Vorsitzender ist besorgt: Laufende Kosten drücken den Rahdener Verein
Museumsbahn hat keine Einnahmen

Rahden (WB). Es hätte eine so schöne Saison werden können, aber dann kam Corona. Über die Arbeit und die Fahrten der Museumseisenbahn Rahden-Uchte hat Vorsitzender Berndt von Mitzlaff im Sozialausschuss der Stadt Rahden berichtet.

Dienstag, 01.09.2020, 02:00 Uhr
Ein Bild aus dem Vorjahr: Auf dem Bahnsteig in Rahden drängen sich die Fahrgäste der Museumseisenbahn. Foto: Berndt von Mitzlaff

Die Corona-Pandemie habe die Museumseisenbahner deutlich ausgebremst, berichtete er. Wurden in 2019 noch 87 Fahrten durchgeführt, „können wir davon in diesem Jahr nur träumen“, erläuterte er. Erfolgt sei bisher nur die erste Sonderfahrt Mitte Februar. Dann habe sich in der Öffentlichkeit bis auf eine Testfahrt nichts mehr getan.

„Wohl aber hatten unsere Mitglieder genug zu tun: Freischneiden der Strecke und Arbeiten an den historischen Fahrzeugen haben auf dem Plan gestanden“, berichtete Mitzlaff. „Wir waren allein vier Tage mit den Freischneide-Arbeiten beschäftigt.“ Viel Mühe würden dabei wilde Brombeer-Hecken im Gleisbett bereiten.

Der Verein habe eine Corona-Hilfe in Höhe von 9000 Euro erhalten. „Davon allen können wir die laufenden Kosten aber nicht bezahlen.“ Es summierten sich etwa 40.000 Euro für Arbeiten auf dem Bahnhofsgelände. Davon trage die Sparkassen-Stiftung „Standort: Hier“ die Hälfte. Außerdem sei der Verein im Raum Lavelsloh mit Instandhaltungskosten von knapp 6000 Euro dabei. 7000 Euro hätten für Unkrautspritzen aufgewendet werden müssen und für die Zwischenprüfung der Brücken habe der Verein 5000 Euro bezahlen müssen.

„Viele Ausgaben, aber keine Einnahmen“, berichtete Berndt von Mitzlaff. Und so sei bisher die Februar-Fahrt zum Haxenessen nach Uchte die einzige Einnahmequelle geblieben.

Doch die Museumseisenbahner plagen noch weitere anstehende Kostenfaktoren: Die Kleinlok „Köf“ und der so genannte „Uerdinger“-Schienenbus müssen zu den nächsten großen Hauptuntersuchungen. Sechs Jahre seien seit der vorherigen Prüfung vergangen. Und auch für den noch älteren Schienenbus T2 stünde ein Umbau auf moderne Sicherheitstechnik und die Prüfung an. „Da steht uns ein sechsstelliger Betrag ins Haus. Es gibt ein Förderprogramm, um das wir uns bemühen wollen. Anders wird dies nicht finanzierbar sein“, sagte von Mitzlaff.

Die Eisenbahner haben die Zwangspause dazu genutzt, um fleißig an den Maschinen zu arbeiten. Auch Anstriche müssten erneuert werden. „Dann sieht man allerdings erst richtig, wo sich Löcher befinden“, sagte von Mitzlaff. Gleiches gelte für den Mitropa-Speisewagen, das Vereinsdomizil der Museumseisenbahner. „Er hat merklich Farbe verloren, und wenn wir ihn entrosten, werden die Schäden offensichtlich. Es dringt möglicherweise auch Wasser ein“, schilderte der Vereinsvorsitzende die Lage.

Jetzt plane man Fahrten unter den üblichen Hygienevorschriften, mit genereller Voranmeldung und Maskenpflicht. „Ob das so gut angenommen wird, bleibt abzuwarten“, sagte Mitzlaff. „Wir wollen aber wieder anfangen und sehen, dass wir das mit allen Auflagen auch so hinbekommen.

Illusorisch seien aber Massenveranstaltungen, wie die Fahrten zum Schlachtefest oder die Nikolausfahrten mit mehreren hundert Besuchern, wie in der Vergangenheit. „Das steht noch alles in den Sternen.“

Wir fahren, so lange man uns lässt“, meinte Mitzlaff und verwies auf die älter werdenden Ehrenamtlichen, die knapp 3000 Arbeitsstunden leisten und – ohne Corona-Pandemie – einen Jahresumsatz von üblicherweise etwa 115.000 Euro erwirtschaften.

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