Löschgruppe Varl-Sielhorst übt an der Grundschule
Unterricht einmal anders: Lernen mit der Feuerwehr

Rahden (WB). Gut gerüstet für den Notfall erwiesen sich Kinder und Pädagoginnen auf dem Schulhof am Varler Schulweg, wo zwei eindrucksvolle Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Varl-Sielhorst Stellung bezogen hatten. „Für die Feuerwehr ist es immer wieder eine schöne Aufgabe mit den Kindern in Varl zu üben“, lobte Feuerwehrmann Berislav „Beri“ Zuparic die kleinen und großen Teilnehmer, „ich weiß nicht, wie die das hinbekommen, aber hier ist alles immer sehr ruhig und gut organisiert!“

Dienstag, 08.09.2020, 02:00 Uhr
Für die Drittklässler hatten die Feuerwehrleute ihr größtes Einsatzfahrzeug, das „LF10“ als Anschauungsobjekt dabei. Foto: Peter Götz

Keine Angst vor Rettern

Sein Ziel beim Feuerwehrtag ist es, den Kindern der zweiten Klasse näherzubringen, dass sie im Ernstfall keine Angst vor dem Rettern in voller Ausrüstung haben müssen, auch wenn diese sich durch den Atemschutz nicht mit Worten verständlich machen können. Ein Job, den er gerne übernimmt und für den er und seine Kameraden vom sichtlich beeindruckten jungen Publikum am Ende des Vortags verdientermaßen großzügigen Beifall erhalten.

Daneben, am Löschfahrzeug „LF10“ demonstriert Brandmeister Ulf Griepenstroh die technische Ausrüstung und beantwortet die Fragen der Drittklässler, nachdem alle Schüler einmal durch die Mannschafts-Kabine klettern durften.

Autos haben ihren reiz

Am zweiten Lastwagen, dem Tankfahrzeug „TLF 3000“ haben die Kinder der vierten Klasse sichtlichen Spaß daran, kurz hinter dem Lenkrad in der Fahrerkabine Platz zu nehmen und einen Blick auf die Bordarmaturen zu werfen. Kaum haben sie die Kabine durch die Beifahrertür verlassen, stellen sie sich wieder in die kurze Schlange vor der Fahrertür - zur nächsten Runde. Feuerwehrautos haben offensichtlich auch für diese Generation ihre traditionelle Faszination nicht verloren.

Kleine Übungen

Natürlich dürfen auch Schlauch und Wasser an diesem Feuerwehr-Vormittag nicht fehlen, darum steht hinter dem „TLF 3000“ eine Schülergruppe bei Feuerwehranwärter Eike Koch, der den Schülern die Handhabung eines D-Rohrs erklärt, das gewöhnlich bei Flächenbränden zum Einsatz kommt. „Wir haben die D-Leitung aufgebaut, damit die Kinder auch was zum Anfassen haben, arbeiten aber mit reduziertem Durchfluss und haben keinen Druck auf den Schlauch gegeben, um die anderen Vorführungen nicht zu stören“, erläutert Brandmeister Marcel Menzel, der den Schul-Einsatz leitet.

Schüler sind ruhig

In der Tat verläuft das Geschehen auf dem Schulhof absolut ruhig und diszipliniert, die lautesten Geräusche sind das Plätschern des Löschwassers und ein gelegentliches „Krächzen“ der Funkgeräte in den Fahrzeugen. Von Seiten der Kinder gibt es keinerlei Geschrei oder Gedrängel, die Lehrerinnen legen eine große Ruhe und Souveränität an den Tag – und genau darauf kommt es auch im Ernstfall an.

Alarmübung geht voran

„Wir starten unseren Brandschutztag normalerweise um zehn vor neun mit der ‚Klingelübung‘, lösen also den Feueralarm der Grundschule aus und achten darauf, wie sich die Kinder mit den Lehrerinnen aus den Klassenräumen herausbegeben. Wir beobachten, wie die Schüler sich auf dem Sammelplatz treffen. Was wir sehen wollen ist, dass die Klassenlehrerinnen den Überblick darüber behalten, ob alle Kinder vollzählig anwesend sind. Dies ist für uns die wichtigste Information, denn falls sich noch mutmaßlich Personen im Gebäude aufhalten, müssen wir umgehend die Suche einleiten“, fasst Einsatzleiter Menzel die Zielsetzung der traditionsreichen Alarm-Übung in Varl zusammen.

Viele Themen

„Danach gibt es einen Grundstamm an Themen, die wir mit den Klassen ansprechen und gestalten den Rest des Schultags individuell nach Bedarf.“ Für den Brandmeister und seine Kameraden Thomas Siemering, Jasmin und Ralf Wüstendörfer, Eike Koch, Beri Zuparic und Ulf Griepenstroh ist die Brandschutzerziehung zwar eine schöne und umso wichtigere Aufgabe, um schweren Personenschäden bei einem möglichen Brand an der Schule vorzubeugen. Deswegen erfolgt diese Veranstaltung schon seit langer Zeit jährlich.

 

Übung trotz Corona

„Wir freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr wieder hier sein konnten, trotz Corona. Wir stehen im engen Kontakt mit der Schulleiterin Karin Thrien, weil Brandschutzerziehung und Brandprävention sehr wichtige Bestandteile unserer Arbeit sind“, berichtet der Chef der Übung, Marcel Menzel, „denn jeder Einsatz, den wir nicht fahren müssen, ist ein guter Einsatz!“

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