Zwischenfrüchte auf den Feldern sind echte Multitalente
Gelbe und weiße Hingucker

Rahden/Lübbecke (WB). Gelbe und weiße Farbtupfer sind derzeit Hingucker in der Landschaft: Bei den farbigen Feldern handelt es sich häufig um gelben Senf oder weißen Ölrettich. Beide gehören zu den sogenannten Zwischenfrüchten. Doch nicht jede Zwischenfrucht blüht derzeit, sie sind auch als grüne Pflanzendecke auf dem Acker sichtbar.

Montag, 02.11.2020, 02:42 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 02:50 Uhr
Blühende Senf-Felder als Zwischenfrucht. Foto: LW-Kammer

Rainer Meyer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke, erklärt, dass der Anbau dieser Ackerfrüchte viele Vorteile habe: „Zwischenfrüchte sind richtige Multitalente.“

Die Zwischenfrucht bereitet den nachfolgenden Hauptfrüchten im nächsten Jahr wie Kartoffeln, Mais oder Zuckerrüben – die im kommenden Frühjahr in die Erde kommen – eine gute Vorfrucht. „Die jetzt blühenden Pflanzen sind nach der Ernte im Sommer gesät worden“, berichtet Meyer. Sie sind oft nicht winterhart, das heißt sie sterben bei Minusgraden im Winter ab und bilden eine schützende Mulchauflage, die auf dem Feld verbleibt.

„Ihre Überreste werden im Frühjahr in den Boden eingearbeitet und dienen den Bodenlebewesen und später auch den folgenden Kulturen als Versorgungsquelle“, erzählt der Vorsitzende. Die abgestorbene Biomasse werte den Ackerboden auf und bereichere den Humushaushalt. So liefern die Pflanzen Futter für Lebewesen wie den Regenwurm und einen Nährboden für Bodenbakterien.

Der Zwischenfruchtanbau dient weiter der Konservierung von Nährstoffen im Boden. Sie binden Nährstoffe im Boden, schützen sie damit vor Auswaschung im Winter und schaffen die Voraussetzung für ein optimales Nährstoffangebot für die Folgefrucht.

Sie überziehen den Ackerboden im Winter mit einem wirkungsvollen „Grünteppich“. Dieser schützt die Ackerflächen vor Austrocknung, Erosion und Unkrautentwicklung. Weiter sorgen die Pflanzen mit ihren tiefen Pfahlwurzeln für eine tiefere Auflockerung des Bodens. „Nebenbei bietet der flächige Pflanzenbewuchs Schutz und Futter für Wildtiere“, ergänzt Meyer.

Ölrettich und Senf seien beliebte Zwischenfrüchte, so der Vorsitzende und ergänzt: „Es gibt zudem viele andere, häufig werden sie in Mischungen, bestehend aus verschiedenen Zwischenfrüchten, ausgebracht.“

„Die positiven Effekte der Zwischenfrüchte sind vielfältig. Sie sind wertvoll für die Bodenfruchtbarkeit, das Bodenleben und Humusbildung. Sie sind eine Wohltat für den Boden, die Folgefrucht sowie für die wildlebenden Tiere“, fasst der Vorsitzende Rainer Meyer zusammen.

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