Fachbereichsleiter Jörg Bartel: »414 gemeldete Jungen und Mädchen für 2018/2019« Stemwedes Kita-Plätze werden stark nachgefragt

Stemwede (WB). »Die Lage in der Stemweder Kindergartenlandschaft ist sehr erfreulich.« Dieses Fazit haben Bürgermeister Kai Abruszat und der zuständige Fachbereichsleiter in der Gemeindeverwaltung, Jörg Bartel, am Rande von Sitzungen gezogen. Diese Zeitung wollte es genauer wissen: WB-Redakteur Dieter Wehbrink hat mit Jörg Bartel gesprochen.

Bei Kindern unter drei Jahren liegt in Stemwede die Betreuungsquote bei 33 Prozent (einschließlich Tagespflege) und ist damit sehr hoch.
Bei Kindern unter drei Jahren liegt in Stemwede die Betreuungsquote bei 33 Prozent (einschließlich Tagespflege) und ist damit sehr hoch. Foto: dpa

Jörg Bartel Foto: WB

Herr Bartel, jüngst haben Sie davon gesprochen, dass es für das nächste Kindergarten-Jahr eine starke Zunahme des Eltern-Interesses für Kita-Plätze in Stemwede gibt. Können Sie dies anhand von Zahlen erläutern?

Jörg Bartel: Im Vergleich zum Kindergartenjahr 2016/17, wo wir 564 Jungen und Mädchen in Stemwede im entsprechenden Alter hatten, zählen wir für das kommende Kindergartenjahr 652 Kinder. Zum Vergleich: Im aktuellen Kita-Jahr leben in Fachbereichsleiter Jörg Bartel Foto: Stemwede 599 Kinder im entsprechenden Alter, davon 400 in den Kitas. Für das kommende Jahr haben die Eltern 414 von den 652 Kindern in unseren Einrichtungen angemeldet. Diese verteilen sich wie folgt: Dielingen: 85, Haldem: 56, Levern: 78, Niedermehnen: 35, Oppendorf: 19, Oppenwehe: 61, Wehdem: 59, Westrup 21. Einige Eltern haben darüber hinaus Plätze in der Kindertagespflege gebucht. Im Zuständigkeitsbereich des Jugendamtes Minden-Lübbecke ist das die stärkste Zunahme in allen Kommunen, für die der Kreis zuständig ist.

Noch vor wenigen Jahren war die Sorge in Stemwede groß, dass die demografische Entwicklung den einen oder anderen kleinen Kindergarten in seiner Existenz bedrohen würde. Die Einrichtung in Twiehausen ist beispielsweise längst Geschichte. Sehen Sie diese Gefahr für die bestehenden Einrichtungen gebannt?

Bartel: Ganz eindeutig: aktuell ja! Das mache ich an folgenden Punkten fest: Erfreulicherweise steigen mittelfristig nicht nur die Geburtenzahlen an (2015: 93, 2016: 124 und 2017: 109), sondern auch die Nachfrage nach Plätzen in unseren Einrichtungen nimmt zu. Gerade auch im Bereich U3. Auch das zeigt eindeutig auf: Die Eltern sind (zurecht) zufrieden mit der Arbeit in unseren Einrichtungen! Ich bin den Leitungen und ihren jeweiligen Teams sehr dankbar für ihre Arbeit.

Welche Rolle spielen bei den aktuellen Kindergartenplätzen und bei den Zahlen für das nächste Jahr eigentlich die Flüchtlinge? Melden sie ihre Kinder an, und wenn ja, in welchem bevorzugten Alter?

Bartel: Nach meinem Kenntnisstand werden alle Flüchtlingskinder angemeldet, weil die Mütter Deutsch-Kurse machen wollen und die Kinder dadurch viel schneller die deutsche Sprache erlernen. Häufig erfolgt die Anmeldung auch schon im U3-Bereich.

 Sehen Sie angesichts der positiven Entwicklung bei den Kinderzahlen in einer der Stemweder Einrichtungen Platzprobleme?

Bartel: Auch hier ganz eindeutig: ja. Der Kreis Minden-Lübbecke als für die Planung verantwortliche Institution hat die Problematik erkannt und wird nun verstärkt in die Planung einsteigen. Ich bin Andreas Schädler, Leiter des dortigen Jugendamtes, sehr dankbar, dass er sich die Zeit genommen hat und sich in der Stemweder Sitzung des Ausschusses für Bildung, Generationen, Sport und Kultur intensiv mit den Ausschussmitgliedern ausgetauscht hat. Schädler hat versprochen, die Planungen eng mit der Gemeinde abzustimmen. Notwendige Erweiterungen müssen dann natürlich noch mit den Trägern (bei uns DRK, AWO, Kirche und Elterninitiative) abgestimmt werden. Die Gemeinde hatte darüber hinaus mit eigenen Mitteln schon vor einiger Zeit in Dielingen für mehr Raum in der Einrichtung gesorgt, indem sie bisher zu Wohnzwecken vermietete Räumlichkeiten umfassend umgebaut und dem Kindergarten zur Verfügung gestellt hat. Dies war möglich, weil wir dort über eigene Räumlichkeiten verfügen. Die meisten anderen Einrichtungen stehen allerdings nicht in unserem Eigentum.

 

Dielingen ist ein gutes Stichwort. Die dortige Einrichtung scheint ja anhand der Zahlen besonders begehrt bei den Eltern zu sein. Das liegt wohl auch daran, dass im Umfeld des Kindergartens die großen Arbeitgeber ZF Friedrichshafen und BASF ansässig sind und die Dielinger Einrichtung besonders attraktiv für berufstätige Eltern ist. Was passiert eigentlich, wenn die Nachfrage für eine Einrichtung das Platzangebot übersteigt? Wie hilft man Eltern, die leer ausgehen?

Bartel: Der Kreis Minden-Lübbecke hat allen Eltern Plätze (auch unter Einbeziehung der Tagespflege) anbieten können. Aktuell sind allerdings auch alle Einrichtungen vollständig ausgebucht. Insgesamt habe ich aber den Eindruck, dass die Kolleginnen und Kollegen beim Kreis gute Arbeit leisten. Ich bin zuversichtlich, dass aus dem Hause der Kreisverwaltung zeitnah gute Lösungsvorschläge kommen werden. Wir bereiten aktuell die für die Planung notwendigen Daten auf, da die Zeit drängt. Unser zuständiger Stemweder Ausschuss hat den Punkt auch als ständigen Punkt auf die Tagesordnung genommen und wird sich daher bis auf Weiteres also in jeder Sitzung mit der Thematik befassen. Auch dieses Beispiel macht deutlich, wie wichtig der Gemeinde Stemwede der Bereich der Betreuung unserer Jüngsten Einwohner war, ist und bleibt.

Wie groß ist das Interesse an der Betreuung von Kindern unter drei Jahren? Können Sie mir da Zahlen nennen?

Bartel: In Stemwede liegt die Betreuungsquote bei 33 Prozent (inklusive Tagespflege) und damit sehr hoch. Insbesondere die hohe Betreuungsquote in den Einrichtungen (29,3 Prozent) lässt auf eine gute Arbeit der Einrichtungen schließen.

 

Welche Rolle spielt die Betreuung durch Tagesmütter? Haben Sie da konkrete Zahlen?

Bartel: Aktuell werden 14 Kinder bei Tagesmüttern betreut.

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