Gebiet am Schloss Rahden soll künftig zur Naherholung dienen Bocks Teich wird nicht zugeschüttet

Rahden (WB). Bocks Teich soll naturnaher werden. Das ist die Absicht der Eigentümer des Geländes zwischen Bundesstraße 239 und der Seniorenresidenz Schloss Rahden, die von den Geschäftsführern Annette und Hans-Eckhard Meyer geführt wird.

Von Michael Nichau
Bei Facebook kursieren derzeit Gerüchte, dass Bocks Teich zugeschüttet werden soll. Der Eigentümer, die Dr. Bock Gruppe, hat das aber nicht vor. Stattdessen soll das Gelände naturnaher gestaltet werden und zur Naherholung dienen.
Bei Facebook kursieren derzeit Gerüchte, dass Bocks Teich zugeschüttet werden soll. Der Eigentümer, die Dr. Bock Gruppe, hat das aber nicht vor. Stattdessen soll das Gelände naturnaher gestaltet werden und zur Naherholung dienen. Foto: Michael Nichau

Das Areal grenzt an Burgruine, Museumshof und die Tennisplätze im Süden. „Es ist Sache der Eigentümer, der Dr. Bock Gruppe, was mit dem Gelände passiert“, sagt Landschaftsgärtner Andreas Krüger, der dafür zuständig ist. „Und es ist ganz und gar nicht der Wille der Eigentümer, den Teich zuzuschütten oder dort einen Erweiterungsbau zu errichten“, macht er deutlich und reagiert damit auf Postings in einer Rahdener Facebook-Gruppe.

Bevölkerung soll das Areal nutzen dürfen

„Der Teich ist an einen Angelverein verpachtet. Dieser Vertrag läuft in diesem Jahr aus. Das ist der Wille der Eigentümer, die den Teich naturnaher gestalten und auch für die Bevölkerung zur Verfügung stellen wollen“, sagt Andreas Krüger.

So regte sich bereits Entrüstung, als die Pappeln zur Bundesstraße vor einiger Zeit gefällt werden mussten. Inzwischen ist das Gebiet wieder aufgeforstet. Weiden und andere Bäume wachsen dort. „Wir haben mehrere tausend Bäume gepflanzt. Das soll ein Biotop werden“, sagt der Gärtner.

„Ja, wir haben Erdbewegungen hier gemacht, aber das war in der Trockenperiode, als der Teich wenig Wasser führte. Zu dieser Zeit wurden so genannte Faschinen zur Uferbefestigung eingebracht.“ Faschinen sind zwei Reihen von Ästen, die in den Boden gesteckt werden. Der Zwischenraum wird mit Zweigen gefüllt. Inzwischen treiben die Hölzer aus, bekommen Zweige. „Das ist alles Absicht“, sagt Krüger. Und auch die überhängenden Zweige und Äste wurden bereits geschnitten.

Das künstliche Gewässer entstand wohl in den 60er Jahren

Bocks Teich sei ein künstliches Gewässer, erklärt der Fachmann. „Ich vermute, dass er zu Beginn der 1960-er Jahre parallel zur Errichtung des Appartementhauses entstanden ist“, sagt Hans-Eckhard Meyer. Umso mehr möchten die Eigentümer, dass das nicht gerade sehr tiefe Gewässer ökologisch wertvoller wird. Jetzt bemühe sich der Angelverein natürlich darum, die von ihm eingesetzten Fische abzuangeln.

„Was wir jetzt machen, auch die Uferbefestigung und das reduzierte Mähen auf den angrenzenden Wiesen hat das Ziel, der Bevölkerung Raum für Naherholung zur Verfügung zu stellen, etwa für ein Picknick am Teich.“ Dafür sei der Teil kurz hinter der neu gepflanzten Baumallee vom Herrenhaus bis zum Gewässer vorgesehen. Die übrigen Wiesen erhalten zwei gemähte Pfade, sollen sich aber zu Blumenwiesen entwickeln. „Wir sehen schon erste Erfolge mit diesen Blühstreifen“, meint der Gartenexperte des Schlosses.

Vögel ziehen sich in die Uferregion zurück

Einer der Pfade durch das Gelände sei bereits offizieller Wanderweg der Stadt Rahden. Und es liege den Eigentümern viel daran, aus dem Kleinod mitten in der Stadt mehr zu machen. Inzwischen hätten sich schon Rückzugszonen für Wasservögel in den Uferregionen entwickelt. „Die Vögel haben Nachwuchs bekommen. Das ist schön anzusehen“, schwärmt der Landschaftsgärtner für sein Aufgabengebiet.

„Das gesamte Gelände ist außerdem Landschaftsschutzgebiet. Dort geschieht nichts ohne die Abstimmung mit der zuständigen Behörde“, sagt Krüger bei einem Rundgang.

Er habe sich sehr über die Gerüchte geärgert, die in Rahden aufgekommen sind. „Hier kann niemand einen Erweiterungsbau hinsetzen. Das würden die Eigentümer nie billigen. Sie trauern letztlich um jeden alten Baum, der aus Sicherheitsgründen gefällt werden muss.“

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