partnerschaftsausschuss Lardy) hatte zur »Fête de la Musique«, einem Internationalen Musikfest eingeladen.

Was lag da näher als die Teilnahme des Deutschen Meisters 2019 in der Kategorie »Traditionsspielleutekorps«? Diesen begehrten Titel errangen die Spielleute vom »Spielmannszug Reiningen-Dielingen« beim Deutschen Musikfest in Osnabrück. Von 32 Aktiven nahmen 20 Spielleute am französischen Musikfest teil. Dazu gesellten sich noch zehn Sänger des gemischten Chors »Echolot«, sowie zwölf weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Abfahrt in Dielingen

Gestartet wurde in Dielingen. Dort sammelte Busfahrerin Manuela zuerst die Dielinger Spielleute und ihre Instrumente ein. Der Rest der Reisegruppe sollte am Life House in Wehdem zusteigen. Doch es gab große Augen, als die Kofferraumluke des Busses geöffnet wurde. »Wo sollen wir denn unsere Koffer unterbringen, ist ja schon fast alles voll« lautete der erstaunte Ausruf der Wartenden.

Böhm- und Piccoloflöten, Kesselpauken, Marimba, Xylophone, ein stattliches Drumset, Kongas, diverse andere Kleininstrumente und Notenständer umfasste das Equipment des Spielmannszuges. Mit vereinten Kräften wurden die restlichen Gepäckstücke verstaut.

Nachdem der »Reiseleiter« Hervé Guennoc, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Stemwede-Lardy, seine »Schäfchen« durchgezählt hatte, ging es los in Richtung Frankreich.

Unfall bei der Fahrt

Bis kurz hinter Wuppertal verlief die Fahrt reibungslos, doch dann wurde der Bus in einen Auffahrunfall verwickelt. Aufgrund der schnellen Reaktion der erfahrenen Busfahrerin konnte Schlimmeres verhindert werden, es gab zum Glück keine Personenschäden. Leider kostete dieser Zwischenfall über eine Stunde Zeit. Daher traf die Reisegruppe erst mit Verspätung auf dem Campingplatz »Le Parc des Roches« in der Nähe von Lardy ein. Dort übernachtete ein Großteil der Gruppe, einige wurden aber auch privat untergebracht.

Begrüßung war herzlich

Manche Teilnehmende reisten zum ersten Mal mit der Stemweder Delegation, andere waren schon öfters in Lardy oder hatten über Pfingsten 2018 Gäste aus Lardy bei sich zu Hause aufgenommen. Die Wiedersehensfreude war groß. Aber auch die »Neulinge« wurden begrüßt.

»Mit jedem Zusammentreffen bin ich beeindruckt, wie einfach Partnerschaft und Verständigung trotz Sprachbarrieren sind. Mit dem Anders-Sein Neugierde wecken, mit Toleranz Neues entdecken, mit grenzenloser Herzlichkeit miteinander Lachen und immer neue Pläne schmieden«, schwärmte Edith Meier-Heßlau.

Programm für die Gäste

Jean Armand und sein Team vom Partnerschaftverein hatten ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet, darunter ein Besuch in Paris: Zu Fuß ging es dort vorbei an verschiedenen Sehenswürdigkeiten zum Wahrzeichen der Stadt, dem Pariser Eiffelturm. Bei bestem Wetter folgte eine Bootstour auf der Seine, unter anderem vorbei an der vom Brand beschädigten »Notre Dame«. Wer wollte, konnte anschließend noch das Stadtviertel um den Eiffelturm mit den Sehenswürdigkeiten »Les Invalides, Le Grand et Petit Palais, Champs de Mars, Assemblée Nationale, Musée de la Légion d’honneur, Musée d’Orsay« erkunden. Oder einfach die Sonne in einem Pariser Café entlang der Seine genießen und das bunte Treiben an den Ufern beobachten.

