Kirchengemeinde Rahden betritt neue Wege – gemeinsames Singen im Freien
Mit Licht und Lied durch den Advent

Rahden -

Vieles, was in der Vorweihnachtszeit dazugehört, hat in diesem Jahr seinen angestammten Platz im kirchlichen „Advents-Kalender“ verloren.

Donnerstag, 10.12.2020, 02:19 Uhr

Eine große Herausforderung, der sich viele christliche Gemeinden schon seit geraumer Zeit gegenüber sehen.

Auch für die Kirchengemeinde Rahden hieß es umdenken und von lieb gewonnen Traditionsveranstaltungen Abschied nehmen – oder zumindest bis zum Ende der Pandemie zu pausieren.

In einem Gespräch mit dieser Zeitung erzählen die Pfarrerinnen Gisela Kortenbruck und Micaela Strunk-Rohrbeck sowie ihre Kollegen Udo Schulte und Hagen Schillig von ihrem Umgang mit der Corona-Situation und von den Lösungen, die gefunden wurden.

„Für die Gemeinden und viele Christen fängt mit dem Advent eine der schönsten und wichtigsten Zeiten im Jahr an,“ leitete Pfarrerin Gisela Kortenbruck das Gespräch auf dem Rahdener Kirchplatz ein, wo gerade die Tannen aufgestellt wurden. „Deshalb mussten wir neue Wege finden, um das, was wir als Gemeinde in der Weihnachtszeit vom christlichen Glauben zu sagen haben, in einer Gemeinschaft tatsächlich sagen zu können.“

Hygienebestimmungen

Ein neuer Weg für Worte und Bilder ist der Youtube-Kanal der Gemeinde, der ohne Corona nicht so schnell entstanden wäre und für den jetzt jeden Sonntag einer der Gottesdienste aufgezeichnet wird. „Zumindest in der St. Johannis-Kirche ist durch die wegen der Hygienebestimmungen eingesetzte Beamer-Technik ein gewisser Medien-Innovationsschub entstanden. Wir können auch Videosequenzen einspielen, das bietet für Jugendgottesdienste ganz neue Möglichkeiten“, berichtet Udo Schulte.

Für diese Chancen, die mit der zwingend gewordenen Digitalisierung einhergehen, habe nicht jeder die finanziellen Mittel – doch die drei Pfarrbezirke seien in der letzten Zeit noch weiter zusammengerückt und unterstützten sich gegenseitig. „Was in schweren Zeiten wirklich zählt, ist Solidarität“, weiß man in Rahden. Und die wird gelebt.

Auch der Kirchplatz bietet Raum für Freiluft-Aktivitäten wie etwa zentrale Sonntagsgottesdienste, wie sie noch in den Sommerferien gefeiert wurden. Dort gab es zudem am 1. Dezember den Auftakt zum werktäglichen Adventssingen – und dort wird auch dessen Abschluss am 22. Dezember begangen.

„Gerade Adventslieder sind wichtig, um die weihnachtliche Botschaft zu transportieren. Da in den regulären Gottesdiensten nicht gesungen werden darf, suchten wir nach anderen Möglichkeiten und Orten“, beschreibt Pfarrerin Micaela Strunk-Rohrbeck die Situation, aus der schließlich die Sing- und Andacht-Reihe „Mit Licht und Lied durch den Advent“ entstand.

Alternative Orte

„Im vergangenen Jahr trafen wir uns beim ‚Lebendigen Adventskalender‘ Abend für Abend zum Singen bei privaten Gastgebern oder Vereinen. Da wir in diesem Jahr für jeden einzelnen Ort ein Schutzkonzept hätten vorlegen müssen, war das so nicht möglich, das wollten wir den Gastgebern nicht zumuten“, ergänzt die Pfarrerin.

Alternative Orte fanden die Verantwortlichen auf dem Kirchplatz, vor der Christuskirche in Tonnenheide, der Auferstehungskirche in Wehe, dem Paul-Gerhardt-Haus und den Kapellen in Sielhorst und Varl – also Orte, für die schon ein gültiges Schutzkonzept besteht.

„Dort können wir aus unseren Weihnachtsliederbüchern singen, nach Möglichkeit unterstützt von unseren Kirchenmusikern. Wir laden alle dazu ein, sich auf Abstand zu versammeln. Dieser wird durch Laternen markiert, die jeweils drei Meter entfernt voneinander stehen“, sagt Micaela Strunk-Rohrbeck.

„An diesen Laternen können Menschen aus einzelnen Haushalten stehen und wir können Andacht halten, dabei Lieder singen und kurze Texte lesen. Das ganze wird etwa 20 Minuten dauern, bei Regen eventuell kürzer, bei gutem Wetter vielleicht auch eine halbe Stunde.“

Auch weitere Kooperationen haben schon ihre Spuren in der Johannis-Kirche hinterlassen. Mit dem Adventskranz und neuen Kerzen verströmt der Altarraum trotz leerer Bänke im hellen Mittagslicht schon einen festlichen Glanz. Für die hohen Kirchenfenster haben die Kinder der evangelischen Kindergärten in Rahden und Preußisch Ströhen aus Papier durchscheinende Häuser und Bäume gebastelt. Auf den Fensterbänken stehen Kerzen, die die Werke bei Dunkelheit von innen beleuchten. Wer draußen vorbeigeht, sieht so das Bild einer kleinen weihnachtlichen Stadt.

Singen im Kerzenschein

Für die Kirchengemeinde Rahden sind die Weihnachtsstadt und das tägliche Singen im Kerzenschein ein kleiner Lichtblick und ein starkes Symbol – ein Licht, das in der Adventszeit weitergetragen und verteilt wird bis am Ende alles hell erleuchtet ist.

Termine für „Mit Licht und Lied durch den Advent“: 10 und 11. Dezember, St. Johannis-Kirche; 14. Dezember, Kapelle Sielhorst; 15. Dezember, St. Johannis-Kirche; 16. Dezember, Christuskirche Tonnenheide; 17. und 18. Dezember, St. Johannis-Kirche; 21., Dezember Paul-Gerhard-Haus und 22. Dezember, St. Johannis-Kirche.

Die Treffen beginnen um 18 Uhr und dauern, je nach Wetterlage, etwa 20 Minuten. Den Besuchern wird warme Kleidung empfohlen. Eigene Laternen dürfen mitgebracht werden. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist Voraussetzung für die Teilnahme.

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