Ungenutzte Flächen durch Wandel in der Bestattungskultur – Stadt muss mit spitzer Feder rechnen
Friedhöfe verursachen hohe Kosten

Rahden -

Die Stadt Rahden muss ein Problem mit ihren Friedhöfen lösen: Mit der Veränderung der Beerdigungskultur sind mehr und mehr Grabstätten ungenutzt, müssen aber von der Stadt weiterhin gepflegt werden.

Montag, 08.02.2021, 02:00 Uhr
Der Rahdener Friedhof mit seinen historischen Kreuzen Foto: Michael Nichau

Dadurch entstehen Kosten, die man in Zukunft reduzieren oder durch neue Technik vermeiden will.

Sechs Friedhöfe gibt es in der Stadt. Fünf davon in städtischer, der in Preußisch Ströhen in kirchlicher Regie. „Auf den städtischen Anlagen kümmern sich drei Friedhofswärter um die Gestaltung und Wartung der Flächen und Wege. Sie werden im Bedarfsfall von Mitarbeitern des Bauhofs unterstützt“, berichtete Christian Benker, Sachgebietsleiter Bauen und Wohnen bei der Stadtverwaltung.

Größter und am meisten frequentierter Friedhof sei der in der Stat Rahden selbst. Eine Erweiterungsfläche sei derzeit noch nicht genutzt. Sie werde aktuell als Blühstreifen gestaltet. „Es gibt eine Friedhofskapelle mit sechs Kühlräumen und einer WC-Anlage“, berichtete Benker im neuen Ausschuss für Umwelt und Klima. Die WC-Anlage sei erneuerungsbedürftig und man bemühe sich, die Wege des gesamten Friedhofs barrierefrei zu gestalten, zog Benker eine kleine Bilanz.

Auch in Varl gebe es Freiflächen. Auch dort plane man aber eine Neubelegung der Gräber im vorhandenen bestand (nach Ablauf der Ruhezeiten).

Der kleinste Friedhof der Stadt in Sielhorst werde teils mit neuen Hecken versehen. „Die alten sind teilweise im Sommer eingegangen. heute wird gleich eine Bewässerung eingebaut“, sagte der Verwaltungsmann.

Der Friedhof in Wehe werde in Zusammenarbeit mit Kirche und Vereinen immer wieder aufgewertet. Dort seien ein neuer Vorplatz und ein neues Tor geschaffen worden. Der Hauptweg wurde neu gepflastert. „Hier haben die Vereine viel Eigenleistung erbracht“, lobte Benker ausdrücklich.

Und auch in Tonnenheide tut sich einiges: In Nachbarschaft zum Sportlerheim wurde dort im vergangenen Jahr ein Blühstreifen angelegt. „Dort gibt es keine Kapelle. Die Trauerfeiern finden in der nahe gelegenen Kirche statt“, sagte er.

Die Tonnenheider Dorfgemeinschaft habe 2020 das Projekt der Gestaltung des Eingangsbereiches angeschoben. Dort befinde sich eine kreisförmige Fläche, die mit Obstbäumen eingefasst und begrünt werden soll. Ruhebänke und ein Insektenhotel sind dort neben kleinen Hecken vorgesehen. „Damit will man der Fläche neuen Charme verleihen und die auch pflegeleicht machen“, meinte Benker.

„65 Prozent der Bestattungen erfolgen auf dem Rahdener Friedhof und auch das Verhältnis von Sarg- und Urnenbestattung hat sich verschoben: 65 Prozent wählen die Urnenbestattung.“

Dadurch entstünden viele Freiflächen, die unterhalten werden müssten, ohne dafür Gewinne zu erzielen. Viele Gräber würden schon vor Ablauf der Nutzungsdauer nicht mehr gepflegt. Das sei ein zusätzliches Problem.

Trend in anderen Kommunen sei, eine Ablösung zu ermöglichen: Das Grab werde dann abgeräumt und als Grünfläche auf Kosten der Angehörigen weiter gepflegt.

Auf den Friedhöfen gebe es auch mehr und mehr so genannte „pflegefreie Urnen-Reihengräber“. „Dort liegt auf einer Rasenfläche jeweils eine Grabplatte. Der Rasen kann dann mehrmals problemlos gemäht werden“, erläuterte Benker.

Beliebt seien auch die Urnen-Wahlgrabstätten. Auf knapp einem Quadratmeter Fläche könnten dort vier Urnen beigesetzt werden. Zusätzlich halte man Flächen für anonyme Beisetzungen bereit. Diese würden ausschließlich in Urnen erfolgen.

Man wolle Barrierefreiheit herstellen. „Wir haben mit einem Rollstuhlfahrer den Rahdener Friedhof besucht und Stolperfallen sowie Barrieren aufgezeichnet, die jetzt entfernt werden“, sagte der Fachbereichsleiter.

Auch wolle die Stadt Rahden alle fünf städtischen Friedhöfe von einer Firma kartieren lassen. Mit der gelieferten Software würden sich dann die Grabstätten leichter verwalten und neu belegen lassen, kündigte Benker ein neues Projekt der Stadt an.

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