Riesenspaß beim Geburtstagskaffeetrinken der Kirchengemeinde in Dielingen Aufhübschen – mal etwas rustikaler

Stemwede (WB). Keinen Lippenstift zur Hand? Kein Problem – Tomatenmark aus der Dose tut es auch. Keine Haarbürste oder einen Rouge-Pinsel in der Handtasche? Da kann doch mal eine ganz gewöhnliche Klobürste Abhilfe schaffen. . .

Von Dieter Wehbrink
Rita Dierkes (links) und Dorothee Meyer-Reiningen haben einen Sketch gespielt. Die eine Dame schminkt sich fein, die andere verwendet – sehr zum Spaß des Publikums – so wie links recht robuste »Kosmetik«.
Rita Dierkes (links) und Dorothee Meyer-Reiningen haben einen Sketch gespielt. Die eine Dame schminkt sich fein, die andere verwendet – sehr zum Spaß des Publikums – so wie links recht robuste »Kosmetik«. Foto: Dieter Wehbrink

Rita Dierkes und Dorothee Meyer-Reiningen haben im Dielinger Gemeindehaus während des Geburtstagskaffeetrinkens der Kirchengemeinde einen tollen Sketch gespielt.

Eine ziemlich robuste Landpomeranze setzt sich neben eine sehr feine Dame und beobachtet, wie sich diese mit allerlei Schminkutensilien und Deos »aufhübscht«. »Was die kann, kann ich auch«, denkt sich die Frau vom Lande – und holt von Maggi und Backmehl bis hin zum Raumerfrischungsspray allerhand »alternative« Kosmetika aus ihrer großen Einkaufstasche.

Gesicht verwandelt sich in einen »Farbtopf«

Gesprochen wird bei diesem Sketch kein Wort – dafür aber um so mehr im Publikum gelacht. Kein Wunder, denn Rita Dierkes’ Gesicht verwandelt sich immer in einen entstellten Farbtopf.

Etwa 110 Senioren, die im zweiten Halbjahr 2017 ihren Geburtstag (ab 70 Jahre) gefeiert hatten, erlebten wieder einmal dank engagierter ehrenamtlicher Vorbereitung – unter anderem von Ursula Schmidt, Elke Rehker und Elke Beening – einen wunderschönen Nachmittag. Erneut hatte es viele Kuchenspenden von bis zu 20 Frauen gegeben, wofür sich das Organisationsteam herzlich bedankte. Ein dickes Dankeschön galt an diesem Tag auch dem engagierten Küchenteam.

»Du kannst nicht immer 17 sein«

Pfarrer Michael Beening hielt die Andacht. Er wählte dazu als Text die Offenbarung 21.6 (»Ich will den Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst«). Der Seelsorger freute sich, den »Hausmusiker« des Geburtstagskaffeetrinkens, Helmut Koch, begrüßen zu können. Der ehemalige Haldemer, der jetzt in Rahden wohnt, erzeugte mit Schlagern wie »Rot sind Rosen«, »Griechischer Wein« oder »Du kannst nicht immer 17 sein« derart Stimmung, dass die Gäste sofort mit dem Schunkeln begannen und dazu sogar von ihren Stühlen aufstanden.

Als Dank gab es für Koch, der schon so viele Dielinger Veranstaltungen bereichert hatte, ein Präsent. »Wenn ihr nur fleißig genug klatscht, kommt Helmut ja beim nächsten Geburtstagskaffeetrinken wieder«, scherzte ein bestens gelaunter Michael Beening.

Kinder und Jubilare erhalten Präsente

Sarah Beening trug ein schönes Wintergedicht vor. Sie erhielt ebenso starken Applaus wie der Dielinger Kinderchor unter der Leitung von Organistin Christina Fischer. Elke Beening überreichte den Kindern, die mit ihrem Abschlusslied die Senioren sogar zum Mitmachen animierten, ein Präsent.

Geschenke gab es auch für einige Jubilare – Männer und Frauen, die im zweiten Halbjahr 2017 einen besonderen Geburtstag feiern konnten. Ursula Schmidt und Elke Rehker nahmen die Ehrungen vor. Angemeldet hatten sich Erna Reddehase und Charlotte Schucht (beide 95 Jahre alt), Gertrud Janwlecke und Anni Blase (beide 90 Jahre alt), Friedrich Rodenbeck, Hermann Koop, Irmgard Otte-Krone und Irmgard Wortmeier (alle 85 Jahre), Hannelore Wolff, Anneliese Bunke, Edith Varenkamp, Rosemarie Strunck und Günter Bohne (alle 80 Jahre).

Hierzu ein Kommentar von Dieter Wehbrink:

Die Geburtstagskaffeetrinken der Pfarrbezirke Dielingen/Drohne/Stemshorn sowie Haldem/Arrenkamp könnten durchaus auch Vorbild für andere Kirchengemeinden sein. Diese stets gut besuchten Veranstaltungen sind ein tolles Beispiel dafür, dass Kirche auch außerhalb der Gotteshaus-Mauern Gemeinschaft und Geborgenheit schenken kann.

Und wenn es dabei weltlich-fröhlich zugeht und die Organisatoren mit einem vollen Haus belohnt werden, dann hat die Kirche alles richtig gemacht.

Wahr ist allerdings auch, dass es solche Aktivitäten nicht ohne das enorme ehrenamtliche Engagement von Christen aus Stemwede geben würde. Ihnen sind die Senioren, die aufgrund ihrer Masse an ihren Geburtstagen unmöglich alle einzeln besucht werden können, sehr wichtig. Diese Helfer wissen nur zu gut, dass Menschen gern persönlich angesprochen werden wollen, um die Bestätigung zu erhalten, dass sie zur Kirche dazu gehören und nicht vergessen sind. Dies ist im weitesten Sinne so etwas wie Seelsorge – jener so wichtigen Kernaufgabe der Kirche. Und dass dies wunderbar funktionieren kann, davon zeugte einmal mehr ein volles Gemeindehaus in Dielingen.

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