Rahdener Werbeagentur „braendz“ sitzt in den ehemaligen Altstadtstuben
Start-up macht coole Werbung

Rahden (WB). Vier junge Leute machen Werbung in Rahden. Die neugegründete Werbeagentur „braendz“ im Gebäude der ehemaligen „Altstadtstuben“ zieht immer wieder die Blicke der Rahdener auf sich: Was verbirgt sich hinter den Fenstern der ehemaligen Gaststätte?, rätseln sie.

Dienstag, 11.08.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 05:04 Uhr
Gegründet im Jahr 2020: Im Bielefelder Stadion stattet die Werbeagentur die Logen der Ehrengäste neu aus. Firmengründer Jens Riepelmeier (rechts) und Mitarbeiter Alexander Duffe.

„Moin“, lautet die Wandinschrift im Flur der Agentur. Bewusst möchte man sich ländlich und heimatverbunden geben. Im ehemaligen Gastraum/Küche der Altstadtstuben, wo manch Rahdener sein Feierabendbier genossen hat, befindet sich jetzt ein großzügiger und modern gestalteter Raum, bewusst mit Holz verkleidet, mit Sitzgruppe, rustikalem, selbst gebautem Tisch und modernen Computerbildschirmen: das Büro von Geschäftsführer Jens-Philipp Riepelmeier und Alexander Duffe als technischem Leiter.

Die Köpfe rauchen

„braendz“ mit einem kleinen „B“, das Logo der Agentur taucht überall auf. Selbst eigene Kleidung haben die fünf Mitarbeiter der Werbeagentur, allesamt junge Leute. Firmenchef Jens Riepelmeier trägt T-Shirt und Cap aus eigenem Entwurf.

Bereits im Januar wurde die Werbeagentur aus der Taufe gehoben. Sie hat ihr neues Domizil direkt in der Stadt gefunden, neben der Kirche. Dort rauchen die Köpfe der kreativen Mitarbeiter.

„Verschiedene Rahdener Unternehmen haben uns angesprochen, ob wir so etwas ins Leben rufen können“, schildert Geschäftsführer Riepelmeier die Geschichte des Start-ups. Er sei für Werbung zuständig. Alexander Duffe – ebenfalls von Beginn an dabei – ist Spezialist für Fahrzeugbeschriftungen. „Die Idee bestand darin, eine Werbeagentur aufzubauen, die alles aus einer Hand liefert. Zum Glück haben wir von den Firmen die nötige Rückendeckung erhalten, um uns selbstständig zu machen“, lässt Riepelmeier die ersten sechs Monate Revue passieren.

Ziel sei es, möglichst Großkunden zu betreuen, von der Solarbaufirma über Internet-Möbelhäuser, Mittelstandsfirmen bis hin zum Fußball-Wiederaufsteiger Arminia Bielefeld. Riepelmeier: „Wir haben inzwischen einige Kunden gewinnen können. Was wir machen, spricht sich herum.“

„Wollten bewusst aufs Land”

Und in der Tat: Eine solche Werbeagentur mit dem braendz-Profil findet man eigentlich eher in Hamburg oder München. „Wir vereinen hier alle Disziplinen, von Design über Webdesign, Werbetechnik und Leuchtreklame bis hin zu Film- und Fotoaufnahmen und den Social-Media Auftritt. Wir wollten bewusst aufs Land“, sagt der 38-jährige Firmenchef.

Das umfassende Angebot finde sich nicht an unterschiedlichen Orten, sondern stehe in den Räumen der Agentur zur Verfügung: „Ich brauche zum Beispiel nicht erst eine Film-Firma für einen Internetclip zu beauftragen. Das macht unser Team alles selbst. Die Wege hier im Haus sind kurz“, deutet Riepelmeier an. Die Kunden wüssten mittlerweile, dass sie von A bis Z betreut werden. „Die Stärken liegen auch in dem jungen Team. Wir können hier frische und zeitgemäße Dinge realisieren“, sagt der ehemalige Lübbecker Riepelmeier.

„Ich habe ein Team aus Fachleuten und Experten zusammengestellt. Wir wollen Unternehmen mit frischen Ideen, neuen kreativen Ansätzen und zeitgemäßen Strategien mehr Möglichkeiten zur Kundengewinnung generieren“, beschreibt der gebürtige Rahdener die Ziele der Firma, die auch zu Corona-Zeiten keine Probleme hatte. Spezialität seien außerdem ungewöhnliche Fahrzeugbeschriftungen.

Digital und Print

Er komme selbst eher aus dem analogen Bereich, erzählt Riepelmeier. Sein Vater sei Drucker gewesen. Er selbst habe noch die Arbeit der Schriftsetzer erlebt. „Mit 13 Jahren habe ich schon Plakate entworfen.“ Gelernt habe er zunächst Mediengestalter für Digital und Print. Später sei noch eine kaufmännische Ausbildung dazugekommen.

„Ich mag Rahden“, sagt Riepelmeier deutlich. Er könne sich vorstellen, hier einiges auch in Richtung Tourismusförderung zu bewegen und nennt als Beispiel etwa die Aufstellung von Waldbänken oder einen Imagefilm. Erster Auftrag der Stadt Rahden ist die Beschilderung der Gewerbegebiete. Das bestätigte auch Bürgermeister Bert Honsel.

„Ich könnte mir vorstellen, dass Rahden auch Partnerstadt für Arminia Bielefeld sein könnte“, regt der fußballbegeisterte Agentur-Chef, der früher selbst in der Jugend des Bünder SV spielte, an. Dann würde etwa Rahden Austragungsort für Freundschaftsspiele sein können.

Inzwischen ist „braendz“ selbst Sponsor von Arminia. Über einen Auftrag von „Home Deluxe“ sei der Kontakt zustande gekommen. Jetzt gestaltet die Rahdener Werbeagentur auch die Logen des Bielefelder Clubs neu.

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