Täter vom Gericht für geisteskrank erklärt Dielinger Mörder nahm sich das Leben

Dielingen (WB). Auf große Resonanz ist  unser Bericht über den Mörder Gerhard L. gestoßen, der 1967 in einem Haus auf der Dielinger Fischerstatt die Berliner Speditionsbesitzerin Gerda Nitschke mit drei Genickschüssen tötete (wir berichteten in der Samstagausgabe).

Von Dieter Wehbrink
Täter Gerhard L. und das Haus, in dem die Tat geschah.
Täter Gerhard L. und das Haus, in dem die Tat geschah. Foto: Willy Lindemann (Archiv)

Unklar war, zu welchen Strafen der damals 37-jährige Revisor und seine Ehefrau Irmgard als Mittäterin (damals 38 Jahre alt) verurteilt wurden. Die Aufbewahrungspflicht von Justizakten beträgt 30 Jahre, und ältere Dielinger konnten sich nicht mehr an das Gerichtsverfahren erinnern. Doch jetzt erreichte die Redaktion eine E-Mail von Günter Vorrath. Der Gehlenbecker betreut die Polizeihistorische Sammlung Minden-Lübbecke. Vorrath schreibt: »Laut Presseartikel wurde der Prozess gegen die Eheleute L. im Dezember 1970 vor dem Landgericht Bielefeld geführt. Die Urteile ergingen am 21. Dezember 1970. Gerhard L. wurde durch Gutachter für geisteskrank erklärt. Einen Tag nachdem ein Gericht seine Einweisung in eine Heil- und Pflegeanstalt angeordnet hatte, nahm sich Gerhard L. am 22. Dezember 1970 noch in der Bielefelder Haftanstalt das Leben. Durch vorgetäuschte Schlaflosigkeit hatte L. Schlaftabletten gesammelt und somit seinen Suizid durchgeführt. Die Ehefrau wurde wegen Beihilfe zur Freiheitsentziehung und Nötigung zur einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt.«

Der vorbestrafte Gerhard L., der zuvor für die Spedition Nitschke gearbeitet hatte, war in gerichtliche Auseinandersetzungen mit dem Unternehmen geraten. Mit seiner Frau gelang es ihm, die Unternehmerin mit einem Bulli von Berlin nach Dielingen in seinen gemieteten Kotten zu verschleppen. Die Söhne von Gerda Nitsche, so forderte der Täter, sollten ein Lösegeld von 138.000 Mark unter die Deelentür des Dielinger Hauses schieben. Sie schalteten jedoch die Polizei ein, die das Gebäude umstellte. Gerhard L. erschoss Gerda Nitschke kaltblütig, bevor er sich festnehmen ließ.

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