Tierpark Ströhen hofft auf Wiedereröffnung im März oder April – neue Attraktionen
Tapire haben Nachwuchs bekommen

Wagenfeld-Ströhen -

Seit wenigen Wochen freut sich der Tierpark Ströhen über einen ganz besonderen Zuchterfolg. Im Tapirhaus hat es Nachwuchs gegeben.

Donnerstag, 04.02.2021, 02:00 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 09:48 Uhr
Die Tapire im Tierpark Ströhen haben nach langer Anlaufzeit endlich Nachwuchs bekommen. Das Jungtier wird aber noch einige Zeit seine Ruhe genießen dürfen, denn der Park bleibt wegen der Corona-Auflagen weiterhin geschlossen. Foto: Susanne Ismer

„Wir haben in diesen Tagen mit der Geburt gerechnet, aber wann es ganz genau soweit ist, kann man schlecht vorhersagen“, freut sich Tierpflegerin Frauke Niehus über die reibungslose Geburt.

Noch können sich aber die Besucher nicht am Anblick des Tierbabys erfreuen. „Wir hoffen auf eine baldige Wiedereröffnung des Parks“, sagt Tierparkleiter Dr. Nils Ismer auf Anfrage.

Wie er mitteilt, sei es Absicht der Landesregierung Niedersachsens, unterhalb des Inzidenzwerts von 50 die Parks und Freizeiteinrichtungen wieder zu öffnen. Begrüßen würde er persönlich eine Lockerung ab einer 100-er Inzidenz. „Wir stehen hinter der politischen Entscheidung, doch es ist nicht nachzuvollziehen, dass etwa Wandern in bestimmten Gebieten zugelassen ist, das Spazierengehen in einem weitläufigen Park unter freiem Himmel aber nicht.“

Dr. Nils Ismer

Dr. Nils Ismer Foto: Tierpark Ströhen

Denn: Zoos würden gesellschaftliche und soziale Funktionen übernehmen. „Besuche würden Kindern guttun, die nicht in die Schule gehen dürfen“, sagt Ismer.

Seit Anfang November sei der Ströher Park geschlossen . „Wir haben erhebliche Umsatzeinbußen und warten auf die Förderung, die uns der Bund in Aussicht gestellt hat.“ Die Versorgung der Tiere sei aber sichergestellt: „Deren Pflege und Fürsorge stehen an erster Stelle. Finanziell geht uns da schon an die Substanz, aber wir werden dank der Förderung wohl überleben“, meint der Tierpark-Leiter.

Er hofft, im März, spätestens im April wieder öffnen zu können. „Das sind unsere umsatzstärksten Monate rund um Ostern. Dann werden auch die meisten Tierbabys geboren – und das ist letztlich eine Attraktion für die Besucher.“

Die Tierbabys haben derzeit noch ihre Ruhe: Die beiden Tapir-Eltern teilen sich die Südamerikaanlage im Tierpark Ströhen schon seit einigen Jahren. Der Tapirvater ist 2006 geboren und eine Leihgabe des Zoo Hannover. Er wurde dem Tierpark Ströhen zu Zuchtzwecken überlassen.

„Die Zusammenarbeit mit anderen Zoos ist für uns sehr wichtig“, erläutert Ismer. „Die Erhaltung einer vor dem Aussterben bedrohten Art ist nur möglich, wenn wir das zur Verfügung stehende Genmaterial nutzen und austauschen.“ Die Tapirmutter ist neun Jahre alt und stammt aus dem Tierpark Hagenbeck. Sie lebt seit 2013 im Tierpark Ströhen. „Die beiden haben sich viel Zeit gelassen, sich besser kennenzulernen. Umso mehr freuen wir uns, dass es endlich mit dem Nachwuchs bei den Tapiren geklappt hat“, meint Ismer.

Flachlandtapire stammen aus Südamerika und werden aufgrund ihrer Körperform, die sich seit mehr als 50 Millionen Jahren nicht verändert hat, auch „lebende Fossile“ genannt. Tapire ähneln optisch wohl eher einem Schwein, ihre nächsten Verwandten sind jedoch Pferde und Nashörner. Sie werden von der Weltnaturschutzorganisation als „gefährdet“ eingestuft, weil der Mensch sie wegen ihres Fleisches bejagt und weil ihr Lebensraum, der Regenwald, zerstört wird.

Und so hoffen die Tierpark-Mitarbeiter darauf, die neue Attraktion bald wieder Besuchern präsentieren zu können.

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