Willi Kopmann aus Sielhorst hat seine politischen Ämter in jüngere Hände gelegt
Rückblick auf 31 Jahre im Stadtrat

Rahden-Sielhorst -

Eine Bilanz seiner Tätigkeit in der Rahdener Kommunalpolitik hat Wilhelm Kopmann gezogen.

Freitag, 04.12.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 04.12.2020, 08:32 Uhr
Der langjährige Ortsvorsteher vor dem eisernen Pferdegöpel im ehemaligen Schulgarten. Die Mechanik stammt vom Hof Kopmann, mit ihr wurden über einen langen Zeitraum landwirtschaftliche Maschinen betrieben. Foto: Peter Götz

„Wir haben in Sielhorst zwar keinen Kirchturm“, sagte der ehemalige Ortsvorsteher. „Und doch schlägt mein Herz für Sielhorst, den Ort, in dem meine Familie seit mehr als 220 Jahren fest verwurzelt ist.“

Bereits in der achten Generation bewirtschaftet Familie Kopmann die Felder rund um den Hof am heutigen Springeldamm Nr. 4. Auch Willi Kopmann arbeitet als Vollerwerbs-Landwirt – „freischaffender Künstler“, wie er sich selbst und seine Berufskollegen scherzhaft bezeichnet. Neben seinem Beruf war er seit 1989 Ratsherr, ab dem Jahr 1999 Sielhorster Ortsvorsteher und bekleidete in den vergangenen 11 Jahren das Amt des ersten stellvertretenden Bürgermeisters von Rahden. Den Zugang zur Politik fand der stets zurückhaltend und besonnen wirkende Christdemokrat über seinen Onkel Heinrich Kopmann, seinerzeit Ortsvorsteher in Sielhorst.

Viel hat sich bewegt, in den 31 Jahren seiner Tätigkeit, in denen er unzählige Entscheidungen treffen und mittragen durfte. Herkulesaufgaben gab es genug für ihn, sowohl in Bezug auf Rahden als auch „sein“ Sielhorst betreffend. Schule, Göpelhaus, Dorfgemeinschaftshaus, Schießstände und Bauplätze wären nur einige Stichpunkte aus der Sielhorster Liste. Manches sei mühsam gewesen, Rückschläge habe es auch manchmal gegeben, doch seinen Blick richtete Willi Kopmann stets nach vorn.

„Herkulesaufgaben waren vor allem, einen Standort für das Feuerwehrgerätehaus zu finden, und der Bau des Fahrradwegs entlang der Lemförder Straße. Für diesen Bürgerradweg haben wir, zusammen mit den Kleinendorfern, über 20 Jahre gekämpft. Den dabei entstanden Stress wurde ich dann meistens auf dem Acker wieder los, hat aber auch bei mir manche Spuren hinterlassen – nun habe ich sozusagen „fertig““, berichtet er von seinem persönlichen Umgang mit den ihm gestellten Herausforderungen.

Auch in Rahden selbst gab es viele wichtige Dinge zu erledigen, mussten die Weichen für die Zukunft des Aue-Städtchens richtig gestellt werden. Der Bau des Gymnasiums, der Erhalt des Krankenhauses, das Ärztehaus, die Sanierung der Innenstadt, die Umgestaltung des Glindower Platzes, der Erwerb des Bahnhofs, die Ausweisung von Baugebieten und nicht zuletzt die Erneuerung des Kirchplatzes waren wichtige Meilensteine in der Zusammenarbeit des Rats mit Behörden und Institutionen.

„Da bestand oft viel Gesprächsbedarf, um einen Konsens zu finden, denn schließlich musste immer wieder viel Geld in die Hand genommen werden. Es galt, oft auch schwierige Überzeugungsarbeit zu leisten“, erinnert sich der 74 jährige. Alles in allem seien es für ihn natürlich schöne Erinnerungen, sei man durch die gemeinschaftlichen Herausforderungen doch auch menschlich zusammengewachsen.

An dieser Stelle hält Kopmann, dessen Blick, wie schon erwähnt, stets nach vorne gerichtet ist, nun doch eine kleine Rückschau: „Rückblickend kann ich sagen, dass ich jederzeit wieder alles genauso machen würde, wie ich es in der Vergangenheit getan habe. Im Laufe der Jahre sind durch meine Aktivitäten viele Freundschaften entstanden, die Zusammenarbeit mit Menschen wie Wilhelm Möhring, Willi Hilker, Bernd Hachmann oder auch Dr. Bert Honsel war stets eine Bereicherung und ein Ansporn für mich. Da ging es nie um Fraktions-Raison sondern immer um eine fruchtbare Zusammenarbeit zum Wohle der Allgemeinheit, denn letzten Endes war jeder in seinen Entscheidungen frei!“

„Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Wegbegleitern im Rat und der Verwaltung für die hervorragende Kooperation bedanken. Die größte Dankbarkeit empfinde ich aber gegenüber meiner Familie, die mir die ganzen Jahre den Rücken für meine politischen Aufgaben frei hielt und ganz besonders meiner Ehefrau Vera“, sagt Kopmann.

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