Ein Herz und eine Seele: Irmgard Depenbrock ist stolz auf ihre 26 Jahre alte Stute Quincy ist das Lieblingspferd der Chefin

Stemwede/Heithöfen (WB). Die Pferde spielen bei Familie Depenbrock, dem bekannten Ausbildungsbetrieb »Dream Horse Ranch« in Stemwedes Nachbarort Heithöfen, schon seit jeher eine große Rolle. Eines der Tiere jedoch genießt bei dem Betrieb einen Sonderstatus.

Von Gertrud Premke und Dieter Wehbrink
Drei, die sich mögen: Irmgard Depenbrock auf der Paint-Stute Quincy und Hündin Lis freuen sich auf den Ausritt.
Drei, die sich mögen: Irmgard Depenbrock auf der Paint-Stute Quincy und Hündin Lis freuen sich auf den Ausritt. Foto: Gertrud Premke

Es ist das Pferd der Chefin Irmgard Depenbrock. »Quincy Music Pop« ist kein neuer Musiksong oder gar eine Pop-Gruppe, sondern eine 26-jährige amerikanische Stute der Rasse Paint Horse. Ihren langen melodischen Namen hatte sie schon in ihren Papieren stehen, als sie die Ranch eines texanischen Züchters als junges Westernreitpferd im Alter von drei Jahren verließ.

Geboren in Texas

Quincy wurde über den großen Teich geflogen und kam zu den Depenbrocks. Das war bereits 1993. »Sie wurde uns von Bekannten aus Reiterkreisen vermittelt. Damals nutzte man noch nicht das Internet, um im fernen Armerika an ein Original-Westernpferd zu kommen«, erzählt Irmgard Depenbrock. Damals wie heute sind solche Tiere ziemlich teuer – allein schon wegen der hohen Transportkosten.

Die USA gelten als Mutterland dieser Rasse. Der dortige Zuchtverband hat weltweit etwa eine Million Paint Horses registriert. Die bunten Pferde genießen bei Freunden des Westernreitsports einen hervorragenden Ruf. Zahlenmäßig werden sie nur noch überholt von ihren engen Verwandten, den ebenfalls amerikanischen Quarter Horses.

Harte Selektion

Die Pferde, die in den USA ursprünglich ausschließlich für die anspruchsvolle Reitarbeit auf Ranches – also dem Treiben von Vieh – gezüchtet wurden, unterlagen in ihrem Mutterland einer jahrhundertelangen knallharten Selektion. Nur wer den Ansprüchen der Cowboys genügte, kam als Pferd in die Zucht. Das bedeutet: Gefordert wurde ein absolut braver Charakter und eine eisenharten Gesundheit, um die Strapazen der Ranch-Arbeit aushalten zu können.

Westernpferde wie Quincy sollen ihren Reiter den ganzen Tag über im Sattel tragen können. Sie müssen auf feinste Einwirkungen am Zügel und im Sattel reagieren, am besten beim Reiten oder Viehtreiben mitdenken. So öffnen und schließen Westernreiter beispielsweise vom Sattel aus das Tor eines Viehzaunes. Das Pferd muss dabei auf den Zentimeter genau dirigierbar sein, damit der Cowboy das Tor bewegen kann. Wer dies mal als Laie beobachten konnte, der weiß, wie folgsam diese Pferde sein müssen.

Töchter bilden Stute aus

Quincy allerdings hatte es wesentlich besser. Sie musste ihre Reiter bei Depenbrock eher zum Spaß und nicht unter Druck tragen. »Den Feinschliff des ziemlich anspruchsvollen Westernreitens erlernte Quincy zunächst von unseren Töchtern Anja und Sonja, denn sie war bei der Ankunft in Deutschland nur gerade mal angeritten«, sagt die begeisterte Senior-Reiterin.

Obwohl das »Chefin-Pferd« Quincy mit 26 Jahren kein Jungspund ist, erfreut es sich dank guter Pflege bester Gesundheit. Zwei bis dreimal in der Woche steht ein Ausritt in die schöne weite Landschaft in und um Heithöfen an. Dann ist auch Lis, die siebenjährige Australian Shepherd-Hündin, dabei. »Als wir Lis bekamen, war Quincy erst eifersüchtig und hat sie mit den Hufen weggestoßen. Aber im Laufe der Zeit und mit der Verlockung eines Leckerlis genießt unser Hund – neben dem Pferd laufend – die Ausflüge wie Quincy«, sagt Irmgard Depenbrock.

Besitzerin wird im Stall bereits am Schritt erkannt

Die Stute ist sehr fixiert auf die Senior-Chefin. Sie erkennt ihre Reiterin im Stall bereits am Schritt, ohne sie überhaupt zu sehen. »Sie spitzt dann schon die Ohren und wartet, bis ich die Boxentür öffne«, sagt die Heithöfenerin.

Wegen der Qualität der US-Stute haben die Depenbrocks auch mit Quincy gezüchtet. Zwei Fohlen waren das Ergebnis. »Ihre Tochter Roxi wird von uns im Schulbetrieb eingesetzt. Sie ist dort das liebste Pferd im Stall«, sagt die Familie.

Mutter Quincy ist jedoch das Lieblings- und Herzenspferd von Irmgard Depenbrock. Beide sind sich sehr vertraut, gelten als ein Herz und eine Seele. Die begeistere Pferdeliebhaberin hofft, dass sie noch lange Freunde an ihrer Paint Horse-Stute haben wird.

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