Stemweder Arzt Dr. Rainer Hafer warnt vor Übergewicht, Alkohol und Rauchen Akute Herzschwäche bedroht das Leben

Stemwede (WB/hm). Schnell aus der Puste beim Treppensteigen oder anderen leichten körperlichen Anstrengungen? Hinter solchen Anzeichen kann eine Herzschwäche stecken, die – je früher sie erkannt wird – umso besser zu behandeln ist.

Darauf wies der Stemweder Hausarzt Dr. Rainer Hafer beim Seminar »Herzschwäche« hin. Auf Fachbeiträge aus erster Hand im Zuge der Herzwoche durften sich 50 interessierte Besucher bei »Rila erleben« in Levern freuen. Bevor Experten zum Thema referierten, begrüßte zunächst Stemwedes stellvertretender Bürgermeister Hans-Henning Köchy die Gäste. »Wie wir wissen, ist das Herz das zentrale Organ des Blutkreislaufs. Wenn die Pumpfunktion des Herzens plötzlich versagen sollte, wird es für den Menschen sehr lebensbedrohlich«, betonte der Ratsherr.

Menschliche Schwächen sind gefährlich

»Man meint immer, es wird mich schon nicht treffen – oder so schlimm wird es schon nicht kommen. Aber mit entsprechender Eigenverantwortung könnte man sehr viel unnötiges gesundheitliches Risiko minimieren«, machte Köchy deutlich. »Gerade weil wir uns mit unseren menschlichen Schwächen auskennen, ist es unverzichtbar, dass solche Veranstaltungen durchgeführt werden«.

Organisiert hatten den Informationsabend Heike Tiemann und Sabine Koopmann vom Therapiezentrum Levern, die selbst einen umfassenden Einblick gaben, warum Bewegung für das Herz gut ist. Zunächst aber referierte Dr. Rainer Hafer über Herzschwäche, Anzeichen und Behandlungsmöglichkeiten.

Früherkennung ist wichtig

Das Herz verglich Hafer mit einer Pumpe, die dafür sorgt, dass genügend Blut und damit Sauerstoff und Nährstoffe zu den Organen gelangen. Lässt die Pumpkraft des Herzens nach, liegt eine chronische Herzschwäche vor. Die Symptome sind laut des Allgemeinmediziners oft nicht sofort einer Herzschwäche zuzuordnen: Atemnot (vor allem bei Belastung), Müdigkeit, Wassereinlagerungen und ein immer schneller schlagender Puls. Hafer betonte: »Je früher solche Symptome als Herzschwäche erkannt werden, desto besser können sie behandelt werden.« Liege der Verdacht vor, an einer Herzschwäche zu leiden, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Denn es gebe Therapiemöglichkeiten – unter anderem diverse Medikamente, Herzschrittmacher oder eine Herztransplantation.

Wichtig sei es bei einer Herzschwäche, auf die Ernährung zu achten, Alkohol und Rauchen zu vermeiden, sein Gewicht zu kontrollieren und sich – angepasst an die eigene Leistungsfähigkeit – regelmäßig zu bewegen.

Bei akuter Herzschwäche sofort den Notarzt rufen

Cornelia Hafer informierte indes über die Aktivitäten in der Herzsportgruppe des TuS Dielingen, und Wiebke Tautz stellte die mediterrane Ernährung und deren positive Einflüsse auf Herz und Gefäße in den Fokus. Neben der chronischen Herzschwäche kann eine akute Herzschwäche auftreten. Das sei immer eine »große Katastrophe«, dann müsse sofort ein Notarzt gerufen werden, sagte Hafer. »Da geht es um Minuten.«

Das betonten auch die Sanitäter des DRK-Ortsvereins Stemwede. Dessen Mitglieder, Dietmar Koke und Peter Link, stellten die Herz-Lungen-Wiederbelebung sowie den Einsatz eines Defibrillators vor.

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