Dielinger Runde macht’s möglich: Aktuelle Fotos sind im Internet zu sehen Kamera beobachtet Flori und Helene

Stemwede-Dielingen (WB). Noch gibt es keine »Ostereier« im Dielinger Storchennest. Doch »Flori und Helene« sind auch in diesem Jahr wieder zum Nest an der Koppelsiedlung zurückgekehrt. Ganz genau können interessierte Naturfreunde das Geschehen jetzt im Internet per Webcam direkt verfolgen.

Von Michael Nichau

Die Bewohner der Koppel-Siedlung sind total begeistert, dass »ihre« Störche wieder da sind und mit dem Sammeln von Nistmaterial begonnen haben.

Der Energieversorger RWE hatte den Dielinger Initiatoren im vergangenen Jahr die für das Nest benötigten Masten geschenkt. Auf dem Grundstück von Wilfried Schmudde stellten die Familien von Holger Reitmeyer, Sascha Drees, Peter Kastner und Günter Portmann den Horst unter fachkundiger Beratung des Lübbecker Storchenexperten Ernst-Günter Bulk auf. Den dafür benötigten Kran stellte der Dachdeckerbetrieb Reddehase aus Dielingen zur Verfügung.

Erstmalig wurde in diesem Jahr am 3. März von der Dielinger Runde eine Kamera installiert, die ab 11. März in Betrieb ging. Mittels eines Bewegungsmelders werden genau dann Bilder gemacht, wenn sich etwas bewegt. Das Geld für Kamera und Solarpanel, das die Anlage mit Strom versorgt, hat die Dielinger Runde beim Weihnachtsmarkt gesammelt.

Der erste Storch, der wohl auf der Durchreise war, hatte sich schon für wenige Stunden im Nest niedergelassen als die Kamera noch nicht in Betrieb war. Jetzt macht die Kamera 30 Sekunden ein Bild, das auf einem Server abgelegt wird, wenn es sich von den anderen unterscheidet. Nachts gibt es auch Bilder mit Infrarotlicht, in schwarz-weiß

Einer der nächsten Anwohner ist die Familie Reitmeyer, die auch beim Aufstellen des Nestes tatkräftig geholfen hat. Marei Reitmeyer hat den beiden Vögeln Namen gegeben: Flori und Helene.

Die ganze Familie ist fasziniert von den gefiederten Nachbarn: »Das Nest liegt nur 100 Meter von unseren Haus entfernt. Das Beobachten der Störche ist für uns spannender als Fernsehen«, sagt Holger Reitmeyer. Die Familie stellt auch das hauseigene WLAN für den Betrieb der Storchencam zur Verfügung.

»Das Storchennest ist eine riesige Bereicherung für den Ort und es ist fantastisch, dass man jetzt die Störche rund um die Uhr mit der Webcam beobachten kann«, sagt Holger Reitmeyer. Die Kamera diene auch dazu, das Nest kontrollieren zu können. »Im vergangenen Jahr stand am Schäferhof in einem Nest Wasser. Das hat die Jungstörche dort das Leben gekostet«, weiß Reitmeyer, der mit Sohn Tobias das Geschehen im Nest verfolgt und eingreifen kann.

Eine Tafel an den Masten weist darauf hin, dass die Störche dort nisten. Im vergangenen Jahr hatten Flori und Helene bereits Nachwuchs. Einer der beiden Jungstörche ist durchgekommen und ausgeflogen. Nach der Saison haben die Storchenfreunde vom Koppelweg das Nest mit einem Hubsteiger gesäubert.

»Das war im vergangenen Jahr die erste erfolgreiche Brut am Ort seit 1971«, weiß Reitmeyer. Derzeit sind die Störche mit den Nestbau beschäftigt und müssen sich schon dann und wann gegen anfliegende Fremd-Störche zur Wehr setzen. Nun hoffen die Dielinger, dass die Störchin bald Eier legt und seit langer Zeit wieder Jungstörche im Ort aufwachsen.

Der Naturschutzbund (NABU) will in der Nähe des Nestes eine Infotafel aufstellen und auch Ruhebänke, von denen aus das Nest beobachtet werden kann, sollen noch aufgestellt werden.

Die Storchencam kann im Internet unter www.dielingen.de aufgerufen werden. Dort den Menüpunkt »Storchencam« anklicken.

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