SPD-Streit um Listenplätze: Marion Spreen bezieht Stellung
Kompromiss deutet sich an

Rahden (WB/ni). Wenige Tage vor dem zweiten Anlauf zur SPD-Wahlkreiskonferenz in Rahden sieht sich die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Marion Spreen, aufgrund der vorhergehenden Berichterstattung zu einer Stellungnahme veranlasst. Gern, so schreibt Spreen, hätte sie diese Angelegenheit ausschließlich intern geregelt, aber aufgrund zahlreicher Nachfragen werde sie sich als Vorsitzende des Ortsvereins nun doch erklären müssen:

Dienstag, 07.07.2020, 08:04 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 13:44 Uhr
Marion Spreen ist Vorsitzende des SPD Ortsvereins Rahden.

„Nach der kurzfristig abgebrochenen Stadtwahlkreiskonferenz am 16. Juni stellten sich wohl viele die Frage: Warum ist die SPD Rahden nicht in der Lage ihre Probleme hinter verschlossenen Türen und so ‚harmonisch‘ zu lösen wie es andere Parteien behaupten zu tun? Und wie kann es in einer Partei, deren traditionelle Leitmotive Solidarität, Loyalität, Gerechtigkeit, Toleranz, Respekt und Würde sind, zu derartigen Ausbrüchen, Beleidigungen und Drohungen kommen?“

Jüngeren eine Chance geben

Was war geschehen? Wie immer vor Kommunalwahlen müssen die Direktkandidaten und die Reserveliste aufgestellt werden, wobei die Reserveliste die Kandidaten aufführt, die eventuell kein Direktmandat erreicht haben, die ihre Partei aber im Rat der Stadt Rahden vertreten sollen.

„Als Vorsitzende des größten Rahdener SPD-Ortsvereins ist es mir dabei immer besonders wichtig gewesen, dass alle von unserem Ortsverein vertretenen Rahdener Ortschaften, nämlich Rahden-Stadt, Kleinendorf, Stelle und Tonnenheide, neben den Ortschaften Varl/Varlheide, Wehe und Preußisch Ströhen fair und gerecht auf der Reserveliste vertreten sind, und dass vor allem auch jüngeren SPD-Mitgliedern – unabhängig von den Jahren ihrer Mitgliedschaft – die Chance gegeben wird, direkt oder über die Reserveliste in den Stadtrat gewählt zu werden. Nur so kann eine Erneuerung der SPD und eine Verjüngung des Rates möglich werden“, schreibt Spreen.

In diesem Jahr hätten diese Ziele umso mehr Bedeutung, als es dem Ortsverein Rahden gelungen sei, für Tonnenheide einen jüngeren Kandidaten mit neuen kreativen Ideen sowie viel Schwung und Engagement für die Ratsarbeit gewinnen zu können.

Ohne wirkliche Annäherung

„Umso größer war daher die Enttäuschung des Ortsvereins Rahden, dass Tonnenheide auf der von Vertretern des Vorstands des Stadtverbandes Rahden ausgearbeiteten und dem Vorstand vorgeschlagenen Reserveliste auf dem Platz 9 erschien, während die Ortschaft Kleinendorf gleich dreimal unter den ersten acht Plätzen auftauchte. Dies führte zu härteren Diskussionen ohne wirkliche Annäherung“, meint Spreen.

Nach dem Abbruch der Stadtwahlkreiskonferenz hätte die Rahdener SPD noch einmal 14 Tage Zeit für intensive und teilweise sehr kontrovers geführte Gespräche gehabt. Sie hätten letztlich zu einem Kompromiss geführt, der Tonnenheide die Möglichkeit biete, direkt oder auch über die Reserveliste durch einen engagierten Tonnenheider vertreten zu werden, schreibt die Vorsitzende. „Dieser Kompromiss war allerdings nur möglich durch den Verzicht des Ratsmitglieds Birgit Korte auf ihren Listenplatz.“

Kommunikation keine Einbahnstraße

Demokratie lebe von Kompromissen, die manchmal auch persönlich schmerzen würden, so Spreen. „Doch bevor es zu einem Kompromiss kommt, ist es wichtig, dass alle Beteiligten vorher Gelegenheit haben, ihre Ansichten und gegebenenfalls auch Ansprüche klar und deutlich zu formulieren. Kommunikation ist niemals eine Einbahnstraße, und das ist uns wohl allen jetzt wieder bewusst geworden. Der ‚Wumms‘ vom 16. Juni hatte zumindest diesen positiven Effekt“, schreibt Marion Spreen.

„Eine traditionsreiche Partei, wie die SPD, hat schon viele Spannungen und Krisen erlebt und überlebt. Ob andere Parteien ihre hochgelobte ‚Harmonie‘ auf Dauer beibehalten werden, wird sich zeigen“, kommentiert sie.

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