FDP Rahden besorgt über Verbreitung des Eichenprozessionsspinners
„Stadt soll Zustand überprüfen“

Rahden (WB/ni). Mit der Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners beschäftigt sich die FDP-Fraktion in Rahden. Auf eine Anfrage während der jüngsten Ratssitzung gab es keine zufriedenstellende Antwort. Die Verwaltung bestätigte lediglich, man habe die Situation „im Griff“. FDP-Mann An­dreas Krüger möchte einerseits die Bevölkerung sensibilisieren und nimmt andererseits die Verwaltung in die Pflicht.

Freitag, 03.07.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 03.07.2020, 05:02 Uhr
Wird ein Befall mit Raupen und Nestern festgestellt, muss eine Spezialfirma mit Schutzmasken die entsprechenden Stellen absaugen.

„Nach den Berichten aus Espelkamp, Stemwede und vor allem Diepholz ist nun auch das Rahdener Stadtgebiet betroffen“, berichtet Andreas Krüger, Umweltexperte der heimischen Freien Demokraten. Der von der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) zertifizierte Baumkontrolleur blickt mit Sorge auf die verstärkte Ausbreitung in der Region.

Einige Stellen in Varl

„Die bisher wenigen betroffenen Stellen in Varl in der Nähe des Schnakenpohls wurden zwar mit Hinweisschildern markiert, eine flächendeckende Information und Sensibilisierung der Bevölkerung hat jedoch noch nicht stattgefunden. Speziell Familien mit Kindern und Hundebesitzer sollten bei Spaziergängen gerade sehr aufmerksam unterwegs sein, nicht nur in Varl“, sagt er.

Auch die Landwirtschaft könne betroffen sein, denn auf die Brennhaare der Raupen reagieren Kühe und Pferde sehr empfindlich. In der Nähe von befallenen Eichen eingefahrenes Heu könnte ebenfalls gesundheitsschädlich für die Tiere sein.

Beim Eichenprozessionsspinner handelt es sich um einen Schmetterling, der hauptsächlich an Eichen zu finden ist. Für Menschen gefährlich werden können die Raupen. Nachdem diese im Mai schlüpfen, bilden sie ab dem dritten Entwicklungsstadium Tausende von feinen Brennhaaren, die sich in der Luft über 100 Meter verbreiten können. Die Raupen verpuppen sich Ende Juni/Anfang Juli. Folgen für Menschen und auch Tiere können durch Kontakt oder Einatmen starker Juckreiz, Pusteln bis hin zu Atemwegsbeschwerden sein. Spätestens dann sollte ein Arzt kontaktiert werden.

Nester der Stadt melden

„Sollten Bürger ein Nest entdecken, ist es wichtig, das Ordnungsamt der Stadt Rahden zu informieren. Auf gar keinen Fall sollte man selber tätig werden“, warnt Krüger. Die effektivste Methode sei das Einsaugen der Nester durch einen Fachmann. „Es gibt diverse Pestizide, diese belasten allerdings auch andere Insekten. Dies halten wir in Zeiten des Artensterbens für nicht ratsam.“

Nun sei die Verwaltung gefragt: „Wurden sensible Bereiche wie Schulen, Kindergärten, Spielplätze oder Pflegeheime gründlich überprüft? Wie entschlossen geht man nun vor, um eine weitere Ausbreitung in den nächsten Jahren einzudämmen? Arbeitet man zukünftig an einer Meldemöglichkeit auf der Homepage der Stadt Rahden? So etwas hat zum Beispiel Diepholz eingerichtet.“

Frühzeitig kümmern

Ein frühzeitiges Kümmern sei auch im Sinne der Eigentümer im Stadtgebiet. „Befindet sich ein Nest auf einem Privatgrundstück, ist die Kostenfrage derzeit nicht eindeutig geklärt – es gibt Urteile in beide Richtungen. Wir sollten frühzeitig und entschlossen handeln, denn umso effektiver können wir einer flächendeckenden Ausbreitung in Rahden entgegen treten. Der Eichenprozessionsspinner wird ein kostenintensives Thema werden“, warnt Andreas Krüger und fordert ein schnelles Konzept der Verwaltung.

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