Badegäste sind in Rahden geteilter Meinung, ob Kapazität erhöht werden sollte
Halb voll oder halb leer?

Rahden (WB). Maximal 140 Personen sind erlaubt, daran lässt sich im Moment offenbar nicht rütteln. Das sind die behördlichen Vorgaben, daran können leider weder die Schwimmmeister noch die Badegäste etwas ändern. Gerade an den „Hundstagen“, am letzten Ferienwochenende ist das für die, die draußen bleiben müssen, kein wirkliches Vergnügen.

Montag, 10.08.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 10.08.2020, 05:04 Uhr
Viel Platz herrscht momentan, aufgrund eingeschränkter Besucherzahlen in den Becken des Rahdener Freibads. Foto: Peter Götz

„Über Besucherzahlen müssen Sie mit dem Rathaus reden,“ kommentiert die diensthabende Schwimmmeisterin Gabi Tiedemann die Situation. Sie hat die Verantwortung für die Sicherheit ihrer Badegäste und stets ein wachsames Auge auf den Betrieb in den Becken und auf den Liegewiesen. Sie ist es, die gegebenenfalls auch die behördlichen Vorschriften umsetzen muss – freundlich aber bestimmt. „Es spielt sich alles langsam ein,“ trifft es wohl am besten, und es ist ihr anzumerken, dass sie natürlich keine Spaßverderberin sein möchte, auch wenn es ihre Aufgabe ist, die Gäste zu ermahnen oder zu kontrollieren.

Unter den großen Ahornbäumen auf der hinteren Liegewiese haben es sich Sami und Lami mit einem kühlen, alkoholfreien Bierchen auf ihren Handtüchern gemütlich gemacht. Für sie ist es heute der zweite Anlauf, da im „Nachmittagsblock“ wegen erreichter Besucher-Höchstgrenze leider kein Platz mehr für sie war. „Nicht wirklich nachvollziehbar,“ macht Sami Shala, Eisengießer aus Rahden, seinen Standpunkt klar, während er auf die gähnende Leere auf der schattigen Wiese hinweist, „Bestimmungen sind schön und gut, gehen aber offensichtlich manchmal an der Wirklichkeit vorbei, wie man hier ganz deutlich sehen kann.“ Auch sein Kollege Lami Yalak wünscht sich mehr Augenmaß in den Verordnungen, weniger Diktat von „oben“ und traut den Badegästen durchaus zu, Eigenverantwortung zu übernehmen. „Dann müsste man an diesen heißen Tagen auch niemanden am Einlass abweisen oder lange in der Hitze warten lassen.“

Auf der großen Wiese gegenüber haben hauptsächlich Familien mit Kindern Quartier bezogen. Auch dort wird die Situation mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtet. „Einerseits ist es natürlich schön, wieder in das Freibad zu können. Im Vergleich zum letzten Jahr ist das Angebot jedoch reichlich eingeschränkt,“ findet Familienvater Fatih Delioglu, während die Kinder zum Kiosk stürmen. Sein Nachbar Dominique Jack, der ebenfalls mit seinen Kindern die Badeanstalt besucht, pflichtet ihm bei. In der Tat: Ohne Kinderbecken und die tollen Wasserspielzeuge und Attraktionen, die gewöhnlich im Rahdener Freibad bereitstehen, bleibt für die Kinder eigentlich nur die eingeschränkt nutzbare Riesenrutsche und natürlich der Kiosk, der auch in Corona-Zeiten gut frequentiert ist.

Für Julia und Fabian aus Hannover, die auf Familienbesuch in Wehe sind, ist an diesem heißen Samstagabend alles „cool“. Die beiden jungen Musiker sind mal eben für eine schnelle Abkühlung, kurz vor „Ladenschluss“ ins Becken gesprungen und hatten natürlich um 19.30 Uhr keine Probleme mehr mit dem Einlass, da sich das Freibad um diese Zeit schon langsam leert.

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