Rahdener unterstützen Partnerverein in Sierra Leone – Corona-Hilfe beim YMCA in Bo eingerichtet
Krise wirkt sich bei den Ärmsten aus

Rahden/Sierra Leone -

Gute Nachrichten für den CVJM Rahden gibt es derzeit vom Partnerverein aus Sierra Leone. Dort konnte mit Hilfe aus Ostwestfalen eine Corona-Soforthilfe gestartet werden.

Dienstag, 02.02.2021, 02:00 Uhr
Die Mitarbeiter des YMCA Bo bedanken sich bei den Spendern des CVJM Rahden Foto: CVJM Rahden

Der CVJM Rahden ist seit 38 Jahren mit dem YMCA Bo freundschaftlich verbunden. Neben den guten persönlichen Kontakten steht die Förderung und Finanzierung eines Ausbildungsprojektes für junge Frauen im Mittelpunkt. „In schwierigen Zeiten, wie schon zur Ebola-Epidemie oder bei Starkregen-Ereignissen der letzten Jahre, versucht der CVJM Rahden auch bei den aktuellen Herausforderungen durch Corona zu helfen“, heißt es vom Vorstand.

„Sierra Leone macht keine Ausnahme, wenn Covid-19 weltweit zuschlägt“, berichtet Joseph Jebila, Regionalsekretär beim YMCA. Als eines der ärmsten Länder der Welt leidet auch Sierra Leone unter den Auswirkungen von Corona. Dabei müssen die Menschen dort nicht nur gegen das Virus ankämpfen, sondern auch gegen die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen.

„Da viele Menschen als Tagelöhner arbeiten, haben sie nur das zum Leben, was sie am Tag verdienen. Staatliche Sozialhilfe kann die Regierung nicht aufbringen“, betont der CVJM Rahden. „Nachdem wir schon gegen zwei Kriege gekämpft haben, ist jetzt der Hunger das Problem, das täglich Menschen tötet“, schreibt Joseph Jebila auf englisch. Da es keine Arbeit gebe und die Lebensmittelpreise ständig steigen würden, wüssten viele nicht, von was sie leben können. „Besonders Familien und Alleinerziehende Mütter sind von der Not betroffen.“ Es komme auch schon vor, dass Eltern ihre jungen Töchter verheiraten, um mit dem Brautpreis die Familie durch die Krise zu bekommen, schildert Joseph Jebila die existenziellen Nöte der Bevölkerung.

Mit der Corona-Soforthilfe konnte jetzt vielen Familien Reis, Öl und Maggi zur Verfügung gestellt werden, sodass für die nächsten Wochen für das tägliche Essen gesorgt ist. Joseph Jebila ist dankbar, dass nicht nur den Mitgliedern des Partnervereins aus Rahden geholfen wird, sondern der ganzen Region um Bo, ungeachtet ihrer Religion oder ethnischen Herkunft: „Unsere Partner, der CVJM Rahden hat der Gemeinde Bo, den YMCA-Vereinen in Bo und Pujehun mit Lebensmittel-Lieferungen und vorsorglichen Hilfsgütern geholfen.“

Dadurch wrde der Zusammenhalt in der Bevölkerung gestärkt und der Kampf gegen Corona als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen.

Viele der Empfänger, die keinen Kontakt zum YMCA haben, waren sehr erstaunt, als sie die Hilfsgüter in Empfang nehmen durften und konnten es kaum glauben.

„Der CVJM Rahden dankt Joseph Jebila und seinen Helfern, dass sie mit viel Engagement dafür gesorgt haben, dass mit den Spenden die vielen Säcke Reis, Kanister mit Öl und Gewürzen zur Versorgung der Bevölkerung verteilt werden konnten“, schreibt der Rahdener Verein.

Neben dem Kampf gegen den Hunger sei es Joseph Jebila auch ein Anliegen, dass mit den Spenden der Kampf gegen die Corona Infektionen in der Bevölkerung unterstützt wird: „Wir haben begonnen von den Covid-Spenden zu profitieren, indem die Menschen sensibler für das Problem geworden sind.“

Schon während der Ebola-Epidemie hatte der YMCA die Bevölkerung über Hygienemaßnahmen informiert. So werde dies jetzt auch gemacht. Außerdem wurden an die Familien Behälter für die Hygiene und Desinfektionsmittel verteilt und immer wieder auf die Hygiene- und Anstandsregeln hingewiesen.

Der CVJM Rahden sagt auch der Kirchengemeinde Rahden, dem Kirchenkreis Lübbecke und der Landeskirche, vertreten durch den „Möwe“-Ausschuss, Dank: „Ohne die großzügige Unterstützung der Kirche hätten wir dieses Hilfspaket nicht so finanzieren können,“ sagt Hannah Zimmermann, Vorsitzende des CVJM Rahden, die das Hilfspaket angeschoben hat.

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