Fohlen und Stuten begeistern in Destel Jury und Publikum
Nach dem Schaulauf kommt der Pieks

Stemwede (WB). »Wie bitte!? Nicht mehr auf der Weide herumtollen, sondern mit Mama auf den Pferdeanhänger gehen?« Manches Fohlen, das während der Stutenschau in Destel vorgestellt wurde, hat mit der Fahrt zum Gelände des dortigen Reitervereins seinen ersten – unfreiwilligen – Ausflug gemacht.

Mittwoch, 03.07.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 03.07.2019, 09:12 Uhr
Da kommen Vorführer ins Schwitzen: Fohlen müssen an der Seite ihre Mütter freilaufend ihre Trabbewegungen zeigen. Foto: Dieter Wehbrink

In Destel veranstaltete das Westfälische Pferdestammbuch, der offizielle NRW-Warmblutzuchtverband, zum ersten Mal diese Schau. Trotz der großen Hitze waren etliche Zuschauer gekommen.

Transponder wird implantiert

Die Fohlen, zwischen sechs Monaten und wenigen Wochen alt, wurden dort an der

Fohlen- und Stutenschau in Stemwede

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Foto: Dieter Wehbrink
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Seite ihrer Mütter einer Jury präsentiert, bewertet und danach »gechippt«. Durch diesen Pieks in den Hals mit einer Spritze wird ein Transponder mit Nummer unter die Haut implantiert. Dieses Verfahren ersetzt den früheren Schenkelbrand mit dem heißen Eisen. Letzteres ist aus Tierschutzgründen nicht mehr erlaubt.

Der Mikrochip unter der Pferdehaut kann mit einem Gerät ausgelesen werden und ergänzt dank seiner Nummer den »Personalausweis« des Pferdes. Den gab es in Destel noch zusätzlich. Der Equidenpass ist ein Identitätsdokument für Pferde, das zur Umsetzung einer EU-Verordnung eingeführt wurde. Das Dokument ist für Pferde und Esel vorgeschrieben und muss sogar beim Transport der Tiere mitgeführt werden. Um auch die letzte Verwechslungsgefahr auszuschließen, werden in dem Pass die Kopfblessen und – falls vorhanden – weiße Fesseln und sogar Haarwirbel in ein Pferdeprofil gemalt – »ähnlich wie ein Motivausmalen im Kinderbuch«, witzeln Kritiker.

Wirkt der Gesamteindruck edel?

Bei so viel Bürokratie mit kleinen Fohlen stand aber die Qualität des Pferdenachwuchses im Mittelpunkt. Hat das Fohlen einen guten Knochenbau, vor allem korrekt konstruierte Beine? Wirkt der Gesamteindruck edel? Kann das Fohlen raumgreifend traben? Wie ergiebig ist die Schrittlänge? Dies alles interessierte die Jury, denn hier kann der Fachmann schon die spätere Eignung der Fohlen als künftiges Dressurpferd erkennen.

Wilken Treu, Zuchtleiter des westfälischen Verbandes aus Münster, sowie Fachfrau Claudia Meckmann-Dorsel, Inhaberin eines Reitstalls in Münster, und Dr. Wolfgang Kluge, Kreisvorsitzender Minden-Lübbecke der Pferdezüchter, bewerteten die Fohlen. Später stellten sich auch dreijährige Stuten ohne Fohlen, denen große züchterische Hoffnungen gelten, der Jury.

Kraft, Schnelligkeit, Anmut

Fachleute wie auch Laien hatten jedenfalls große Freude auf dem Platz, den der Reiterverein Destel ehrenamtlich liebevoll hergerichtet hatte und dafür ein dickes Dankeschön von Dr. Kluge erhielt. Vor allem besonders kecken Fohlen, die sich auch schon mal mutig von ihrer Mutter lösten und einen kleinen Solo-Galopp auf dem Gelände einlegten, ließen erahnen, wie viel Kraft, Schnelligkeit und Anmut sie später mal als erwachsene Pferde haben werden.

An die Spitze jener Fohlen, die aufgrund ihrer Abstammung eine Karriere im Springparcours vermuten lassen, stellte die Jury ein Fohlen von Wilhelm Meiering, Lübbecke. Es hat den westfälischen Hengst »Comme il faut« zum Vater. Die Fohlenmutter stammt ab von Holsteiner »Achill-Libero H«. Bei den dressurveranlagten Fohlen siegte ein Fohlen von Wilhelm Hess aus Düsseldorf, das sich mit seiner Mutter in Stemwede in Pension befindet. Die Abstammung lautete »Q7/Don Primus«.

Herausgestellte Fohlen

Gezeigt wurden auch einige Reitpony-Fohlen. Hier lag Severine Lange aus Wehdem mit einem Nachkommen von »Don Diabolo/Principal Boy« vorn. Die Mutter des Fohlens, »Pepples«, stammt aus der hoch erfolgreichen Pony-Zuchtstätte von Jürgen Buse in Dielingen, der selbst auch zwei Fohlen – einschließlich »Pepples« – samt ihrem Nachwuchs« präsentierte.

In den einzelnen Ringen wurden zudem Warmblutfohlen folgender Züchter als besonders qualitätvoll herausgestellt: Jaqueline Kortenbruck, Brockum (Abstammung Contagio/Bonaparte AA); Wilhelm Sandmeyer, Preußisch Oldendorf (Cornet de Semil/Amantus); Zuchthof Hahler, Destel (Benicio/Florestan); Heike Oldfield, Porta Westfalica (Belissimo M/Sir Donnerhall); Volker Schmale-Steinkamp, Varl (Zoom/Sunday), Heinrich Keller, Espelkamp (Hotline/Sunday); August-Wilhelm Schmale, Fabbenstedt (Fürst Heinrich/Fürst Grandios); Zuchtstätte Pries, Rahden (Sir Donnerhall/Flavio).

Bei den dreijährigen Stuten ohne Fohlen lag Volker Schmale-Steinkamp mit seiner »Dakana« (Dankeschön/Belissimo M) vorn, gefolgt von Jürgen Kellermann aus Hann. Ströhen (Damsey/Decamerone) und August-Wilhelm Schmale (Fürst Heinrich/Fürst Grandios).

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