Verein »Dümmerreisetaube« ehrt die besten Züchter – Raubvögel sind ein Problem Schnelle Tauben erfreuen die Züchter

Stemwede (WB). Der Traditionsverein »Dümmerreisetaube Marl« wartet gespannt auf den Ausgang: Der Verband Deutscher Brieftaubenliebhaber mit Sitz in Essen hat sich um die Aufnahme des Brieftaubenwesens in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes beworben.

Von Heidrun Mühlke und Dieter Wehbrink
Brieftauben, hier Tiere im Schlag von Günter Knoblauch in Wehdem, werden mit viel Liebe gehegt und gepflegt, damit sie die Wettflüge gut absolvieren können.
Brieftauben, hier Tiere im Schlag von Günter Knoblauch in Wehdem, werden mit viel Liebe gehegt und gepflegt, damit sie die Wettflüge gut absolvieren können. Foto: Dieter Wehbrink

Die Züchter im Verein »Dümmerreisetaube«, darunter Akteure aus Stemwede und dem Lemförder Raum, hegen und pflegen ihre »Rennpferde der Lüfte«. Sie schicken die Tiere sie im Sommer auf Wettflüge. Nebenbei werden die gefiederten Lieblinge im Herbst und Winter auf Ausstellungen präsentiert.

Jetzt tagte der Verein im Oppendorfer Landgasthaus Stemweder Berg (Cordes-Engelbrecht). Unter anderem wurden dabei die erfolgreichsten Züchter geehrt.

Heimfindevermögen ist ein noch nicht vollständig geklärtes Geheimnis

Im Gespräch mit dieser Zeitung äußerten sich die Brieftaubenzüchter über ihr Hobby. Speziell Brieftauben finden den Weg zu ihren Heimatschlag in der Regel problemlos zurück. Sie orientieren sich am Sonnenstand und an den Gestirnen. Dennoch ist das Geheimnis der zielsicheren Rückkehr noch immer nicht bis ins letzte Detail erforscht. »Wir hegen und pflegen unsere Tauben intensiv, damit sie gesund und fit bleiben, um sicher wieder nach Hause zu kommen«, erklärte Vereinsvorsitzender Werner Lohaus-Möhlfeld.

Bevor die Vögel aufgelassen würden, verfolge er mindestens drei Tage im Voraus den Wetterbericht, damit die Tauben bei möglichst guten Bedingungen ihren Flug absolvieren könnten. Ist das Wetter auf der Strecke zu schlecht, werden die Tiere gar nicht erst aufgelassen. Dann fährt der Transport-Lastwagen mit den Tauben notfalls wieder zurück in die Heimat.

Raubvögel zwingen Züchter zum Aufhören

Problematisch wird es, wenn die Vögel unterwegs beim Flug in die Heimat von – streng geschützten – Greifvögeln wie Sperber, Habicht oder Wanderfalken attackiert werden. Die Greife sind übrigens auch beim Freiflug der Tauben am Haus der Besitzer ein Riesenproblem. Jeder Taubenzüchter kennt diese Verluste nur allzu gut, und so mancher gab das geliebte Hobby schon frustriert auf, weil er es nicht mehr mit ansehen konnte, wenn der Habicht jeden Tag Tauben tötete.

Raubvögel seien im wahrsten Sinne des Wortes ein mörderisches Problem für den Brieftaubensport, hieß es in Oppendorf. Zwischen September und März würde er deshalb seine Brieftauben ausschließlich im Schlag belassen, weil die Greifvögel im Winter – dann auch durch Zuzüge aus nördlichen Regionen – besonders viele Tauben schlagen würden, sagte Vorsitzender Werner Lohaus-Möhlfeld.

Das sind die erfolgreichsten Züchter

Dennoch haben die Brieftauben-Freunde viel Freude an ihrem Sport – vor allem, wenn die Gefiederten auf den Flügen besonders schnell unterwegs waren und für ihre Besitzer Pokale »erflogen«. »Dümmerreisetaube«-Vereinsmeister mit den fünf besten Tauben eines Züchters auf allen Flügen in 2017 wurde Christian Henke. Er verwies Heinz Reddehase auf Platz zwei und Günter Knoblauch auf den dritten Platz. Heinz Reddehase holte den Titel des Generalmeisters.

Die Meisterschaft mit weiblichen Tauben konnte Christian Henke für sich entscheiden. Er verwies Reddehase und Knoblauch auf die Plätze.

Henke stellte den besten Täuber und das beste Weibchen. Die beste einjährige Taube gehörte Heinz Reddehase. Pokalmeister mit drei Alttauben wurde Christian Henke. Die Meisterschaft mit einjährigen Tauben konnte Heinz Reddehase für sich entscheiden.

Den Präsidenten-Cup, den es für die schnellste Taube eines Wettfluges gibt, ging an Heinz Reddehase. Bei den Herbstwettflügen der Jungtiere konnte Andreas Otte-Krone diesen Titel für sich entscheiden, bei den Alttieren lag Günter Knoblauch vorn.

Jungtiermeister 2017 ist Heinz Reddehase. In der Jugendklasse errangen die Tauben von Leon Henke diesen Titel. Er darf sich zudem Jugend-Pokalmeister nennen – ein Titel, den ihn drei seiner Tauben einbrachten.

Das beste Jungtier stellte Christian Henke. Den Wanderpokal von Martin Gieske, gestiftet für den Besitzer von fünf schnellen Tauben auf den ersten beiden Jungtierflügen, erhielt Reddehase ebenfalls. Der Angelika-Kohn-Pokal ging ebenfalls an Reddehase.

Meister mit drei einjährigen Tauben auf der Herbstreise 2017 wurde Heinz Reddehase, er stellte auch die beste jährige Taube auf den Herbstwettflügen und gewann den Pokal »Schloßtaube«.

»Aufsteiger des Jahres 2017« ist Werner Lohaus-Möhlfeld. Er konnte unter den Vereinsmitgliedern die Ergebnisse seiner Wettflugtauben am stärksten steigern.

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