Tag der offenen Tür bei den Luftsportlern – nahezu 10.000 Besucher bei tollem Wetter Flugzeug »malt« Herz an den Himmel

Bohmte/Stemwede (WB). Ohne »Holm- und Rippenbruch« – so lautet der Fliegergruß – haben die Luftsportler des Wittlager Vereins den Tag der offenen Tür erlebt. Traditionell richtet der Verein, dem viele Mitglieder aus dem Altkreis Lübbecke angehören, am 1. Mai die Großveranstaltung auf dem Flugplatz Bohmte aus.

Von Gertrud Premke
Mit Rauchpatronen haben die Kunstflieger Figuren an den Himmel gemalt. Hier ist ein Herz herausgekommen. Die Besucher sind von den Leistungen der Piloten beeindruckt gewesen.
Mit Rauchpatronen haben die Kunstflieger Figuren an den Himmel gemalt. Hier ist ein Herz herausgekommen. Die Besucher sind von den Leistungen der Piloten beeindruckt gewesen. Foto: Gertrud Premke

Die Luftsportler waren auf einen Ansturm von Besuchern bestens gerüstet, doch im Blick hatten sie eigentlich nur das Wetter, denn dies war Tage zuvor mit Schnee-und Graupelschauern einfach miserabel. Doch die Luftsportbegeisterten und die

Besucher hatten mit dem Wetter richtig Glück.

Gut gelaufen

»Es ist alles bestens gelaufen. Wir sind äußerst zufrieden. Selbst nachts habe ich nur noch an das Wetter gedacht und habe im Internet recherchiert«, berichtet Friedrich Lüke, Mitorganisator, Moderator, aktiver Luftsportler und Fluglehrer.

Er führte an diesem Tag auch durch das Programm. Das Hochdruckgebiet bescherte den Vereinsmitgliedern einen Ansturm von etwa 10.000 Besuchern.

Bereits morgens um neun Uhr dröhnten die ersten Flugzeugmotoren über den Wittlager Luftraum und das ging über den gesamten Tag bis zum Schluss der Veranstaltung.

Weithin bekannt

Für die Besucher war es Flugkunst zum Anfassen in familiärer Atmosphäre. Diese Veranstaltung hat sich über die Grenzen hinaus einen Namen gemacht. Und da braucht man kaum mehr einzuladen: Die Besucher kommen von selbst. So sah man auch Autokennzeichen nicht nur aus dem heimischen Raum, sondern auch Radtouristen, Spaziergänger und Familien mit »Kind und Kegel«.

Highlights der Veranstaltung waren der Riesendoppeldecker Antonow, angereist aus Ballenstedt am Nordharz, mit dem 1000 PS Sternmotor, der den ganzen Tag für Rundflüge mit bis zu neun Personen zur Verfügung stand. Ebenso konnten kontinuierlich Helikopter -Rundflüge gebucht werden.

Kunstflug

Weitere besondere Höhepunkte für die Flugenthusiasten waren die Darbietungen der Kunstflieger, insbesondere die atemberaubenden Kunstflugeinlagen der beiden »Kunstflugakrobaten« Walter und Toni Eichhorn.

Vater und Sohn sind Flugkapitäne der Lufthansa. Walter Eichhorn ist bereits im Ruhestand mit mehr als 20.000 Flugstunden. Außerdem flog er Düsenjäger, was seine Aktivitäten im Alter nicht einschränkt.

Vater und Sohn

Sohn Toni weist mehr als 15.000 Flugstunden nach. Walter Eichhorn steuerte seine »North American T 6«, einen Militärflugtrainer mit 600-PS-Sternmotor, Baujahr 1942 und Sohn Toni erschien mit seiner auffälligen blauen »Extra 330 LT«. Beide flogen auch im Duett und zeigten aufregenden Verbandskunstflug, so dass den Besuchern der Atem stockte, wenn das Dröhnen der Maschinen und die dunklen Rauchschwaden ihre Loopings am Himmel malten.

Sinkflug, dann zieht die Maschine wieder hoch in den Luftraum, dann ein Überschlag und das alles mit 300 Kilometern pro Stunde. Für den Laien kaum vorstellbar, wie konzentriert hier die Piloten arbeiten und bei der Sache sein müssen. Diese einmalige Kunstflugakrobatik bescherte dem Senior Walter Eichhorn einen rauschenden Applaus, als der Motor verstummte und er aus seiner Maschine stieg.

Doppeldecker

In einem anderen »Kraftpaket« saß Uwe Schlätker am Steuerknüppel: ein einsitziger roter kleiner Doppeldecker aus Nordhorn. Wie ein roter Blitz schoss er mit unvergleichbarem Sound über das Flugfeld und versetzte die Besucher am Rande des Flugfeldes immer wieder ins Staunen. Als zusätzliche Überraschung waren neun Ultraleicht-Flieger von einem befreundeten Club aus Haaren/Ems erschienen und boten den Zuschauern mit ihrem Formationsflug eine besondere Darbietung.

Modellflieger

Direkt neben den »Großen« hatten auch die Modellflieger ihren Platz in Bohmte und so surrte es auf dem gegenüberliegenden Flugfeld ständig über die Wiesen und am blauen Himmel.

Unterstützt wurde die Veranstaltung von den Gewerbetreibenden aus Bohmte sowie dem Verein für Fitness und Gesundheit in Bohmte, die Spielgerätschaften zur Verfügung gestellt hatten, wie etwa eine große Hüpfburg.

Ganz besonderes Lob verdienten die Vereinsmitglieder, die 130 selbst gebackene Torten und Kuchen bereitstellten. Eine Tombola, Kinderkarussell, Informationsstände des Luftsportvereins Wittlage und der Bundeswehr rundeten das vielseitige und spannende Programm ab.

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