Diskussion um geplanten Wehdemer Busbahnhof endet mit klarem Votum
»Bloß keine Schärfe hineinbringen«

Stemwede (WB). Der Stemweder Betriebsausschuss hat die Weichen für die Modernisierung des Wehdemer Busbahnhofes am Schulzentrum gestellt. Vor dem einstimmig gefassten Beschluss (bei einer Enthaltung) am Mittwochabend in der Kleinen Festhalle in Levern entbrannte allerdings noch eine Diskussion.

Freitag, 08.02.2019, 16:00 Uhr
Noch ist der Anblick der Bushaltebuchen an der Wehdemer Schule trostlos. Das soll sich ändern. Foto: Dieter Wehbrink

Die Kosten betragen 1,5 Millionen Euro. Die Gemeinde Stemwede geht von hohen Landeszuschüssen aus und kalkuliert »lediglich« einen Eigenanteil von 540.000 Euro. Vorgesehen sind eine Modernisierung der Bahnsteige, bessere Beleuchtung, Fahrrad-Abstellboxen sowie E-Ladestationen für E-Räder und E-Autos.

Skepsis bei FWG-Vertretern

Tassilo Schäfer, Sachkundiger Bürger der Freien Wählergemeinschaft, äußerte massiv Zweifel daran, dass es richtig sei, 1,5 Millionen Euro (»Es können schlussendlich sogar zwei Millionen werden«) für ein Projekt auszugeben, das von viel zu wenig Bussen angefahren werde.

Damit verband Schäfer auch seine Kritik an fehlenden Busanbindungen von Stemwede in andere Regionen. Sein Kollege Jürgen Lückermann (FWG) warnte: »Auch die Landeszuschüsse sind ja Gelder, die der Steuerzahler aufbringen muss.«

Mobilität für ländlichen Raum wichtig

Kai Abruszat ergriff daraufhin sofort das Wort und warb für das Projekt. »Wir sollten jetzt keine Schärfe hineinbringen«, sagte der Bürgermeister. »Stemwede hat 13 Ortsteile, aus denen die Kinder mit Bussen zur Stemweder-Berg-Schule fahren müssen. Außerdem ist die Mobilität im ländlichen Raum ein extrem wichtiges Thema – ganz besonders für Stemwede.«

Für den Öffentlichen Personennahverkehr sei nicht die Gemeinde zuständig. Der Nahverkehrsplan werde im Auftrag der Kreise Minden-Lübbecke und Herford von deren Verkehrsgesellschaft MHV aufgestellt. »Allerdings wird man sich dort mit einer Novelle leichter tun, wenn bei uns in Stemwede die entsprechende Infrastruktur mit einem modernen Busbahnhof vorhanden ist«, sagte Abruszat. Er sei zudem überzeugt, dass der Kostenrahmen von 1,5 Millionen Euro eingehalten werden könne und nicht – wie von Tassilo Schäfer befürchtet – auf 2 Millionen steige. »Hier geht es nicht um die Multifunktionshalle in Minden, um die Elbphilharmonie oder um den Stuttgarter Bahnhof«, ließ der Bürgermeister eine Spitze gegen kostenmäßig ausufernde Projekte los.

Dunkle Wolken am Konjunkturhimmel

Außerdem stünden die Fördergelder zur Verfügung, und Stemwede sei gut beraten, diese Beträge abzurufen. »Es sind dunkle Wolken am Konjunkturhorizont erkennbar. Wer weiß, wie lange uns diese Zuschussmöglichkeit noch zur Verfügung steht.«

Unterstützung erhielt der Bürgermeister von CDU und SPD. »Das Fördergeld des Landes steht bereit zum Ausgeben – und das wird es sowieso. Da sehe ich es doch lieber in Stemwede als in Castrop-Rauxel«, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Weingärtner.

»Viele an- und abfahrende Busse«

SPD-Fraktionsvorsitzender Wilhelm Riesmeier betonte, der Wehdemer Platz sei für den gesamten Busverkehr in Stemwede der wichtige Knotenpunkt, weil hier Umsteigemöglichkeiten bestünden. Und für die Fahrpläne sei die Gemeinde nicht verantwortlich. »Wenn man mehr Verbindungen als bisher will, dann muss man mehr zahlen«, sagte Riesmeier.

Stephan Leonhardt (CDU) berichtete, dass der Wehdemer Busbahnhof sehr stark angefahren werde. »Ich bin selbst Wehdemer. Fast immer, wenn ich dort vorbeikomme, sehe ich einen an- oder abfahrenden Bus.«

Der Ausschuss beschloss, die erforderlichen Planeraufträge auf den Weg zu bringen. Wünschenswert wäre es aus Stemweder Sicht, wenn in die Busbahnhof-Pläne auch eine bessere Befestigung der Parkplatzfläche östlich der Schule einbezogen werde. Ob es dafür Fördergelder gibt, ist aber noch offen.

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