Antrag der FDP findet keine Mehrheit: Künftig nur noch sechs Personen im Gremium
Sparkassen-Verwaltungsrat wird verkleinert

Rahden (WB). Nicht immer verlaufen Abstimmungen so einmütig wie für den Neubau der Sekundarschule. Bei drei Gegenstimmen (FDP) und einer Enthaltung (Horst-Wilhelm Bruhn, SPD) hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, den Verwaltungsrat der Stadtsparkasse Rahden von zehn auf sechs Personen zu verkleinern.

Freitag, 03.07.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 03.07.2020, 05:02 Uhr
Die Hauptgeschäftsstelle der Stadtsparkasse Rahden. Foto: Michael Nichau

Diese Maßnahme war noch vor den Sommerferien auf die Tagesordnung gesetzt worden, weil sonst das Gremium für eine weitere Wahlperiode auf zehn Mitglieder festgelegt wäre. Natürlich würde die Verkleinerung des Gremiums auch Kosten sparen.

Die eigentliche Begründung der Verwaltung: Früher habe es in allen zehn Ortsteilen Geschäftsstellen des Geldinstituts gegeben. Das sei heute nicht mehr der Fall und so sei die Zahl zehn nicht mehr zeitgemäß.

Das allerdings wollte die FDP nicht ohne weiteres hinnehmen. Thomas Möller wies darauf hin, dass durch eine Verkleinerung die kleinen Parteien in ihrer Mitwirkung beeinträchtigt würden. Und auch Horst-Wilhelm Bruhn wollte genauer wissen, welche Vorteile eine Verkleinerung des Gremiums hätte. Bürgermeister Bert Honsel deutete an, dass die Mitglieder des Verwaltungsrates zukünftig höhren Anforderungen zu genügen hätten, was die Qualifikation angehe. Dies würde auch von der Bundesanstalt für die Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) überprüft. „Gerade die FDP hat diese Finanzkompetenz“, konterte Thomas Möller. Und Horst-Wilhelm Bruhn wandte ein, dass es entsprechende Lehrgänge für die Mitglieder gebe. „Die machen einen nicht dümmer“, sagte er.

Grünen-Ratsmitglied Winrich Dodenhöft schlug vor, dass die großen Parteien einen Sitz an die kleinen abgeben sollten. Gleichzeitig merkte er an, dass die Einsparungen durch eine Verkleinerung des Gremiums schon einen finanziellen Vorteil bringen würden.

Immerhin: So richtig öffentlich darüber gesprochen, wer wie viel Geld durch die Mitgliedschaft im Verwaltungsrat erhält, wird ja nicht. In zwei Jahre alten Pflichtveröffentlichungen finden sich aber Hinweise. 2018 sind aufgelistet: Bürgermeister 3300 Euro, Günter Meyer 1650 Euro, Wilhelm Kopmann 1650 Euro, Bianca Winkelmann 1500 Euro, Udo Knost 1350 Euro, Bianca Borcherding, Wolfgang Henke, Guido Peitsmeier, Hermann Schmidt, Marien Spreen, Carsten Zimmermann je 750 Euro, Heinz Grundmann und Dieter Sprado jeweils 600 Euro sowie Doris Bölk, Holger Bollhorst und Malte Stratmann jeweils 150 Euro. In Summer macht das etwa 15.600 Euro pro Jahr aus.

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