Es gilt der Leitsatz: funktional, persönlich und digital Stemwede will neuen Bürgerservice

Stemwede (WB). Mit viel Einsatz einer Arbeitsgruppe wird das Projekt »Bürgerservice« der Gemeinde Stemwede vorangetrieben. Ziel ist es, dass Bürger künftig möglichst viele Behördengänge per Internet vornehmen können. Das schreibt auch ein neues Gesetz vor.

Von Michael Nichau
Die meisten für Bürger wichtigen Anlaufstellen befinden sich in der alten Verwaltungsstelle in Levern.
Die meisten für Bürger wichtigen Anlaufstellen befinden sich in der alten Verwaltungsstelle in Levern. Foto: Michael Nichau

»Natürlich bleiben die bisherigen Angebote und Ansprechpartner bei der Gemeindeverwaltung erhalten. Niemand hat vor, hier etwas abzubauen. Die Bürger können weiterhin persönlich vorbeikommen und ihre Angelegenheiten regeln», machte Hartmut Schmidt deutlich, der gemeinsam mit der neuen EDV-Beauftragten Andrea Lilie das Projekt betreut.

Das Duo aus der Verwaltung hat auch die »analogen« Beratungsmöglichkeiten in Levern unter die Lupe genommen und durchaus kritisch bewertet. Denn: Die Verwaltung ist in zwei Gebäuden untergebracht. Bisher hat sich kein Raum für ein so genanntes »Bürgerbüro« oder eine Anlaufstelle für die Besucher ergeben.

»In der alten Verwaltungsstelle landen die Bürger auf einem Flur mit einem kleinen Wegweiser und finden kaum den Weg zum Info-Büro«, bilanzieren Lilie und Schmidt. Ähnlich sehe es im Alten Amtshaus aus, wobei die die Bürger betreffenden Ämter (Ordnung, Soziales, Einwohnermeldeamt) sich in der Verwaltungsstelle neben der Schule befinden.

So sprachen Lilie und Schröder auch eventuell notwendige Umbaumaßnahmen an, die neben dem digitalen Fortschritt erforderlich seien.

»Digital können wir vornehmlich die Angebote des Einwohnermeldeamtes, des Standes- und Ordnungsamtes verstärkt in Angriff nehmen«, sagte Lilie. Dennoch seien Grenzen gesetzt: »Für die Ausstellung eines Personalausweises ist es immer noch erforderlich, dass der Antragsteller persönlich erscheint«, sagte sie.

Ziel sei – und darauf zielt auch das neue Gesetz – einen schnelleren Service und mehr Zufriedenheit für die Bürger zu erreichen.

»Wir haben in Stemwede eine hohe Affinität zu digitalen Angeboten«, sagte Schmidt und spielte damit auf die rege Teilnahme der Stemweder an der Briefwahl an. »Auch hat es drei digitale Abfragen für Osterfeuer gegeben, obwohl wir diese Aktion gar nicht beworben haben«, bemerkte Lilie.

Ziel sei auch, dass die Gemeindeverwaltung 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche zu erreichen sei. So werde von der Arbeitsgruppe ein freundliches, übersichtliches und modernes Dienstleistungssystem angestrebt. Zur Arbeitsgruppe gehören Vertreter der Gemeindeverwaltung der Gemeindeprüfungsanstalt und des Kommunalen Rechenzentrums. Sie kennen sich mit Technik und den neuen rechtlichen Grundlagen aus.

»Wichtig ist es, dass wir alle Beteiligten bei der Verwaltung mit einbinden und informieren. Zunächst ging es um eine Bestandsaufnahme der möglichen Bürgerdienstleistungen, die dann mit den Fachbereichen erörtert wurden«, erläuterte Schmidt. Es gebe bereist zahlreiche Dinge die online erledigt werden können. »Wir sind aktuell schon dabei, eine Reihe von Dienstleistungen neu zu strukturieren und digital umzusetzen.«

Das Konzept für die Bürgerdienstgleistungen soll bis Ende 2018 stehen. Danach solle die Umsetzung – auch mit den baulichen Maßnahmen – erfolgen. Im Januar hatte die zuständige Kommunalministerin Ina Scharrenbach einen Förderbescheid in sechsstelliger Höhe überbracht. »Damit lässt sich schon einiges bewerkstelligen«, sagte Bürgermeister Kai Abruszat.

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