GBSL und Stadtwerke Lübbecke realisieren ökologischen Neubau
Geothermie und Strom vom Dach

Rahden (WB). Die Stadtwerke Lübbecke und die Bau- und Siedlungsgemeinschaft GBSL haben in Rahden ihr erstes gemeinsames Mieterstromprojekt an der Bahnhofstraße 15 verwirklicht.

Freitag, 07.08.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 07.08.2020, 05:04 Uhr

Als Mieterstrom wird der Strom bezeichnet, der in Solaranlagen auf dem Dach eines Wohngebäudes erzeugt wird und an die Mieter des Hauses geliefert wird. Der von ihnen nicht verbrauchte Strom wird ins Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist und vergütet.

„Wir haben bereits etwa 280 Wohneinheiten in Rahden“, schilderte Achim Grube, GBSL Geschäftsführer. Ziel sei, finanzierbaren Wohnraum in einem Objekt mit nachhaltiger Energieerzeugung und -Nutzung zu schaffen. „Dies ist in der aufstrebenden Stadt Rahden mit ihrer guten In­frastruktur möglich und sinnvoll“, erklärte der Geschäftsführer.

Eigenverbrauch

Die Photovoltaikanlage auf dem Hausdach erzeuge Strom, den zum einen die Mieter zu etwa 40 Prozent direkt verbrauchen. Ein Teil wird zudem für den Betrieb der Wärmepumpe benutzt, die Das Gebäude mit Erdwärme (Geothermie) versorgt. „Wir haben uns überlegt, das Haus mit einer dezentralen Versorgung auszustatten. Als Partner haben wir uns – nach einem ersten Objekt in Lübbecke – erneut die Stadtwerke Lübbecke als kompetenten Partner mit ins Boot geholt“, lobte Grube, der beim Ortstermin von der neuen Auszubildenden zur Immobilienkauffrau Merle Mehls begleitet wurde. „Die Stadtwerke habe das Know How, um dieses Projekt in Rahden auch umzusetzen. Zusätzlich wurde an zwei Stellplätzen eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge Installiert.

Elektroauto anschaffen

„Es gibt hier Mieter, die konkret an der Anschaffung von Elektroautos interessiert sind. Sie können hier von ‚grünem Strom‘ aus Wasserkraft profitieren, der zusätzlich eingekauft wird.

Bürgermeister Bert Honsel war bei der Vorstellung des ersten Mieterstrom-Projektes in Rahden dabei. Er betonte, wie wichtig es sei, in Rahden bezahlbares Wohnen zu realisieren. „Die Stadt wird bisher von einer Eigentumsstruktur beherrscht. Es gibt viele private Bauherren. Dies lässt sich auch wegen der günstigen Grundstückspreise bisher realisieren“, meinte er. Wichtig sei aber auch, dass neue Miet-Objekte entstehen, die mit einem Durchschnittseinkommen finanziert werden könnten.

Achim Grube erwähnte beim Ortstermin ebenfalls die Tatsache, dass das Gebäude zur Kommunikation einen Kabelanschluss besitze. Über diesen könne schnelles Internet, TV und Telefon sichergestellt werden. „Auch das führt zu einer höheren Akzeptanz durch die Mieter, die das Objekt bereits bezogen haben“, sagte der GBSL-Geschäftsführer.

Projekt der Stadt

„Schnelles Internet ist für die Zukunft enorm wichtig“, stimmte auch der Bürgermeister zu. Er deutete an, dass sich die Stadt Rahden in Verhandlungen mit dem Unternehmen „Greenfiber“ befinde. „Wir lassen derzeit unabhängig prüfen, ob das Modell, das Greenfiber uns für den Vollanschluss aller Rahdener Haushalte vorgestellt hat, für die Stadt umsetzbar ist“, sagte Honsel.

Der Vollanschluss – also die Versorgung aller Haushalte mit Glasfaser-Kabeln – sei ein vom Stadtrat bereits formuliertes Ziel. „Es geht hier um ein Auftragsvolumen von rtwa 18 Millionen Euro“, sprach Honsel die enormen Dimensionen eines möglichen Glasfaser-Ausbaus in Rahden an.

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