Auch nach dem Rückzug aus der Kommunalpolitik bleibt Friedrich Schepsmeier aktiv
Begeisterung ist sein Markenzeichen

Wehe -

„Es wird etwas ruhiger, wenn man auf die 80 zugeht“, antwortet Friedrich Schepsmeier, Oberstudiendirektor a.D., im Gespräch mit dieser Zeitung auf die Frage nach seinen Plänen für die Zeit seines nun beginnenden politischen „Ruhestands“ nach mehr als 30 Jahren Tätigkeit auf Kommunal-, Kreis- und Landesebene.

Mittwoch, 10.02.2021, 02:00 Uhr
Kultur ist das verbindende Element einer Gesellschaft - für Friedrich Schepsmeier eine Herzensangelegenheit, die er mit Begeisterung pflegt. Hier bei einem Konzert mit Marie Diot. Foto: Peter Götz

Etwas ruhiger, wohlgemerkt, denn einen vollständigen Rückzug ins Privatleben kann man sich bei dem stets Ruhe und Vitalität ausstrahlenden Sozialdemokraten nicht so richtig vorstellen.

Der gebürtige Rahdener kam 1976, nach dem Studium und dem 1. Staatsexamen, als Lehrer nach Espelkamp an das Söderblom-Gymnasium, wo er bis 1992 tätig war. Dann bewarb sich der damalige Oberstudienrat in Lübbecke an seiner „alten Penne“, wo er bis 1995 unterrichtete.

Auf Grund seiner Wahl in den nordrhein-westfälischen Landtag unterbrach Friedrich Schepsmeier, inzwischen Studiendirektor, seine pädagogische Tätigkeit, um seiner politischen Aufgabe gerecht zu werden. Im Jahr 2000 kehrte er wieder in den Schuldienst zurück, diesmal nach Petershagen, wo ihm bald darauf von seinen Kollegen die Schulleitung angetragen wurde.

„Es ging mir darum, mein berufliches Standbein nicht zu vernachlässigen, das war ich meiner Familie und mir selbst schuldig – trotz meines vielfältigen Engagements sollte die Politik immer ein Ehrenamt sein“, kommentiert er seinen Rückzug aus der Landespolitik. Es seien ja eigentlich nie nur der Beruf und das kommunale Mandat gewesen, sondern es seien immer noch vielerlei andere Tätigkeiten abseits der Parteigremien hinzugekommen, beispielsweise die Berufung zum Schöffen am Landgericht Bielefeld, der Vorsitz des Kuratoriums vom Ludwig-Steil-Hof und die Mitwirkung im Aufsichtsrat der Lebenshilfe.

„Das alles ist in dieser Vielfalt und Intensität nur möglich gewesen, weil meine Familie und ganz besonders meine Frau mir dafür den Rücken frei hielten. Im Nachhinein betrachtet, gehörte auch ein gewisses Maß an Selbstausbeutung dazu, oft auch auf Kosten manch schöner Dinge, die wir als Paar oder Familie hätten erleben können. Trotzdem möchte ich die dabei erlangte Lebenserfahrung nicht missen“, sagt Schepsmeier.

Durch sein politisches Talent hat Friedrich Schepsmeier im gesamten Mühlenkreis Minden-Lübbecke viele Projekte mit initiiert, unterstützt und vielfältige Spuren hinterlassen: vom Life House in Stemwede über den Erhalt der Weißstorch-Population im Nordkreis bis hin zu den beliebten Kulturveranstaltungen des Heimatvereins an der Weher Bockwindmühle.

Schepsmeier gilt als ein erfahrener Teamplayer, der über Parteigrenzen hinweg auch bei schwierigen Aufgaben zu nachhaltigen Lösungen beitragen kann.

„In Wehe wohnen viele engagierte Menschen, und so gibt es zu jedem wichtigen Thema anfangs auch viele unterschiedliche Ideen und Auffassungen. Im Rat und bei den Dorfgesprächen werden die kritischen Fragen erörtert – auch durchaus kontrovers diskutiert. Am Ende, bei den Abstimmungen, sprechen wir stets mit einer Stimme,“ beschreibt Friedrich Schepsmeier den Umgang der Weher Verantwortlichen miteinander. „Wenn es zum Schwur kam, konnten wir uns immer aufeinander verlassen!“

Auf dieser Grundlage hat sich das Dorf Wehe positiv entwickelt. Es hält für seine etwa 1800 Einwohner Lebensqualität bereit und wird dafür seit den frühen 2000er-Jahren mit Preisen hinsichtlich seiner Infrastruktur und Zukunftsfähigkeit ausgezeichnet-

Auch in der (nahen) Zukunft wollen sich die Weher Menschen und Vereine noch vielen Herausforderungen stellen. Angesichts des Rückzugs verdienter Mandatsträger ins „Privatleben“ wird es wohl einen Generationswechsel geben. Dafür wollen die „alten Hasen“ wie Friedrich Schepsmeier oder auch sein langjähriger Weggefährte und Kontrahent Heinz Grundmann aus dem Lager der Christdemokraten die Vorbereitungen treffen.

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