Regelmäßiger Treff: Musiker improvisieren im vollen Haus – Jeder kann mitmachen
Längst ein Geheimtipp: Life House-Jam

Stemwede (WB). Es ist jedes Mal ein Moment der Hektik: Wenn im Life House die monatliche Jam mit vielen Musikern steigt und die Band auf der Bühne mal wieder wechselt, muss vor dem ersten Lied die Akustik abgestimmt werden.

Freitag, 01.02.2019, 16:00 Uhr
So beginnt jeder Auftritt bei der Life House Jam: Sänger Marcus (li). und Bassist Ralf stimmen ihre Instrumente ab. Foto: Dieter Wehbrink

Dann ist Klaus Riechmann gefragt. Der Vorsitzende des Stemweder Vereins für Jugend, Freizeit und Kultur (JFK) will in diesem Moment nicht gern gestört werden. Mit konzentriert wirkender Miene läuft der ehrenamtliche Spezialist für Soundtechnik forschen Schrittes auf die Bühne. Dort stöpselt er ein für Laien undefinierbares Gewirr von Kabeln und Steckern zusammen. Dann blickt er angespannt auf eine große Mischpult mit leuchtenden Lämpchen, Schiebern und Knöpfen. Ein vielsagender Blick zu den wartenden Musikern auf der Bühne bedeutet: Der Soundcheck kann losgehen.

Nur entspannte Leute

Nach und nach werden E-Gitarre, Keyboards, Mikrofone so per Regler gesteuert, dass sich am Ende alles ziemlich harmonisch anhört. Das ist positiver Stress für den JFK-Chef, während man rund um ihn herum ansonsten nur recht entspannte Leute trifft.

Die Life House-Jam ist längst ein Geheimtipp und sorgt sogar an einem Montagabend für ein volles Haus. Auf der Bühne stehen nicht nur Amateurbands, sondern auch einzelne Musiker, die sich dort zu einer Jam-Session zusammenfinden – also zu einem spontan improvisierten Musizieren.

Die Idee dazu hatte der Stemweder Rüdiger Lusmöller. Er ist selbst begeisterter Musiker und konnte den JFK vor einem Jahr für seinen Vorschlag begeistern. Niemand wusste zunächst, ob das Experiment »Jam Session in Stemwede« überhaupt glücken würde. Doch aus der Premiere im März 2018 wurde ein Erfolg – mit monatlichen Veranstaltungen und ständig steigenden Musiker- und Besucherzahlen. »Der Rekord war im Dezember erreicht, als wir ›Best of Life House Jam‹ anboten«, freut sich Lusmöller. »Das Haus platzte aus allen Nähten. Wir haben 270 Besucher gezählt und benötigten an diesem Abend 20 Helfer.«

»Töne geben Rätsel auf«

Bei der jüngsten Veranstaltung machte die Band »Amnesia« aus dem Bereich Bohmte/Hunteburg mit Sängerin Gabi Link den Auftakt. Die Band erschafft in erster Linie eigene Musikstücke. Sie setzt neben ihren Kompositionen auch auf Songs von Juli, Pink, Melissa Etheridge, Lynyrd Skynyrd und anderen. »Amnesia« räumt ein: »Natürlich gibt es da auch Töne, die so nicht geplant oder eingeübt wurden, plötzlich und unvermittelt, manchmal genial, manchmal fordernd. Manchmal geben sie dem Ohr echte Rätsel auf.« Wohl wahr, wie im Life House zu hören war. Dem Publikum gefiel es dennoch sichtlich.

Danach stimmte Klaus Riechmann den Sound der Gruppe »Major 5« aus dem Raum Lübbecke/Bielefeld ab. Deren Rezept sind handgemachte, selbst geschriebene und englischsprachige Akustik-Rocksongs. Mit Gitarrensound, Bassgitarre und Schlagzeug kamen Marcus, Andi, Olli und Ralf gut beim Publikum an.

Fortsetzung folgt am 18. Februar

Da aber ein Jam-Session-Abend angesagt war, konnten Auftaktbands nur wenige Lieder spielen. Sie machten danach Platz für die eigentliche Session, in der Musiker – sie kannten sich zum Teil vorher nicht einmal – zusammen ihre Musik zu einem jazzigen Ganzen zusammenfügten.

Unter den Besuchern waren auch Westrups Ortsheimatpfleger Friedhelm Kohlwes und noch viele andere bekannte Stemweder. »Ich bin zum ersten Mal hier. Es ist toll, was der JFK und die Akteure hier in Wehdem bieten«, sagte Kohlwes.

Die nächste Jam Session steigt am Montag, 18. Februar, 19.30 Uhr.  Die Session steht allen Musikern und Sängern offen. Egal ob sie gerade erst angefangen haben oder studierte Musiker sind. Anfänger oder Profi – beim Musizieren passen alle zusammen!

Dazu ein Kommentar von Dieter Wehbrink:

Dass es in Stemwede selbst in der Woche – in diesem Fall montags die Life House Sessions – Kultur gibt, ist nicht nur der guten Idee von Rüdiger Lusmöller zu verdanken. Einmal mehr beweist der ehrenamtlich tätige Verein für Jugend, Freizeit und Kultur, wie tatkräftig er bei der Umsetzung solcher Ideen ist.

Der JFK erstaunt in Zeiten, wo viele Vereine über stark nachlassendes ehrenamtliches Engagement ihrer Mitglieder klagen, immer wieder durch entschlossenes Umsetzen guter Konzepte. Dabei ist der Aufwand teilweise enorm Es gilt, den Gästen einen Wohlfühlabend zu bescheren und danach, wenn das Publikum schon fast im Bett liegt, das Life House so aufzuräumen, dass dort am nächsten Montagmorgen die Schüler der Stemweder-Berg-Schule ihr gewohntes Mensa- und Freizeitdomizil vorfinden. Und dann, wie jetzt bei der Jam, nur 48 Stunden später noch einmal das Gleiche leisten – das ist bewundernswert.

Stellvertretend für alle ehrenamtlichen JFK-Akteure muss man hier das unermüdliche Engagement von Ulrike und Wilhelm Lindemann herausstellen. Ohne solche »Motoren« hinter der Kulisse wäre diese Kulturarbeit in Stemwede niemals möglich.

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