Drillinge im Leverner Nest – Vogelwarte schickt nur einen Ring Jungstorch bekommt »Ausweis«

Levern (WB). Drei Jungstörche wachsen derzeit im Nest in der Niederheide auf – kein Wunder, dass sich die Leverner über den Bruterfolg 2016 riesig freuen.

Von Martin Nobbe
Ein Blick in das Storchennest in der Leverner Niederheide. Die Drillinge stellen sich tot, sie sind aber putzmunter. Eines der Tiere hat gerade seinen Ring bekommen, mit dem man später seine Lebensgeschichte zurückverfolgen kann.
Ein Blick in das Storchennest in der Leverner Niederheide. Die Drillinge stellen sich tot, sie sind aber putzmunter. Eines der Tiere hat gerade seinen Ring bekommen, mit dem man später seine Lebensgeschichte zurückverfolgen kann. Foto: Martin Nobbe

Doch die Beringungsaktion hätte besser verlaufen können. Zum einen hatte die Vogelwarte Helgoland nur einen Ring für das Leverner Nest geschickt. Ein zweiter Knackpunkt: Als Stefan Bulk mit seiner Tochter Sirka am Beringungsort eintraf und Detlef Spechtmeier aus Lübbecke seinen Hubwagen um 18.30 Uhr in Position brachte, fing es an zu regnen und hörte auch nicht mehr auf.

Störche in Schockstarre

Der aufgeregte Altstorch hatte schon längst den Horst verlassen als sich der Hubwagen mit Stefan Bulk, seiner Tochter und Helfer Detlef Spechtmeier dem Horst vorsichtig dem Horst näherten. Die drei Jungstörche verfielen sofort in eine so genannte Schockstarre, sie stellen sich tot. Für Laien, die zum ersten Mal in ihrem Leben in ein solches Nest voller »lebloser« Jungtiere blicken, ist dies jedes Mal ein Schreck. Der Vorteil dieser Regungslosigkeit: Die Kleinen ließen die Beringungsaktion ohne Murren über sich ergehen.

Da von der Vogelwarte Helgoland nur ein Ring zur Verfügung gestellt wurde, konnte in der Niederheide auch nur ein Storch beringt werden. Der zweite Ring war für ein Nest in Süden Getmolds bestimmt und auch exakt so in Helgoland registriert worden. Deshalb durfte er auch nicht für das Leverner Nest verwendet werden.

Trauriges aus Getmold

Leider gibt es über den Getmolder Stochennachwuchs nur Trauriges zu berichten. Zwar waren auch dort drei Jungstörche geschlüpft, doch alle drei überlebten nicht. Stefan Bulk hat die Übereste aus dem Horst entfernt. Er glaubt, dass die Altstörche im nächsten Jahr hier einen Neustart wagen.

Nach der Beringungsaktion in Levern kehrte der Leverner Altvogel sofort zum Horst zurück und gab den Küken seinen Schutz und Geborgenheit zurück. Im Spätsommer werden die Drillinge von Levern dann auf die gefährliche Reise in den Süden gehen.

Tod in Tansania

Anhand des Rings mit der Nummer »5 T 687« trägt nun zumindest eines der Tiere einen »Personalausweis«. Die Leverner hoffen nun, dass ihm nicht das gleiche Schicksal widerfährt wie einem Vorjahres-Geschwister: Dieser Storch war im fernen Tansania tot aufgefunden worden. »Hoffentlich kommt der Adebar hierher zurück und sorgt in einpaar Jahren auch wieder bei uns für Nachwuchs«, wünschte sich Anneliese Pape, deren Anwesen direkt neben dem Leverner Storchennest liegt. Die ganze Familie Pape verfolgt seit Jahren mit Begeisterung die Rückkehr der so lange verschwundenen Störchenpopulation im Stiftsdorf. Anneliese Pape hatte die Beringungsaktion aus nächster Nähe beobachten können.

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