Reisekauffrau Anja Durnio aus Rahden unternimmt Corona-Testfahrt
Kreuzfahrt mit Mundschutz

Rahden (WB). Kreuzfahrten werden nicht angeboten? Doch! Anja Durnio vom gleichnamigen Rahdener Reisebüro hat jetzt eine Test-Kreuzfahrt unternommen. Diese allerdings nicht auf einem der großen Hotelschiffe in der Südsee, sondern auf Rhein und Mosel.

Mittwoch, 01.07.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 01.07.2020, 05:02 Uhr
Anja Durnio mit Reiseleiter Christopher. „Ich habe mich an Bord durchaus wohl gefühlt“, sagt sie.

Eingeladen dazu sind ausschließlich Reiseverkehrskaufleute, also Vertreter von Reisebüros, gewesen. Das Ziel des Veranstalters war deutlich: Reisegäste auch in Corona-Zeiten zu gewinnen und auf die „Normalität“ im „kleinen Kreuzfahrtbereich“ hinzuweisen.

„Ich bin gespannt, was mich erwartet“, sagte Anja Durnio vor Beginn der Reise, die von Donnerstag bis Montag dauerte. Es ging über Rhein und Model. An verschiedenen Stellen legte das Schiff für Städtetouren an. Diese wurden zu Fuß und in kleinen Gruppen unternommen. Als „Reiseführer“ bekamen die Ausflügler einen Audio-Guide, also ein Sprachausgabegerät mit den entsprechenden Erläuterungen mit. „Stadtrundfahren mit Bussen waren noch nicht möglich, aber ich habe das nicht als negativ empfunden, Erkundungen zu Fuß zu unternehmen“, sagte Durnio in ihrer Bilanz.

Kleines Abenteuer

Es war allerdings doch ein kleines Abenteuer, denn niemand der professionellen Reisexperten wusste, was ihn oder sie erwarten würde. Das begann bei der Einschiffung mit einem Corona-Schnelltest. Innerhalb von 20 Minuten stand nach einer kleinen Blutprobe fest, ob der Passagier Antikörper gegen das Covid-19-Virus entwickelt hat. (Über die Wirkung dieser Tests sind sich die Experten immer noch uneinig. Anm. d. Redaktion).

Da keinerlei Ergebnis festzustellen war, wurden die Kabinen bezogen. Die Kapazität des Fluss-Schiffes wurde aber nicht voll ausgeschöpft. „22o Passagiere passen drauf. 140 waren an Bord“, sagte Anja Durnio.

Auch behielten die Mitglieder der Crew ihren Mund-Nasenschutz weiterhin auf.

Masken und Pfeile

„An Bord mussten wir die Masken auf den Gängen tragen“, erläuterte die Rahdenerin. „Im Speisesaal, im Salon und auch auf dem Sonnendeck waren diese dann nicht mehr erforderlich.“ In den engen Gänge sei auch ein Einbahnstraßen-System mit Pfeilen eingerichtet worden, so dass allzu enge Begegnungen vermieden wurden. „Das war allerdings mit Umwegen verbunden. Man musste dann die Treppe rauf und in der Gegenrichtung über das andere Deck.“

Dass dies manche der Passagiere dann zeitweise doch nicht machten, liege wohl in der Natur der Menschen. Auch hätten einige der Reisegäste manchmal die Masken „vergessen“.

Schlecht aufgehoben oder betreut habe sie sich jedoch nicht gefühlt, meinte Durnio, als sie wieder zurück in der Heimat war. Überall seien auf dem Schiff Hinweistafeln für das richtige Verhalten und Spender mit Desinfektionsmitteln aufgestellt gewesen.

Reiseleiter Christopher, ein Franzose, hatte sich um die Fachbesucher gekümmert und das Programm präsentiert. „Sich mit Maske auf dem Schiff zu bewegen hat mich dabei eigentlich nicht gestört“, meinte Durnio. Diese Unannehmlichkeit sei mit gutem Essen ausgeglichen worden.

Plexiglas

„Dabei waren die Plätze im Restaurant mit Plexiglasschieben abgetrennt. Das Essen wurde auf Tellern als Mittags- und Abendmenü serviert. Dazu konnten sich die Gäste Ergänzungen wie Rührei zum Frühstück oder Obst hinzubestellen“, berichtete Anja Durnio.

„Ich fühlte mich wohl und sicher“, sagte sie. Dennoch blieb der Corona-Geschmack: Jeden Tag wurde bei den Gästen kontaktlos Fieber gemessen und es war ein Arzt mit an Bord. „Wenn ich mich an die Regeln halte, ist alles gut. Mit Abstand reisen funktioniert“, meinte Durnio.

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