Feier nicht möglich: Kameradschaft ehemaliger Soldaten gibt Broschüre anlässlich des 125. Jubiläums heraus.
Chronik einer langen Geschichte

Varl -

Die Kameradschaft ehemaliger Soldaten Varl hat eine Chronik erstellt.

Mittwoch, 09.12.2020, 02:00 Uhr

125 Jahre alt wird die Kameradschaft ehemaliger Soldaten Varl in diesem Jahr. Eigentlich hatten die Mitglieder dieses Jubiläum richtig groß feiern wollen, doch die Corona-Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung. Zumindest mit einer aufwendig zusammengestellten Vereinschronik soll der Geburtstag nun gewürdigt werden.

Grußworte leiten die Broschüre ein, in der Aufgaben und Geschichte des Vereins beschrieben werden. Auf den

4326866-Bewegte Geschichte - You do not have permission to view this object.

Vereinsgeburtstag ist die einst als Krieger-, Landwehr und Reserveverein ins Leben gerufene Gemeinschaft sehr stolz. Zwei Dinge hatten im Lauf der Zeit immer Bestand: Die Kameradschaft untereinander und das Mitwirken am Geschehen im dörflichen Leben, sei es bei freudigen oder traurigen Anlässen.

Am 19. Januar 1895 kam es zur Gründungsversammlung und die Interessenten trafen sich dazu beim Gastwirt Hanau.

In der Gründungsurkunde, von Margret Windhorst aus der Sütterlin-Schrift übersetzt heißt es:

„Zur Gründung eines Krieger- Landwehr- und Reservevereins zu Varl, wahren heute die Kameraden von Varl bei Gastwirth Hanau versammelt.

Nach längerer Besprechung wurde beschlossen, einen Verein zu gründen, unter dem Namen Krieger- Landwehr- und Reserve-Verein Varl. Dies wurde demnächst einstimmig angenommen. Es wurde von den anwesenden Mitgliedern ein Vorstand gewählt, bestehend aus Kamerad Bollhorst als Vorsitzenden, Kamerad Krüger als Schriftführer, Kamerad Detering als Kassierer.

Ferner wurde über Gründung der Satzungen verhandelt, nachdem dieselben entworfen, wurde sie vorgelesen und einstimmig angenommen und es wurde beschlossen, dieselben am 20. Januar bei der königlichen Polizeibehörde zur Genehmigung vorzulegen.

Dann wurde die Versammlung mit einem Hoch auf seine Majestädt geschlossen.“

Bereits am 9. Juni 1895 wurde das Stiftungsfest gefeiert, 13 Monate nach der Gründung konnte der Krieger-, Landwehr- und Reserveverein eine Vereinsfahne sein Eigen nennen, die 228,85 Reichsmark kostete. „Sie war eine von Seide gemachte Fahne mit Goldkordelfransen und Quasten.“ Am 1. März 1896 wurde W. Wlecke zum ersten Fahnenträger gewählt.

Am 8. Januar 1899 beschlossen die Kameraden, das Vereinslokal – bisher bei Hanau – für zwei Jahre nach F. A. Wagenfeld zu verlegen. Am 28. Mai 1899 wurde das Sommerfest bei Gastwirt August Berg, Mühlendamm, gefeiert. Nur die Sommerfeste durften „auswärts“ gefeiert werden, die Winterfeste abwechselnd bei Hanau und Wagenfeld.

In der weiteren Geschichte der Vereins kam es 1906 zur Planung und zum Bau eines offenen Schießstandes auf dem freien Gelände zwischen dem Friedhof und der Schmiede Lange.

Die erste Varler Schießstand lag im zentralen Bereich des alten Varler „Buskhöbels“ (Buschhügel). Seit einiger Zeit ist auch eine Straße danach benannt.

Am 14. September 1913 wurde Heinrich Wilhelm Bremer, als neuer Vorsitzender gewählt und löste Wilhelm Bollhorst im Vereinsvorsitz ab. Im Kriegsjahr 1915 fand statt einer Feier zu Kaisers Geburtstag am 26. Januar ein Kirchgang statt.

Letztmalig vor Ende des Ersten Weltkrieges trafen sich die Mitglieder zu einer Versammlung am 20. Februar 1916. Dann aber brach der 1. Weltkrieg aus.

Eher undurchsichtig sind die politischen Verhältnisse nach dem Ende des Kaiserreichs, in Varl wird daher eine Einwohnerwehr gegründet, die am 22. Dezember 1919 ins Leben gerufen wird und für die sich 105 Männer anmelden. Zehn Gruppen wurden gebildet,

Im März 1920 übernahm Heinrich Griepenstroh den Vorsitz. Neben der Pflege von Kameradschaft und Geselligkeit wurde auch das Sportschießen gefördert.

Die Weltwirtschaftskrise zu Beginn der 30er Jahre machte auch vor Varl nicht halt. So beschloss die Generalversammlung am 28. August 1932, „das Sommerfest aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu feiern“.

Während des Dritten Reiches heißt der Vorsitzende „Führer des Vereins“. Das 40-jährige Bestehen feierte die Kameradschaft am 19. Januar 1935.

Das 50-jährige Jubiläum 1945 konnte die Kameradschaft überhaupt nicht feiern, denn die Vereinsarbeit ruhe in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges. Erst am 21. November 1953 trafen sich die Kameraden wieder zu einer General-Versammlung.

Am 13. März 1958 beschossen sie die Gründung einer Ortsgruppe der Kriegsgräberfürsorge. Seit diesem Zeitpunkt unterstützt der Verein aktiv den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge.

Am 25. September 1965 sprachen sich die Kameraden für die Anschaffung einer neuen Fahne aus, die am 6. November anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Kameradschaft im Gasthaus F. A. Wagenfeld feierlich geweiht wurde.

Auf der Generalversammlung des gleichen Jahres, am 28. Dezember 1965, wurde der „Krieger-, Landwehr und Reserveverein“ in „Kameradschaft ehemaliger Soldaten“ umbenannt.

Ein besonderer Tag in der Vereinsgeschichte ist der 24. November 1968. An diesem Totensonntag wurde die Friedhofskapelle und ein neues Ehrenmal, nach einem Entwurf des Bildhauers „von der Vorst“ aus Münster, fertiggestellt. Auf dem Ehrenmal sind die Namen der in den Weltkriegen Gefallenen und Vermissten eingraviert. Das alte Ehrenmal wechselte seinen Standort, kam auf die höchste Stelle des Friedhofs.

Die Kameradschaft ehemaliger Soldaten Varl feierte am 7. November 1970 bei F. A. Wagenfeld das 75-jährige Bestehen. 1972 freute man sich über den Neubau der Schießhalle im Ort.

Am 2. November 1985 hieß es erneut zu feiern. Die Kameradschaft wurde 90 Jahre alt. Zu dieser Veranstaltung konnte Vorsitzender Heinrich Bommelmann Bürgermeister Reinhold Spönemann, Ortsvorsteher Willi Meier und die Kameradschaften aus dem Stadtgebiet Rahden begrüßen.

„Die Kameradschaft bewahrt die Erinnerung, schöpft aus der Tradition, verteidigt unaufgebbare Werte, aber stellt sich zugleich den Aufgaben der neuen Zeit“. Mit diesen Worten blickte Festredner Pastor Werner Milstein auf 100 Jahre des Bestehens der Kameradschaft zurück. Die Kameraden feierten dieses Bestehen, am Samstag den 4. November 1995, mit einer Gedenkfeier und Festprogramm.

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