Kai Abruszat will neue Initiative für Wertstofftonne anstoßen »Gelbe Säcke sind ein Ärgernis«

Stemwede (WB). Bürgermeister Kai Abruszat plant eine neue Initiative, damit die Gelben Säcke im gesamten Kreis Minden-Lübbecke – also auch in Stemwede – durch eine so genannte Wertstofftonne ersetzt werden.

Von Dieter Wehbrink
Jetzt stapeln sich am Abfuhrtag noch die Gelben Säcke. Viele Bürger wünschen sich aber die Wertstofftonnen.
Jetzt stapeln sich am Abfuhrtag noch die Gelben Säcke. Viele Bürger wünschen sich aber die Wertstofftonnen.

Dies teilte Abruszat dieser Zeitung gestern im Vorgespräch zur Vorbereitung auf die heutige Ratssitzung mit. Er will die Ratsmitglieder über sein Vorhaben informieren. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Gasthaus Bosse, Oppendorf. Wichtiger noch ist die für Ende März geplante Bürgermeister-Konferenz des Kreises, in der Abruszat seine Initiative ebenfalls vortragen will.

Porta Westfalica stellte sich quer

Fast wäre die Einführung der Wertstofftonne vor zwei Jahren im Kreisgebiet schon realisiert worden. Zehn von elf Kommunen hatten sich dafür ausgesprochen. Die Pläne scheiterten damals einzig am Widerstand von Porta Westfalica. »Auch unser Stemweder Gemeinderat hatte sich bereits im März 2015 klar für die Wertstofftonne ausgesprochen«, sagte Abruszat.

Das hatte seine Gründe. Ähnlich wie in anderen Kommunen ärgern sich nämlich auch viele Stemweder über die Gelbe-Sack-Lösung. Die Säcke sind zu dünn und reißen schnell. Bei Sturm werden sie am Abfuhrtag weggeweht, und der Müll verschandelt dann die Landschaft. Nicht selten machen sich nachts vor dem Abfuhrtermin Tiere an den Säcken zu schaffen und zerreißen sie. »All diese oft gehörten Argumente der Bürger teile auch ich voll und ganz«, betonte Kai Abruszat.

Vetrag mit Entsorger endet am 31. Dezember 2018

Aktuell wird die Sammlung der Gelben Säcke seit dem 1. Januar kreisweit vom das Unternehmen Tönsmeier aus Porta Westfalica durchgeführt. Die Firma Wüppenhorst aus Oppenwehe, die in Stemwede und Rahden die Säcke abholt, fungiert als Subunternehmer von Tönsmeier. »Die Vertragslaufzeit endet am 31. Dezember 2018«, sagte Abruszat. »Wenn man eine Wertstofftonne realisieren will, könnte man sie zum 1. Januar 2019 einführen. Dafür plädiere ich nachdrücklich.«

Die Wertstofftonne sei eine saubere Sache, findet auch der Bürgermeister. »Sie muss allerdings für die Haushalte ausreichend groß dimensioniert sein. Ein Volumen von mindestens 240 Litern ist aus meiner Sicht zwingend. Wichtig ist zudem, dass sich die Mehrkosten für den Bürger im Rahmen halten.«

»Mehrkosten müssen vertretbar sein«

Kai Abruszat erinnerte daran, dass bei der kreisweiten Diskussion vor zwei Jahren lediglich 2,80 Euro Mehrkosten pro Einwohner und Jahr im Gespräch waren. »Wenn wir die Tonne zum 1. Januar 2019 einführen wollen, brauchen wir allerdings noch in diesem Jahr in den Städten und Gemeinden die Diskussionen darüber – und diese Zeit zugleich als Vorlauf für ein Ausschreibungsverfahren«, betonte Abruszat. »Deshalb werde ich dies in der nächsten Bürgermeisterkonferenz thematisieren. Gelingen kann das nur, wenn alle elf Kommunen mitziehen. Für mich bedeutet die Einführung einer Wertstofftonne eine deutliche Serviceverbesserung für die Bürger, wenn sich die Mehrkosten in einer vertretbaren Größenordnung bewegen.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.