Streit um Reserveliste – Udo Högemeier als Bürgermeisterkandidat gewählt
Rahdener SPD präsentiert Kandidaten

Rahden (WB). Marion Spreen, langjährige Ratsfrau und zudem Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Rahden, hatte während der Stadtwahlkreiskonferenz der Sozialdemokraten nach ihrer Abstimmungsniederlage um den Platz auf der Reserveliste der Kommunalwahl verärgert den Tagungsort verlassen. Sie verzichtete auch auf das Direktmandat im Wahlbezirk Rahden-Nord, für das sie kurz zuvor von den Delegierten gewählt worden war.

Donnerstag, 09.07.2020, 08:00 Uhr
Diese Rahdener SPD-Kandidaten treten bei der Kommunalwahl im September an. Mit roter Krawatte: der SPD-Bürgermeisterkandidat Udo Högemeier. Foto: SPD

Die Delegierten mussten daraufhin die Kandidaten-Aufstellung für Rahden-Nord wiederholen. Sie wählten Stefan Meyer, von Beruf Lokführer bei der Eurobahn. Er wohnt in der Rahdener Bahnhofstraße, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Zügig und ohne Probleme ging die Wahl von Udo Högemeier zum Bürgermeisterkandidaten über die Bühne. Der Diplom-Ingenieur wird im September gegen den Amtsinhaber Dr. Bert Honsel (CDU) antreten.

So wurde abgestimmt

Direktkandidaten der SPD in den Wahlbezirken (Vertreter im Klammern) sind: Rahden-Süd: Stephan Dick-Rustmeier; Rahden-Mitte: Alexander Brandt (Stefan Meyer); Rahden-Nord: Stefan Meier; Rahden-Stelle: Udo Högemeier (Alexander Brandt), Kleinendorf-West: Claus-Dieter Brüning; Kleinendorf-Süd: Dorothe Brandt; Kleinendorf-Mitte: Birgit Korte (Stephan Dick-Rustmeier); Kleinendorf-Nord: Torsten Wiefhoff; Varl-Nord: Günter Meyer; Varl-Süd/Rahden-West: Timo Maruszcyk: Sielhorst: Wolfgang Nottmeier; Preußisch Ströhen-West/Tielge: Hartmut Heine-Langhorst (Torsten Kuhlmann); Preußisch Ströhen-Ost/Moorort: Martina Berner (Rolf Klasing); Wehe-Dorf: Horst-Wilhelm Bruhn (Stefan Rose); Wehe-Barl: Frie­drich Schepsmeier; Tonnenheide-Nord: Reinhard Stuck, und Tonnenheide-Süd: Stefan Rose (Birgit Korte).

Die Reihenfolge auf der Reserveliste : 1. Udo Högemeier (Vertreter Alexander Brandt), 2. Dorothe Brandt, 3. Horst-Wilhelm Bruhn (Stefan Rose); 4. Martina Berner (Rolf Klasing); 5. Claus-Dieter Brüning; 6. Birgit Korte (Stephan Dick-Rustmeier); 7. Stefan Rose (Birgit Korte); 8. Timo Maruszczyk; 9. Alexander Brandt (Stephan Meyer); 10. Wolfgang Nottmeier; 11. Stephan Dick-Rustmeier; 12. Torsten Wiefhoff; 13. Hartmut Heine-Langhorst (Torsten Kuhlmann); 14. Reinhard Stuck; 15. Günter Meyer; 16. Friedrich Schepsmeier; 17. Rolf Klasing; 18. Stefan Meyer; 19. Torsten Kuhlmann.

„Ich freue mich über das gute Ergebnis für Udo Högemeier als Bürgermeisterkandidat“, bewertete SPD-Stadtverbandsvorsitzender Torsten Kuhlmann die Versammlung. „Erleichtert bin ich auch über die erfolgreiche Durchführung der Stadtwahlkreiskonferenz, so dass wir uns nun auf den Wahlkampf konzentrieren können.“ Zum Ausscheiden von Marion Spreen sagte Kuhlmann: „Ich habe persönlich nicht mit diesem Ausgang gerechnet und kann die Enttäuschung von Marion Spreen verstehen. Wir müssen nun nach vorne schauen und mit dieser nicht einfachen Situation vernünftig umgehen.“

Marion Spreen übt heftige Kritik

Marion Spreen nahm am Tag nach der Stadtwahlkreiskonferenz Stellung zu den Vorgängen. Sie sparte dabei nicht mit Kritik.

„Während der SPD-Stadtwahlkreiskonferenz am Dienstag sah ich mich gezwungen, meine Kandidatur für den Wahlbezirk Rahden-Nord mit sofortiger Wirkung niederzulegen“, sagt Marion Spreen am Mittwoch dieser Zeitung. „2007 bin ich als Nachfolgerin von Wilfried Wagenfeld in den Rat der Stadt Rahden gekommen. 2009 habe ich meinen ersten Kommunalwahlkampf mit 29,37 und 2014 mit 28,54 Prozent abgeschlossen, das heißt, ich war immer unter den Top 5 der SPD in Rahden.“

Seit 2016 bis heute ist sie Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Rahden. „Der Ortsverein hatte im Februar 41 Mitglieder, der Stadtverband hat etwa 100 Mitglieder. Der Ortsverein Rahden ist somit der mitgliederstärkste in Rahden und vertritt die Ortschaften Rahden-Stadt, Stelle, Kleinendorf und Tonnenheide“, erklärt Spreen. „Als Ratsmitglied und Vertreterin des Wahlbezirks Rahden-Nord lag mir das Wohl der Bürgerinnen und Bürger dieses Wahlbezirks natürlich sehr am Herzen, und ich habe mich als Sprachrohr der Personen gesehen, die sonst nicht gehört wurden. Sei es nun bei meiner Unterstützung der Anlieger der ‚Langen Reihe‘ beim Protest gegen die Meierguss-Werkstraße, sei es bei der Forderung der Anwohner von Ostweg, Lerchenweg und Sandtrift nach einer ausreichenden Beleuchtung, sei es beim Kampf gegen die Straßenbaubeiträge oder bei der Begutachtung des Zustands der Straße Stellerloh“, sagt die Ratsfrau. „Diese Aktionen fanden allerdings nicht immer die Zustimmung der SPD-Ratsfraktion. Dabei war jedoch nicht die kontroverse Meinung das Problem, sondern der immer schlimmer werdende Umgang miteinander und vor allem die absolut fehlende Kommunikation.“

Als dann 2019 die drei Rahdener Ortsvereine Wehe, Varl und Preußisch Ströhen einen Groß-Ortsverein für Rahden mit dazugehörender Auflösung aller bestehenden Vereine gründen wollten, habe es massiven Widerstand des Rahdener SPD-Ortsvereins gegeben. „Natürlich wurde ich als Vorsitzende dafür verantwortlich gemacht und regelmäßig angefeindet“, sagt Marion Spreen verbittert. „Natürlich bin ich auch dafür verantwortlich, dass die ‚ausgewogene‘ Reserveliste mit Tonnenheide auf dem 9. Platz nicht akzeptiert wurde und natürlich auch für das Platzen der ersten Stadtwahlkreiskonferenz wegen nicht fristgerechter Ladung – trotz ‚hervorragender‘ Vorbereitung. Als ich auf der Stadtwahlkreiskonferenz gemerkt habe, wohin die Reise gehen sollte, nämlich zum ‚Durchreichespielchen‘ mit meiner Person auf der Reserveliste, musste ich die Reißleine ziehen, um mir selbst treu zu bleiben und mich heute morgen im Spiegel noch wiederzuerkennen.“

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