Dorfgemeinschaftshaus: Vereine haben bereits 1800 Stunden Eigenarbeit geleistet
Gemeinsam geht es voran

Rahden (WB). Der Dachstuhl ist bereits gerichtet. Auf dem Schützenplatz in Wehe nimmt das große Gemeinschaftsprojekt „Dorfgemeinschaftshaus“ mehr und mehr Gestalt an. Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten für den künftigen Mittelpunkt des Weher Vereinslebens beendet sein.

Mittwoch, 08.07.2020, 12:00 Uhr
Das künftige Dorfgemeinschaftshaus auf dem Weher Schützenplatz nimmt mehr und mehr Gestalt an. Die Gesamtkosten belaufen sich nach Angaben der Stadt auf rund 240.000 Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich mit einem Zuschuss aus dem Dorferneuerungsprogramm in Höhe von 155.00 Euro. Foto: Sandra Reuter

Ortsvorsteher Heinz Grundmann ist zuversichtlich, dass dieser Zeitplan eingehalten werden kann: „Das ist zu schaffen, und danach können wir mit allen Vereinen zusammen die Einweihung feiern.“ Gleichzeitig soll dann auch das Richtfest nachgeholt werden, das coronabedingt verschoben werden musste.

Das ist aber schon fast das Einzige, das in den vergangenen Wochen nicht wie geplant gelaufen ist. Denn Corona habe die Arbeiten nur unwesentlich behindert, berichtet Grundmann. Man habe sich halt mit den Gegebenheiten arrangiert: „Wir konnten zwar nicht mit zu vielen Leuten gleichzeitig vor Ort sein, haben es aber so eingerichtet, dass immer nur drei bis sechs gleichzeitig gearbeitet haben.“ Im Moment würden die Klinkerarbeiten erledigt, anschließend werde das Dach eingedeckt. Grundmann skizziert den weiteren Plan: „Danach kommen die Fensterfronten, und dann wird der Boden ausgelegt.“

Außenanlagen

All dies wäre ohne das ungebrochene Engagement der Weher überhaupt nicht möglich. Das Meiste erledigt die Vereinsgemeinschaft nämlich selbst. „Wir haben bislang schon 1800 Stunden in Eigenleistung erbracht. Das ist die Hälfte der 3600 bis 4000 Stunden, die wir uns selber vorgenommen hatten“, sagt Grundmann nicht ohne Stolz: „Insgesamt werden wir sicherlich auf 5000 kommen, wenn anschließend auch die Außenanlagen hergerichtet werden.“

Das neue Dorfgemeinschaftshaus entsteht im Anschluss an den Schießstand in eingeschossiger Bauweise. Die Gesamtfläche beträgt 167 Quadratmeter, die Gesamthöhe sechs Meter, die Dachneigung 22 Grad. Mittelpunkt der neuen Heimat aller Weher Vereine ist künftig ein etwa 100 Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum. Außerdem gibt es eine Küche und zwei Lagerräume. Die Gesamtkosten beziffert die Stadt auf rund 240.000 Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert den Bau mit einem Zuschuss aus dem Dorferneuerungsprogramm in Höhe von 155.000 Euro.

„Wehe aktiv“

Obwohl die ersten Arbeiten Anfang April mitten in die Hochphase der Corona-Beschränkungen fielen, kommt die Weher Vereinsgemeinschaft gut voran. „Das ist so, weil alle kräftig mit anpacken“, sagt Grundmann, der auch Vorsitzender von „Wehe aktiv“ ist, jener Dachorganisation, die einzelne Vereinsaktivitäten des Dorfes bündelt. Das ist auch beim Bau des Dorfgemeinschaftshaus so. Gemeinsam geht es halt besser voran. „Alle sind gleichmäßig an diesem Projekt beteiligt, betont Grundmann: „Darauf legen wir sehr großen Wert, wenn wir als Dorfgemeinschaft etwas anstoßen. Hinterher können ja auch alle gemeinschaftlich das Gebäude nutzen.“

Keine öffentlichen Veranstaltungen

Ob Spielmannszug, Reiterverein Alte Garde, Sozialverband, Geflügelverein, Jungschützen, Damenkompanie, Skat-Club, Wehe Aktiv, Taubenzuchtverein oder die vielen anderen Vereine, die das Leben in Wehe aktiv mitgestalten: Sie alle können im kommenden Jahr die Räumlichkeiten im Dorfgemeinschaftshaus für ihre kleineren und größeren Zusammenkünfte, Vorstands- oder Abteilungsversammlungen nutzen. Öffentliche Veranstaltungen werde es im neuen Gebäude aber nicht geben, betont Grundmann: Das ist von vornherein ausgeschlossen und auch so mit den Nachbarn abgesprochen.“

Der Ortsvorsteher ist überzeugt, dass das neue Gebäude nicht nur ein weiteres Schmuckstück für das Dorf werde, sondern auch extrem verbindenden Charakter haben werde – vor allem generationsübergreifend. „Ich bin sicher, dass auch und gerade diejenigen, die jetzt noch jung sind, sehr viel Freude daran haben werden. Das wird ein Gebäude für die ganze Dorfgemeinschaft werden und den Zusammenhalt bei uns weiter zusammenhalten.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7484598?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516046%2F
Datenpanne: Inzidenz steigt auf 41 – doch Kreis darf nicht sofort handeln
22 Neuinfektionen sind am Samstag gemeldet worden. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker