„Essen zum Mitnehmen“ bereichert das Angebot – Sitzplätze vorerst abgeschafft
Mensabetrieb komplett umgestellt

Rahden (WB/ni). Wie gestaltet man den Mensabetrieb, wenn die Einnahme des Mittagessens nicht mehr wie früher gemeinsam mit Mitschülern und Freunden im Mensagebäude stattfinden darf? Dieser Aufgabe mussten sich nach der Schließung durch den Lockdown im März die Stadt Rahden, die Verantwortlichen der weiterführenden Schulen und der Betreiber der Mensa des Schulzentrums Rahden, die Lübbecker Werkstätten, stellen.

Freitag, 09.10.2020, 02:00 Uhr
Neu gestaltete Wege gibt es in der Mensa am Schulzentrum. Die Lübbecker Werkstätten haben sich für Corona-Zeiten „Essen zum Mitnehmen“ einfallen lassen.

Abstand halten, Hände desinfizieren, Maske tragen und regelmäßiges Lüften – all das gehört mittlerweile zum Alltag. Die Umsetzung dieser Vorgaben in einer Mensa, in der täglich bis zu 300 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer der Sekundarschule Rahden und des Gymnasiums ihr Mittagessen einnehmen, war allerdings eine Herausforderung.

Ziel sollte sein, auch in Zukunft weiterhin eine Möglichkeit zu bieten, eine warme Mahlzeit einnehmen zu können. Gemeinsam mit Mitarbeitern der Stadt Rahden und dem Hygienebeauftragten der Lübbecker Werkstätten galt es, eine Wiedereröffnung der Mensa zum Schulstart nach den Sommerferien zu ermöglichen. Es ist gelungen.

Man sieht die Veränderungen in den Räumlichkeiten deutlich. Es gibt keine Sitzplätze mehr. Das bisher in den Räumen der Mensa ansässige Jugendcafé ist mittlerweile in die Lange Straße umgezogen, so dass dieser Bereich umfunktioniert wurde. Mit großem Einsatz der Schul- und Mensa-Mitarbeiter wurden Tische gerückt, Stühle weggeräumt, zusätzliche Kassen eingerichtet und Wegweiser geschaffen, so dass sich die Mensa-Nutzer an drei Bereichen orientieren können. Und ganz neu: alle Essensangebote gibt es „To Go“, also zum Mitnehmen.

Die Angebote der Mittagsverpflegung wurden von der Betriebsleiterin der Großküche der Lübbecker Werkstätten, Heike Buchholz, so angepasst, dass das Essen im Freien eingenommen werden kann. Unter dem Aspekt der Müllreduzierung wird das Essen nach Möglichkeit in kompostierbaren Verpackungen ausgegeben.

Das Angebot hat sich dementsprechend ebenfalls verändert: Für 2,80 Euro stehen zwei Menüs zur Auswahl. Darunter wird täglich auch ein vegetarisches beziehungsweise veganes Menü angeboten. Des Weiteren gibt es zusätzlich unterschiedliche Snack-Angebote. „Wir bieten gesundes Essen zu einem fairen Preis, trotz räumlicher Einschränkung“, sagt Heike Buchholz.

„Die Schülerinnen und Schüler der höheren Jahrgangsstufen und weitere, die im Besitz einer „Green-Card“ sind, welche das Verlassen des Schulgeländes grundsätzlich erlaubt, nutzen häufig die Möglichkeiten entfernter Angebote von Supermärkten und Schnellimbissen. Wir möchten – unter strenger Einhaltung der Corona-Auflagen – für ein gesünderes und nachhaltigeres Essen in unserer Mensa werben“, ergänzt Rüdiger Scholz von der Geschäftsführung.

„Die Mensa-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich immer über direkte konstruktive Kritik und Anregungen. Die Ergebnisse von schriftlichen Befragungen in den Schulen sind in der Auswertung. Im Dialog mit der Stadt und den Schulen werden Ideen und Vorschläge umgesetzt. Die Lübbecker Werkstätten schauen zuversichtlich in die Zukunft“, sagt Scholz.

Ein KOMMENTAR von Michael Nichau

Es ist schon eine gute Idee, in der Mensa am Schulzentrum für ausreichenden Abstand und Hygiene zu sorgen. Die Vorschriften in Corona-Zeiten machen dies wohl erforderlich.

Dennoch mag das vorgestellte Konzept bald seine Schwächen offenbaren: Die Temperaturen auf dem Schulhof fallen derzeit merklich. Ob dann tatsächlich bei Schnee und Eis Schüler ihre Mahlzeit auf der Bank im Freien verzehren wollen und werden, ist äußerst fraglich. Man hat sich gesundes Essen auf die Fahnen geschrieben. Dieses im Stehen einzunehmen, scheint Markenzeichen einer „to go“-Gesellschaft zu sein. Ob das positiv ist, ist zu bezweifeln.

 

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