Kritik aus Stemwede wirkt: Bezirksregierung nimmt Bereiche am Berg heraus Schutzgebiete werden ausgewiesen

Stemwede/Detmold (WB/weh). Die Bezirksregierung Detmold hat das Verfahren zur Unterschutzstellung des FFH-Gebietes »Stemweder Berg« abgeschlossen. Die entsprechenden Verordnungen für ein Landschafts- und ein Naturschutzgebiet treten Anfang kommenden Jahres in Kraft. »Bereiche von besonderem öffentlichem Interesse hat die Bezirksregierung aus einem Schutzgebiet heraus genommen«, sagte Andreas Moseke, Pressesprecher der Detmolder Behörde.

Das Gasthaus Wilhelmshöhe soll – laut Bezirksregierung – keine weiteren Nachteile durch das Landschaftsschutzgebiet bekommen.
Das Gasthaus Wilhelmshöhe soll – laut Bezirksregierung – keine weiteren Nachteile durch das Landschaftsschutzgebiet bekommen.

Vor allem zum neuen Landschaftsschutzgebiet waren aus Stemwede viele kritische Stellungnahmen in Detmold eingegangen. Sie thematisierten insbesondere das Veranstaltungsgelände Freudeneck und das Gelände für Festivals der Firma Waldfrieden-Event »Wonderland und Co).

Die Betroffenen befürchteten, die Flächen künftig nicht mehr für Veranstaltungen, etwa für das Westruper Schützenfest, nutzen zu dürfen. »Die Bezirksregierung hat diese Einwendungen aufgenommen«, sagte Moseke. »Veranstaltungen sind dort weiterhin möglich. Das Freudeneck mitsamt Festplatz, Kinderspielplatz und Schützenhaus ist sogar ganz aus dem Schutzgebiet heraus genommen worden.« Auch der Berggasthof Wilhelmshöhe dürfe seinen Betrieb wie bisher fortsetzen. Und für den Friedhof in Arrenkamp gelte, dass er weiterhin wie gewohnt genutzt werden könne, sagte Moseke auf Anfrage dieser Zeitung.

Intensive Abstimmung mit der Forstverwaltung

Das Westruper Freudeneck samt Festplatz, Kinderspielplatz und Schützenhaus (Foto) wurde aus dem Schutzgebiet genommen. Foto: Dieter Wehbrink

Den Stellungnahmen verschiedener privater Einwender zum neuen Landschaftsschutzgebiet habe die Bezirksregierung allerdings nicht folgen können. »Die neue Verordnung hat keine neuen erheblichen und unzumutbaren Einschränkungen zur Folge«, erklärte Moseke. »Die Bezirksregierung wertete die fachlichen Kriterien für die Unterschutzstellung und die Gegebenheiten vor Ort im Zuge der Abwägung höher als die Interessen der Einwender.«

Das neue Naturschutzgebiet »Stemweder Berg« – dagegen gab es kaum Widerstand in Stemwede – wird so ausgewiesen, wie es im Entwurf der Verordnung geplant war. Die betroffenen Waldflächen sind als Staatsforst im Eigentum des Landes NRW. Die Bezirksregierung hatte sich vor dem Verfahren intensiv mit der Forstverwaltung abgestimmt.

Planungen der Öffentlichkeit vorgestellt

Der Friedhof in Arrenkamp liegt inmitten des neuen Landschaftsschutzgebietes, darf aber laut Bezirksregierung weiterhin wie gewohnt betrieben und genutzt werden. Foto: Dieter Wehbrink

Moseke betonte, die Bezirksregierung habe »Betroffene gut mit eingebunden«: »Das Verfahren zur Unterschutzstellung sah die Beteiligung der Öffentlichkeit und der so genannten Träger öffentlicher Belange vor. Die Bezirksregierung informierte die Stemweder Öffentlichkeit deutlich über dieses gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus über das Vorhaben.«

So hätten Fachleute die Planungen im Oktober und November vergangenen Jahres den Ratsmitgliedern sowie mehr als 130 Mitgliedern der Forstbetriebsverbände Haldem-Arrenkamp und Wehdem vorgestellt. »Darüber hinaus führte die Bezirksregierung – zusätzlich zu einem Informationsaustausch – mit Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat und Verwaltungsvertretern im Juni Einzelgespräche mit Einwendern und Betroffenen vor Ort.«

Zuletzt – am Montag, 11. Dezember – hatten sich Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Bürgermeister Abruszat und Bauamtsleiterin Birgit von Lochow über die Stellungnahme der Gemeinde abgestimmt.

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