Schlägerei nach Prozess im Amtsgericht Rahden um gefährliche Verfolgungsjagd im Auto
Männer prügeln auf Zeugen ein

Rahden/Espelkamp -

Vor dem Amtsgericht in Rahden ist es am Dienstagnachmittag zu einem Übergriff auf einen 32-jährigen Mann aus Liebenau (Landkreis Nienburg/Weser) gekommen.

Mittwoch, 02.12.2020, 23:00 Uhr aktualisiert: 03.12.2020, 09:44 Uhr

Laut Angaben des Opfers sollen ihm vor dem Gebäude vier Männer aus Espelkamp aufgelauert und ihn mit Schlägen und Tritten attackiert haben. Ein Zeuge gab an, dass einer der Angreifer zudem mit einem Regenschirm auf den Mann eingeschlagen habe.

In Begleitung der Männer im Alter von 21 bis 60 Jahren hätten sich außerdem noch zwei Frauen befunden, die sich aber an dem Übergriff nicht direkt beteiligt hätten.

Um kurz nach 16 Uhr ging die Meldung einer Schlägerei mit mehreren Beteiligten bei der Polizei ein. Daraufhin rückten die Besatzungen zweier Streifenwagen zur Langen Straße aus. Als die Einsatzkräfte eintrafen, waren die Angreifer bereits verschwunden.

Eine Fahndung nach den Flüchtigen brachte keinen Hinweis auf den Verbleib der sechsköpfigen Gruppe. Wie die Polizei auf Nachfrage dieser Zeitung mitteilte, waren die Angreifer dem Opfer jedoch namentlich bekannt.

Währenddessen schilderten Opfer und Zeugen den Beamten lediglich die Geschehensabläufe. Zu einem Grund für den Angriff wollte sich der 32-Jährige auch auf mehrfache Nachfrage der Polizisten nicht äußern.

Der Mann erlitt leichte Verletzungen. Auf einen Transport ins Krankenhaus durch eine verständigte Rettungswagenbesatzung verzichtete er.

Die Beamten leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung ein.

Der Hintergrund des Angriffs wird deutlich, wenn man das vorhergehende Geschehen im Amtsgericht betrachtet: Richter Maximilian Schebitz erläuterte als Gerichtssprecher, dass das Opfer des Überfalls als Zeuge zu einem Prozess im Amtsgericht Rahden geladen worden sei. Dabei ging es – laut Anklageschrift – um ein Verfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr mit Sachbeschädigung gegen einen Espelkamper.

Der 30-jährige Angeklagte habe mit seinen Auto einen Wagen verfolgt, in dem sich neben dem Zeugen und weiteren Insassen auch seine Schwester befunden haben soll. Bei der Verfolgungsjagd soll er das Auto des Zeugen links überholt und versucht haben, es abzudrängen. Dabei sei es zu einer Kollision der Autos gekommen. Nachdem die Fahrzeuge an einer Ampel zum Stehen kamen, soll der 30-Jährige mit einem Baseballschläger auf das andere Auto eingeschlagen haben.

Hintergrund – so sagte der Richter – sei offenbar die Tatsache gewesen, dass die Schwester des Angeklagten eine Beziehung zu einem der Männer im verfolgten Auto gehabt haben soll, die dem Angeklagten nicht gefiel.

Das Verfahren gegen den 30-Jährigen aus Espelkamp ist gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt worden. Jetzt aber erwartet ihn wohl eine weitere Anklage.

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