Gemeinsam erkundet

Sandra Ruwe, die bereits 2014 im Zuge eines Schüleraustausches in Paris war und die diesmal ihren Freund sowie ihren Bruder dabei hatte, stellte fest: »Wir drei sind uns einig: Paris kann man einfach immer wieder besichtigen. Es ist aber viel schöner, die Stadt gemeinsam mit den Franzosen zu erkunden. Es gibt viel mehr Hintergrundinformationen und ›Insider-Tipps‹. Land und Leute, aber auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede unserer beiden Kulturen lernt man doch erst richtig durch persönlichen Kontakte und gemeinsamen Austausch kennen.«

Spielleute proben

In Lardy sollte am Abend im Stadtpark die Eröffnung des Musikfestes erfolgen. Zunächst mussten aber alle Musikinstrumente aus dem Bus ausgeladen werden. Quer durch die Stadt trugen die Spielleute ihre Instrumente in den Probenraum, um sich dort »warm« zu spielen.

Währenddessen hatten die anderen Mitreisenden Freizeit. Die Mitglieder des Echolot-Chors standen gerade vor der Eglise St. Pierre, als eine Dame die Kirchentür verschloss. Kurzerhand wurde die Küsterin gefragt, ob denn eine kurze Besichtigung noch möglich sei. Zum Glück schloss die Dame noch mal auf und die kleine Sängertruppe freundete sich sofort mit der Akustik in der Kirche an. Von der spontanen Gesangseinlage war die Französin so begeistert, dass sie ihre örtliche Chorleiterin anrief.

Wenige Minuten später war für den Abend eine gemeinsame Probe mit dem örtlichen Chor vereinbart sowie die Teilnahme an der Messe am nächsten Abend. »Diese Aktion stand auf keinem Programm und hat sich nur durch die Offenheit der beteiligten Personen entwickelt, ein tolles Erlebnis«, kommentierte Helmut Unger die spontane Aktion.

Mehrere Stücke gespielt

Abends machten sich der Spielmannszug Reiningen-Dielingen und der Chor Echolot für ihre Auftritte bereit. Die Spielleute begannen mit den Musikstücken »Irish Party«, »Sussex by the sea« und »The Rose«. Die Stemweder Interpretation des weltbekannten Nummer-Eins-Hit »Gangnam Style« kam besonders gut an und nach der »Europahymne« zum Abschluss gab es viel Applaus.

»Echolot begeistert«

Danach betraten die Sängerinnen und Sänger von Echolot die Bühne. Zusammen mit Jugendlichen der örtlichen Musikschule und einer französischen Band wurden die Lieder »Oh happy Day« und »Halleluja« vorgetragen. Manche sangen die bekannten Lieder mit und auch dieser Auftritt wurde mit Applaus belohnt. Nach »getaner Arbeit« konnten sich alle mit Snacks und Getränken stärken und den schönen Abend genießen.

Auf dem Sportplatz von Lardy wurde das internationale U-13-Fußballurnier mit einem Auftritt der Fanfare Bouray-Janville-Lardy und des Spielmannzugs Dielingen-Reiningen eröffnet. Nachmittags stand die Besichtigung des »Chateau de Courances« auf dem Programm. Der Abend stand zur freien Verfügung. Die privat Untergebrachten nutzten diese Zeit mit ihren Gastgeberinnen und Gastgebern.

Abschied nach drei Tagen

Der letzte Tag der Reise begann mit einem gemeinsamen französischen Frühstück auf dem Campingplatz. Abschiedsgeschenke wurden ausgetauscht, noch einige Gruppenfotos geschossen und dann ging es wieder heim in Richtung Deutschland.

Sandra Ruwe erklärte zum Abschluss: »Das Programm hat definitiv für jeden etwas bereitgehalten. Für mich war es schön, meine Französischkenntnisse anwenden zu können und wir wären gerne noch ein paar Tage länger geblieben.«

Während der Rückreise im Bus ließ man die Reise bei lebhaften Gesprächen noch mal Revue passieren.

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